{"id":1120,"date":"2025-02-25T23:52:39","date_gmt":"2025-02-25T23:52:39","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=1120"},"modified":"2025-02-25T23:52:39","modified_gmt":"2025-02-25T23:52:39","slug":"eine-historische-verantwortung-liegt-auf-unseren-schultern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=1120","title":{"rendered":"Eine historische Verantwortung liegt auf unseren Schultern"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201e<em>Die Zeit ist gekommen, unsere K\u00e4mpfe zu organisieren!\u201c In dieser Absicht haben sich vom 14.\u201316. Februar 2025 in Wien rund 800 Delegierte von 160 demokratischen, revolution\u00e4ren Organisationen aus \u00fcber 35 Territorien zur ersten Konferenz der \u201e<a href=\"https:\/\/peoplesplatform.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Peoples\u2019 Platform Europe<\/a>\u201c getroffen. <\/em><em>Wie geht es nach der Konferenz weiter? Wie kann sich eine grosse, solidarische Bewegung \u201evon unten\u201c dem Faschismus und den Krisen der kapitalistischen Moderne entgegenstellen? Klar wurde nach den drei Tagen: Alle sind gefordert, Verantwortung zu \u00fcbernehmen und die Plattform zu einer lebendigen Kraft werden zu lassen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC1H6B5ASSeJFZZZvJSHrkrg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Direktlink zu den Video-Aufzeichnungen<\/em><\/a><br><em><a href=\"https:\/\/peoplesplatform.net\/pdfs\/booklet-looking-back-at-the-peoples-platform.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Direktlink zum Booklet mit den Ergebnissen (PDF)<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das Interesse an der \u201ePeoples\u2019 Platform Europe\u201c war gr\u00f6sser als erwartet: Die 600 Teilnahme-Slots wurden auf 800 erweitert, dann musste die Registrierung aus Platzgr\u00fcnden geschlossen werden, weil der Audimax-H\u00f6rsaal an der Uni Wien nicht mehr Personen fasst. Aber das Orga-Team h\u00e4tte wohl locker eine 2000-Personen-Location f\u00fcllen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir wollen drei Tage nicht nur zusammen diskutieren, sondern zusammen leben, die Welt ver\u00e4ndern \u2013 bitte f\u00fchlt euch verantwortlich in dieser Rolle!\u201c, wurden die Teilnehmenden bereits am ersten Tag aufgefordert. Es handelte sich eben nicht nur um \u201eeine weitere Konferenz\u201c. In einer intensiven Vorlaufzeit hatten sich Arbeitsgruppen getroffen, gemeinsame Grundlagen erarbeitet und das Workshop-Programm vorbereitet; \u00fcberhaupt lief alles in einem sehr basisdemokratischen Geist ab. Die Initiative zur \u201ePeoples\u2019 Platform Europe\u201c kam aus dem Umfeld der kurdischen Freiheitsbewegung (zu erw\u00e4hnen ist hier unter anderem die <a href=\"https:\/\/democraticmodernity.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Akademie der Demokratischen Moderne<\/a> ADM) und ihre Werte waren im Hintergrund immer pr\u00e4sent \u2013 Basisdemokratie, Offenheit, Internationalismus, die tragende Rolle von Frauen und anderen unterdr\u00fcckten Geschlechtern<a href=\"#sdendnote1sym\" id=\"sdendnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> beim Aufbau einer neuen Gesellschaft, die Rolle der Jugend, Antikolonialismus, Antikapialismus \u2013 und viele der anwesenden Organisationen bezogen sich direkt oder indirekt auf das Paradigma der kurdischen Freiheitsbewegung. Aber viele auch nicht explizit, und trotzdem kam eine zielgerichtete, konstruktive Atmosph\u00e4re auf: Vieles konvergierte, bei allen Differenzen (dazu weiter unten mehr), auf erstaunliche Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu betonen ist ferner, dass ein Grossteil der reproduktiven Arbeit w\u00e4hrend der Konfernz von der kurdischen Community geleistet wurde, von der Verpflegung bis zu den \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeiten. Aber wie eine Teilnehmerin am Schluss sagte: Das zeigt auch auf, was m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Organisieren, organisieren, organisieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Gemeinsamkeit aller Anwesenden war der Wille, \u201edie Initative wieder zu ergreifen\u201c \u2013 \u201eReclaim the Initiative\u201c