{"id":1168,"date":"2025-04-18T09:05:00","date_gmt":"2025-04-18T09:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=1168"},"modified":"2025-04-18T09:05:00","modified_gmt":"2025-04-18T09:05:00","slug":"fruehling-des-libertaeren-munizipalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=1168","title":{"rendered":"Fr\u00fchling des Libert\u00e4ren Munizipalismus"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Ein B\u00fcndnis linker Organisationen ruft in Frankreich dazu auf, f\u00fcr die Kommunalwahlen 2026 libert\u00e4re munizipalistische Listen zu bilden. Ihr Programm: direktdemokratische Volksversammlungen, Konf\u00f6deration der Kommunen, soziale \u00d6kologie, Wiederaneignung der Allmende &#8230;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Das folgende <a href=\"https:\/\/offensive.eco\/pour-des-listes-municipalistes-libertaires-partout-en-france\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/offensive.eco\/pour-des-listes-municipalistes-libertaires-partout-en-france\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Communiqu\u00e9<\/a> ist am 16. Spril 2025 von L\u2019Offensive, PEPS, Saint\u00e9 Populaire, Nosotros Marseille, Haubourdin alternative citoyenne und NP2C ver\u00f6ffentlicht worden. \u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen: NfK<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr libert\u00e4re munizipalistische Listen \u00fcberall in Frankreich<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir, kommunalistische, \u00f6kologische, feministische, antirassistische und radikal linke Organisationen, rufen dazu auf, munizipalistische Listen f\u00fcr die Kommunalwahlen von 2026 zu bilden oder ihnen beizutreten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben einen Anstieg von faschistischen Ideen in der politisch-medialen Sph\u00e4re und eine noch nie dagewesene \u00f6kologische und soziale Krise. Im Angesicht dessen verweigern wir uns der Wahl zwischen der Verachtung der herrschenden Klasse und dem Verrat der \u201eRegierungslinken\u201c. Wir weigern uns ebenso, uns auf eine Position des passiven Widerstands einschr\u00e4nken zu lassen, ohne eine Alternative vorzuschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist deshalb dringend notwendig, einen emanzipatorischen Horizont zu skizzieren, ein ehrgeiziges Gesellschaftsprojekt zu schmieden, um unseren Planeten bewohnbar zu halten, die Ungleichkeiten verschwinden zu lassen und den Menschen zu erlauben, f\u00fcr sich selbst und durch sich selbst zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret bedeutet das, dass wir uns in allen St\u00e4dten und in allen D\u00f6rfern organisieren m\u00fcssen, um eine breite, vereinigte Front aufzubauen, die ein Programm der radikalen Ver\u00e4nderung entlang folgender Axen teilt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Direkte Demokratie<br><\/strong>Das Einsetzen von Volksversammlungen (<em>assembl\u00e9es populaires<\/em>), die f\u00fcr alle Einwohner*innen offen sind, in jeder Kommune, in jedem Stadtteil, Dorf oder Weiler, in denen die Entscheidungen ohne Delegation der Macht getroffen werden, nach dem Prinzip \u201e1 Person = 1 Stimme\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Konf\u00f6deration<br><\/strong>Die Kommunen sollen sich in einem konf\u00f6deralen System koordinieren, parallel zum staatlichen System, in dem jede Ebene (lokal, regional, national, kontinental \u2026) ihre Delegierten, die ans imperative Mandat gebunden und r\u00fcckrufbar sind, auf die n\u00e4chsth\u00f6here Ebene entsendet, um die Stimme ihres Kollektivs zu vertreten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Soziale \u00d6kologie<br><\/strong>Da die Ressourcen des Planeten begrenzt sind, m\u00fcssen die Produktionsmittel demokratisch verwaltet werden. Die Einwohner*innen sollen direkt und nach ihren realen Bed\u00fcrfnissen entscheiden, mit R\u00fccksicht auf Einschr\u00e4nkungen, die durch physikalische Gesetze und die Koexistenz mit anderen Tieren und Pflanzen gegeben sind, wie sie diese Ressourcen aufteilen, damit sie von gr\u00f6sstm\u00f6glichem Nutzen sind. Dies muss einhergehen mit einer Reduzierung der Produktion und mit einer drastischen Verbesserung ihrer Qualit\u00e4t.