{"id":120,"date":"2020-06-25T15:35:44","date_gmt":"2020-06-25T13:35:44","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkkommunalismus.wordpress.com\/?p=120"},"modified":"2020-06-25T15:35:44","modified_gmt":"2020-06-25T13:35:44","slug":"frauenstreik-klimastreik-und-black-lives-matter-von-hierarchien-kommunalismus-und-sozialer-okologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=120","title":{"rendered":"Frauen*streik, Klimastreik und Black Lives Matter &#8211; von Hierarchien, Kommunalismus und Sozialer \u00d6kologie"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1.4;\"><em>Basierend auf dem Webinar vom 11.06.2020 \u201cKommunalismus und Soziale \u00d6kologie\u201d und in in Vorbereitung darauf ist folgender Grundlagentext entstanden, welcher sich anhand der kommunalistischen Theorie mit den Gemeinsamkeiten verschiedener sozialen Bewegungen auseinandersetzt und die Vision einer nachhaltigen und egalit\u00e4ren Gesellschaft zeichnet.<br>Link zum aufgenommenen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HQzAfpTGOT4\" target=\"_blank\">Webinar<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/screenshot-from-2020-06-25-15-49-18.png?w=751\" alt=\"\" class=\"wp-image-147\" width=\"758\" height=\"382\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Strasse und fordern ein lebenswertes und gerechtes Leben ein. Die Proteste sind vielf\u00e4ltig und divers. Um nur einige Beispiele zu nennen: In Amerika, ausgehend von Minneapolis, wird gegen seit Jahrhunderten andauernden strukturellen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. In Chile wurde und wird weiterhin gegen steigende Ungleichheit, staatliche Repression und steigende Lebenskosten protestiert. In Rojava rebellierten vor allem die Kurden und bauten eine neue Gesellschaft auf. In der Schweiz gingen im Rahmen der Klima- und Frauen*streiks Hunderttausende Menschen auf die Strassen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch was verbindet all diese verschiedenen Protestbewegungen und K\u00e4mpfe? Es gibt einen gemeinsamen Nenner, der sich durch all diese emanzipatorischen Bewegungen zieht. Alle diese K\u00e4mpfe sind n\u00e4mlich eine Form von Widerstand gegen Hierarchien und gegen hierarchische Beziehungen zwischen Menschen, die dazu f\u00fchren, dass eine Gruppe von Menschen eine andere unterdr\u00fcckt und beherrscht. Die verschiedenen Beispiele zeigen klar, dass sich Hierarchie je nachdem in der erfahrenen Realit\u00e4t anders manifestiert. Oftmals werden auch Menschen oder Menschengruppen auf mehrere Arten und Weisen durch hierarchische Verh\u00e4ltnisse unterdr\u00fcckt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw6.png?w=819\" alt=\"\" class=\"wp-image-128\" width=\"281\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw6.png 1200w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw6-240x300.png 240w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw6-819x1024.png 819w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw6-768x960.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Soziale \u00d6kologie, eine von Murray Bookchin begr\u00fcndete Theorie, analysiert dieses Problem und bietet eine gesamthaft koh\u00e4rente Sichtweise, welche die historische Entwicklung und das Aufkommen von Hierarchien sowie dessen Einzug in immer mehr Lebensaspekte aufzeigt. Sie zeigt auch auf, wie es dazu kam, dass der Mensch begonnen hat, die Natur und die Umwelt auszubeuten. Die soziale \u00d6kologie sagt klar, dass alle Formen von Hierarchien abgebaut werden m\u00fcssen, damit eine \u00f6kologische Gesellschaft geschaffen werden kann. Dazu schl\u00e4gt sie den Kommunalismus und damit verbunden den libert\u00e4ren Munizipalismus als Vision einer Gesellschaft vor, die diese Ideale realisiert. Aber nochmals zur\u00fcck zum Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1.5;\"><strong>Was ist eine Hierarchie genau?