lautete das Motto der Konferenz. Es soll eine Plattform geschaffen werden, mithilfe derer \u201edie Art, wie die Linke in Europa Politik betreibt\u201c grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndert wird. Es ist ja nicht so, dass es in Europa keine politischen und sozialen Bewegungen ausserhalb des liberalen, nationalstaatlichen Parlamentarismus gibt. Zum Teil haben sich jahrzehntelange Erfahrungen angesammelt und auch in den letzten Jahren enstanden immer wieder neue Initiativen, Nachbarschafts- und Kiezbewegungen, demokratische Bildungs- und Medienprojekte, \u00f6kologische K\u00e4mpfe, feministische Organisationen, Jugendgruppen, Kommunen, Kooperativen. Sie m\u00fcssen sich nur <em>organisieren<\/em> \u2013 \u201eorganize\u201c war wohl eines der W\u00f6rter, das die Teilnehmenden w\u00e4hrend den drei Tagen am meisten in den Mund nahmen.<a href=\"#sdendnote2sym\" id=\"sdendnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> Die Linke soll zusammenfinden und auf ein anderes Gesellschaftssystem hinarbeiten, so das Narrativ, und dazu m\u00fcssen kollektive, horizontale, organisatorische Prozesse in Gang gesetzt werden, etwa indem ein System von Delegierten entwickelt wird. Das Wort \u201eKonf\u00f6deration\u201c war zwar selten explizit zu h\u00f6ren, ist aber nat\u00fcrlich konzeptuell im Demokratischen Konf\u00f6deralismus<a href=\"#sdendnote3sym\" id=\"sdendnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a> angelegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Peoples\u2019 Platform Europe will ausdr\u00fccklich keine zentralistischen Strukturen schaffen: Das Wichtigste seien die lokalen K\u00e4mpfe, betonte eine teilnehmende Person. In manchen Workshops wurden von m\u00f6glichen, regionalen Konferenzen gesprochen; \u00fcbrigens soll die Peoples\u2019 Platform Europe nur ein erster Schritt sein: Weitere Plattformen in Afrika, Abya Yala, im Mittleren Osten und in Asien sind vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regionen und Internationalismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberhaupt wurde an der Konferenz viel \u00fcber Regionen diskutiert. Mehrere Autonomiebewegungen waren vertreten, beispielsweise aus Katalonien oder aus Euskal Herria (Baskenland), auch Perspektiven aus Osteuropa und dem Balkan meldeten sich zu Wort, manchmal mit der Kritik, dass die westliche Perspektive oft dominant ist. Die Thematik der Regionen dockt unmittelbar an die Konzepte der Demokratischen Autonomie und der Demokratischen Nation an, die ein demokratischen Zusammenleben jenseits von Nationalstaaten propagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diese Weise wurde an der Konferenz so etwas wie ein neuer Internationalismus in Umrissen sp\u00fcrbar. Wiederholt wurde thematisiert, was Internationalismus heute bedeuten kann. \u201eInternationalism is today a must\u201c (\u201eInternationalismus ist heute ein Muss\u201c) sagte beispielsweise Silvia Federici, die sich als Referentin online in die Konferenz einschaltete. Die Bildung eines internationalen Netzwerks sei fundamental. Mit Blick auf die soziale Reproduktion und t\u00e4gliche Struggles komme hier den feministischen Bewegungen eine sehr wichtige Rolle zu.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"533\" height=\"569\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_2b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1126\" style=\"width:432px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_2b.jpg 533w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_2b-281x300.jpg 281w\" sizes=\"auto, (max-width: 533px) 100vw, 533px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Workshop &#8222;Women&#8217;s Democratic Confederalism&#8220; (Foto: Peoples&#8216; Platform Europe)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Eindr\u00fcckliche Keynotes, lebhafte Workshops<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Womit wir beim Inhalt der Konkferenz w\u00e4ren \u2013 dazu aber nur kurz<a href=\"#sdendnote4sym\" id=\"sdendnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a>, denn vieles findet sich auf der <a href=\"https:\/\/peoplesplatform.