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Wiederaneignung der Allmende (<\/strong><em><strong>les communs<\/strong><\/em><strong>)<br><\/strong>Im Bereich der Stadtplanung (Gr\u00fcnfl\u00e4chen, Wohnungen, Verkehr) oder der Energie (Wasser) ist es auf kommunaler Ebene m\u00f6glich, Inseln des Widerstands gegen den kapitalistischen Raubbau zu bilden, der sich ohne Unterlass an den gemeinen G\u00fctern (<em>biens communs<\/em>) bedient.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Gerechte Verteilung des Reichtums und der Arbeitszeit<br><\/strong>Immer mehr zu arbeiten, um mehr zu produzieren und damit mehr zu verschmutzen, ist unhaltbar und f\u00fchrt uns direkt in die Katastrophe. Die Arbeitszeit muss reduziert werden und der Reichtum muss gerecht verteilt werden. Die krankhafte Akkumulation, die vom Kapitalismus gef\u00f6rdert wird, soll verboten werden, und das Einkommen jener, welche die schwersten oder n\u00fctzlichsten Arbeiten verrichten, darf maximal zehn Mal so hoch sein wie dasjenige der \u00fcbrigen Einwohner*innen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Feminismus, Antirassismus und Dekolonisierung<br><\/strong>Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, herkunft oder auch Religion muss abgeschafft werden. Um dies zu erreichen, ist es absolut notwendig, der ganzen Diversit\u00e4t der repr\u00e4sentierten Bev\u00f6lkerung die Macht zur\u00fcckzugeben. Alle Mandate m\u00fcssen deshalb mindestens zu 50 Prozent durch Frauen besetzt werden und die Diversit\u00e4t der repr\u00e4sentierten Bev\u00f6lkerung ber\u00fccksichtigen. Gleichzeitig muss eine echte Strategie f\u00fcr den Kampf gegen Diskriminierung entwickelt werden, die auf der lokalen Ebene beginnt, mit Pr\u00e4vention, Sensibilisierung und direkten Interventionsm\u00f6glichkeiten im Fall von rassistischen oder sexistischen Handlungen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dieses Gesellschaftsmodell, das von dem Philosophen Murray Bookchin theoretisiert wurde, mag utopisch erscheinen, aber mehrere Beispiele beweisen das Gegenteil. Es funktioniert seit \u00fcber zehn Jahren in Rojava (Nordsyrien) seit der Befreiung von Daesh durch kurdische Kr\u00e4fte und ihre fortschrittlichen Verb\u00fcndeten; und seit 1994 in einer anderen Form in Chiapas in Mexiko. N\u00e4her bei uns, hat es auch in Frankreich funktioniert, zur Zeit der Pariser Kommune.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Text ist eine Roadmap (<em>feuille de route<\/em>) und ein geteilter Befund, aber jede lokale Situation ist verschieden: in Bezug auf Gr\u00f6sse, geografische Situation, historischen und sozialen Kontext, administrative Situation (Grossst\u00e4dte, l\u00e4ndliche Gegenden, Interkommunalit\u00e4t etc.). Deshalb sollte die politische, technische, aber auch strategische Umsetzung jeweils angepasst werden, damit sie m\u00f6glichst nah bei den Bed\u00fcrfnissen der Einwohner*innen ist und nicht ein rigides Modell, das von oben auferlegt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir rufen deshalb dazu auf, \u00fcberall, wo es m\u00f6glich ist und ohne weiter abzuwarten, libert\u00e4re munizipalistische Listen zu schaffen oder Allianzen beizutreten, die es erlauben, die Voraussetzungen f\u00fcr Kommunalismus und soziale \u00d6kologie einzuf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstunterzeichnende: l\u2019Offensive, PEPS, Saint\u00e9 Populaire (Saint-\u00c9tienne), collectif Nosotros (Marseille), Oh les coeurs O.L.C (Haubourdin), Action Antifasciste NP2C (Nord Pas-de-Calais)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein B\u00fcndnis linker Organisationen ruft in Frankreich dazu auf, f\u00fcr die Kommunalwahlen 2026 libert\u00e4re munizipalistische Listen zu bilden. 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