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Website<\/a>, im <a href=\"https:\/\/peoplesplatform.net\/pdfs\/booklet-looking-back-at-the-peoples-platform.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Booklet<\/a> und auf den Social-Media-Kan\u00e4len. Am Anfang stand eine klare Analyse der kapitalistischen Moderne: Die hegemonialen Kr\u00e4fte wollen die Krise gar nicht \u00fcberwinden, sondern sie vertiefen sie zunehmend und streben danach, weiteren Profit herauszuholen, indem sie die Krise verwalten. Das System befindet sich somit in einem konstanten Kriegszustand \u2013 gegen die Gesellschaft als solches. Der Soziologe William I. Robinson (per Videobotschaft) f\u00fchrte dies aus und hob radikale L\u00f6sungen hervor, die aus den demokratischen und revolution\u00e4ren Kr\u00e4ften hervorgehen, die \u201edas Leben verteidigen\u201c (wie Ni Una Menos oder Rojava). Frauenbefreiung sei dabei nicht nur ein \u201eZweig\u201c des Kampfes, sondern Vorbedingung f\u00fcr alle K\u00e4mpfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Redner war John Holloway, der die Perspektive der Zapatistas einbrachte (obwohl er sich in keiner Weise als deren Vertreter ansah, wie er betonte). Er rief dazu auf, unsere \u201eVerzweiflung zu organisieren\u201c: Wir lassen es uns nicht nehmen, uns vorstellen zu k\u00f6nnen, dass \u201eeine andere Welt m\u00f6glich ist\u201c \u2013 nur eben: Wir m\u00fcssen uns organisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mireille Fanon-Mend\u00e8s France sprach im 100. Geburtsjahr von Frantz Fanon \u00fcber die gewaltt\u00e4tige Geschichte der kapitalistischen Moderne mit ihrem Kolonialismus, Epistemizid, Ausbeutung, Sklaverei und der Exklusion von schwarzen Menschen und aller Religionen ausser der christlichen. Aber sie sprach auch \u00fcber die \u201edekoloniale Seele\u201c, in der \u201eLiebe und Wut\u201c (\u201eamour et rage\u201c) brennen. Dekoloniale Prozesse m\u00fcssten Mauern einreissen \u2013 und darauf achten, nicht selber zu Agenten des Kolonialismus zu werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"771\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/md_2-1024x771.jpg\" alt=\"F\u00fcnf interviewte Personen sitzen auf St\u00fchlen in einer Reihe, rechts fl\u00fcstert eine Dolmetscherin einer Person etwas zu, gegen\u00fcber rechts ein Interviewender mit Bart und kleinem Mikrofon in der Hand. Im Hintergrund h\u00e4ngt ein blaues Banner mit dem Logo der Peoples' Platform Europe.\" class=\"wp-image-1127\" style=\"width:516px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/md_2-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/md_2-300x226.jpg 300w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/md_2-768x578.jpg 768w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/md_2-1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/md_2-2048x1542.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Interview im Workshop &#8222;Democratic Media&#8220; durch einen Journalisten von <a href=\"https:\/\/lepoing.net\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/lepoing.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Le Poing<\/a> mit der Initiative Demokratischer Konf\u00f6deralismus, Platform of the Confederalist Union, L&#8217;Offensive und Apoyo Mutuo. (Foto: NfK)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Themen der neun Workshops waren Krieg und Frieden, Antifaschismus, \u00d6kologischer Widerstand, Demokratischer Frauenkonf\u00f6deralismus, Jugendidentit\u00e4t und -widerstand, Autonomie aufbauen, Aktivismus und Organisierung, Gegen genozidale Politik und Demokratische Medien. W\u00e4hrend sich alle auf irgendeine Weise mit der Organisierung in Europa befassten, blickte der Aktivismus- und Organisierungs-Workshop von einer Meta-Ebene aus auf das Problem. Eine Erkenntnis lautete: Die Linke in Europa braucht eine umfassende Vision, die \u00fcber partikul\u00e4ren Struggles hinaus geht; sie braucht eine <em>revolution\u00e4re<\/em> Organisierung und sie muss klare Positionen entwickeln \u2013 gegen\u00fcber Staaten und NGOs, zum strategischen Nutzen von Parlamentarismus, zu feministischen K\u00e4mpfen (die oft kooptiert werden) und zu \u00f6kologischen K\u00e4mpfen (die Tausende auf die Strassen mobilisierten, aber nicht viel mehr erreichten, als dass Forderungen an die Politik gestellt wurden). Sie braucht auch konkrete L\u00f6sungen und Ziele: Was wollen wir in einem Jahr, in zwei Jahren, in drei Jahren erreicht haben. Wichtig ist auch, dass die K\u00e4mpfe der Linken nicht ausserhalb der Gesellschaft verortet werden, sondern dass sie in ihr verwurzelt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Autonomie-Workshop wurde unter anderem dar\u00fcber geredet, wie Strukturen f\u00fcr kommunale Wirtschaft, emotionalen Support und Selbstverteidigung aufgebaut werden k\u00f6nnen. Zu den konkreten Vorschl\u00e4gen geh\u00f6rten, Bildungsangebote zu schaffen oder eine Brosch\u00fcre \u00fcber Autonomie-Aufbau zu erarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Blinde Flecken und Konfliktl\u00f6sung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausser den Haupt-Themenstr\u00e4ngen stiegen in den Diskussionen wiederholt einige weitere Themen an die Oberfl\u00e4che, etwa die Befreiung der Tiere, regionale Autonomiek\u00e4mpfe, Pal\u00e4stina. Vergleichsweise wenig wurde \u00fcber die Arbeiter*innenbewegung, Klassenkampf, Streik, Privateigentum geredet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die Konferenz in drei Tagen nicht alles geb\u00fchrend abdecken konnte, versteht sich von selbst. Dennoch kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass es \u201eblinde Flecken\u201c und privilegierte Sichtweisen gab. Der wichtigste Kritikpunkt vielleicht: Die Perspektive der Konferenz war \u00fcberwiegend weiss und \u00fcberwiegend westlich.<\/p>\n\n\n\n<p>Am dritten Tag kam schliesslich einiges an Kritik \u2013 und Selbstkritik \u2013 zur Sprache. Nach einigen hitzigen Wortmeldungen gelang es den Teilnehmenden, die Diskussion wieder in konstruktive Bahnen zu leiten und die festgestellten Unzul\u00e4nglichkeiten einzuordnen. Es wurde vor allem um Geduld gebeten: Drei Tage sind zu kurz, um in die Tiefe zu gehen und konkret zu werden; vor allem d\u00fcrfen die Teilnehmenden nicht erwarten, dass das Orga-Team alle L\u00f6sungen auf dem Silbertablett serviert, denn alle sind gefordert. Hier muss der Konferenz und ihren Teilnehmenden ein grosses Lob f\u00fcr ihre Diskussions- und Konfliktkultur ausgesprochen werden. Eine Rednerin \u00e4usserte Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Entt\u00e4uschungen und negative Erfahrungen; wir sollten uns jedoch durch ideologische und politische Differenzen nicht entmutigen lassen, sondern sie zum Anlass nehmen, n\u00e4her zusammenzur\u00fccken, zu diskutieren und uns dabei gegenseitig zu transformieren. Widerspr\u00fcchen sollten wir nicht mit Spaltung begegnen, sondern mit sorgf\u00e4ltigem Zuh\u00f6ren und Solidarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Was nicht heisst, dass Homogenit\u00e4t angestrebt wird. Im Gegenteil: eine h\u00e4ufig geh\u00f6rte Redewendung war die \u201eEinheit in der Vielfalt\u201c (<em>unity in diversity<\/em>)<a href=\"#sdendnote5sym\" id=\"sdendnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a>. Wie John Holloway sagte, sollten wir unsere Fragmentierung \u00fcberwinden und einen gemeinsamen Boden finden, ohne in die <em>closure<\/em> (\u201eSchliessung\u201c) von politischen Parteien zu verfallen, sondern eine Organisierungsform finden, die \u201emit der Logik des Systems bricht\u201c, die versucht, den Menschen zuzuh\u00f6ren, und die \u201edie Wut und die Ideen von unten\u201c artikuliert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eUnser Hauptproblem ist die kapitalistische Moderne\u201c, rief eine sprechende Person allen in Erinnerung, \u201eund in diesem Punkt k\u00f6nnen wir einander vertrauen!\u201c Wie es mit der als langfristiges Projekt lancierten Peoples\u2019 Platform Europe weitergeht, wird sich in den n\u00e4chsten Monaten zeigen. Kontakte wurden gekn\u00fcpft, Arbeitsgruppen sind gebildet, einzelne Aktivit\u00e4ten angedacht oder bereits in Angriff genommen. Es wartet viel Arbeit auf alle \u2013 eine Arbeit, die angesichts der herrschenden Krisen keinen Aufschub duldet. Ein Redner der ADM fasste dieses Gef\u00fchl mit folgenden Worten zusammen: \u201eEine riesige und historische Verantwortung f\u00e4llt auf die Schultern von uns allen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>-md<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"799\" height=\"533\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_1.jpg\" alt=\"Sprechende Person mit langen blonden Haaren steht an einem Podest mit Mikrofonen und Monitoren, vor ihr ein prall gef\u00fcllter H\u00f6rsaal mit Galerie.\" class=\"wp-image-1129\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_1.jpg 799w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_1-300x200.jpg 300w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/ppe_1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 799px) 100vw, 799px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Blick von der B\u00fchne in den Saal. (Foto: Peoples&#8216; Platform Europe)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:32px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Website der Peoples\u2019 Platform Europe: <a href=\"https:\/\/peoplesplatform.net\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">peoplesplatform.net<\/a><\/em><br><em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/channel\/UC1H6B5ASSeJFZZZvJSHrkrg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video-Aufzeichnungen<\/a><\/em><br><em><a href=\"https:\/\/peoplesplatform.net\/pdfs\/booklet-looking-back-at-the-peoples-platform.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Booklet mit den Ergebnissen (PDF)<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdendnote1anc\" id=\"sdendnote1sym\">1<\/a> Auch wenn queere Themen nicht im Vordergrund standen, war z. B. an einer Stelle der Slogan \u201eFeminism is trans feminism, or it is not at all\u201c zu h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdendnote2anc\" id=\"sdendnote2sym\">2<\/a> Diese Analyse und Schlussfolgerung \u2013 dass sich demokratische, linke Gruppen und Organisationen vernetzen, organisieren und koordinieren sollen, um zu einer kollektiven Kraft zu werden, teilt \u00fcbrigens auch das Netzwerk f\u00fcr Kommunalismus mit seinem Vorschlag, einen \u201ekommunalistischen Pol\u201c in der linken, politischen Landschaft zu bilden und eine gemeinsame Stimme und Sichtbarkeit zu finden: <a href=\"https:\/\/kommunalismus.org\/?page_id=1012\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Grundlagentext<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdendnote3anc\" id=\"sdendnote3sym\">3<\/a> Empfehlenswert ist unter anderem die Webseite der <a href=\"https:\/\/democraticmodernity.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Akademie der Demokratischen Moderne<\/a>, dort sind viele Informationen zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdendnote4anc\" id=\"sdendnote4sym\">4<\/a> Dieser Text ist ein rein subjektiver R\u00fcckblick und erhebt weder Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit, noch den Anspruch, die Perspektive der Organisierenden, der Teilnehmenden oder der Konferenz als Ganzes zu repr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdendnote5anc\" id=\"sdendnote5sym\">5<\/a><em> <\/em><em>U<\/em><em>nity in diversity<\/em> meint eine \u201eEinheit in der Vielfalt\u201c, die mehr ist als als ein simpler Kompromiss zwischen unterschiedlichen Elementen. Das Verh\u00e4ltnis von Vielfalt und Einheit ist dialektisch zu verstehen. Bookchin schreibt zu dem auf Hegel zur\u00fcckgehenden Begriff folgendes: \u201eEinheit und Vielheit widersprechen einander nicht als logische Antinomien. Im Gegenteil, Einheit ist die Form der Vielheit, das Muster, das ihr Erkennbarkeit und Sinn verleiht und damit nicht nur ein vereinigendes Prinzip der \u00d6kologie, sondern von Vernunft selbst.\u201c (\u00d6kologie der Freiheit\u201c, Kapitel 11).<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDie Zeit ist gekommen, unsere K\u00e4mpfe zu organisieren!\u201c In dieser Absicht haben sich vom 14.\u201316. Februar 2025 in Wien rund 800 Delegierte von 160 demokratischen, revolution\u00e4ren Organisationen aus \u00fcber 35 Territorien zur ersten Konferenz der \u201ePeoples\u2019 Platform Europe\u201c getroffen. Wie geht es nach der Konferenz weiter? 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