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"line-height:1.5;\">Eine Hierarchie kann definiert werden als eine institutionalisierte Form von Zwang und Gehorsam. Institutionalisiert bedeutet hier, dass gewisse Verhaltensweisen zur Norm werden und in Verhaltensmustern entweder bewusst oder unbewusst reproduziert werden. Das heisst, dass eine Person oder Gruppe aufgrund eines bestimmten Merkmals entweder strukturell benachteiligt wird oder einen strukturellen Vorteil gegen\u00fcber anderen hat. Sie ist strukturell, denn eine Unterdr\u00fcckung existiert bei Hierarchien nicht bloss im Moment, sondern folgt einem gewissen Muster und zeigt sich somit immer wieder und in verschiedenen Lebensbereichen und Situationen. Nur weil eine Person eine gr\u00f6ssere Verantwortung als eine andere Person oder aufgrund ihrer Erfahrung mehr Einfluss in einer Entscheidungsfindung hat, muss das aber nicht zwingend eine hierarchische (alsoinstitutionalisierte) Beziehung\/Unterdr\u00fcckung sein. Es kann aber nat\u00fcrlich sein, dass hierarchische Strukturen solche Unterschiede in Verantwortung, Wissen oder Erfahrung verst\u00e4rken und konditionieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierarchien sind ein abstraktes Konzept und k\u00f6nnen sich symptomatisch in verschiedensten Lebensbereichen und zwischen verschiedensten Bev\u00f6lkerungsgruppen zeigen. Dies sowohl auf einer Makroebene in gesellschaftlichen Systemen und Subsystemen, aber auch auf der sogenannten Meso-Ebene in Institutionenen, z.B Schulen, Organisationen, etc. oder auf der Mikroebene von individuellem Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1600\" height=\"1132\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw7-1.png?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-138\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw7-1.png 1600w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw7-1-300x212.png 300w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw7-1-1024x724.png 1024w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw7-1-768x543.png 768w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw7-1-1536x1087.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Verlaufe der letzten 50-100 Jahren wurden Hierarchien immer weniger offen sichtbar. Sie sind aber trotzdem noch sehr pr\u00e4sent, vor allem in der Kultur, wie wir miteinander umgehen oder sozialisiert werden aber auch unbewusst, wie wir laufen, denken, sprechen und unsere Gef\u00fchle ausdr\u00fccken. Dies f\u00fchrt zu einer Verwischung oder Leugnung von Hierarchien. Es wirkt in der heutzutage nicht gut f\u00fcr das Image, wenn Hierarchien zu offensichtlich sind. So sind zum Beispiel Chefinnen in Konzernen viel kollegialer gegen\u00fcber den Angestellten als noch vor einem Jahrhundert; man duzt sich oder hat das B\u00fcro im gleichen Raum. Die strukturell gest\u00fctzten Machtunterschiede werden dadurch nicht anerkannt. Dies obwohl nat\u00fcrlich noch immer der*die Chef*in das letzte Wort und am meisten Einfluss in der Entscheidung hat. Eine weitere Eigenschaft von Hierarchien, ist deren \u00dcberschneidung und \u201cStapelung\u201d. Das f\u00fchrt zu Diskriminierungsformen, mit mehr als einer Hierarchie als Ursache. Betreffende Individuen werden dabei st\u00e4rker und in mehreren Lebensbereichen marginalisiert. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung von Hierarchien in unserer Gesellschaft l\u00e4sst sich in der Geschichte relativ weit zur\u00fcckf\u00fchren. Die ersten Formen davon sind gerontokratisch &#8211; das heisst, eine Dominierung von \u00e4lteren Menschen \u00fcber j\u00fcngeren. Die Anthropologie zeigt auf, wie die Stammes\u00e4ltesten mehr Macht erhielten und sp\u00e4ter Schamanen und Priester aufkamen, die sich mit den physisch starken Kriegern verb\u00fcndeten. Mit der Zeit fand eine Maskulinisierung der Kultur statt: Die Frauen* wurden in die private Sph\u00e4re verbannt, w\u00e4hrend die \u00f6ffentliche, m\u00e4nnlich dominierte Sph\u00e4re mit zunehmenden Konflikten an Wichtigkeit gewann. So entstand die Unterdr\u00fcckung von Frauen* durch M\u00e4nner. Bald kamen K\u00f6nige und staats\u00e4hnliche Gebilde, welche existierende Formen der Dominanz professionalisierten und zu deren Aufrechterhaltung dienten. Nach Sklaverei und Feudalismus kommt das Zeitalter des Kapitalismus, welches mit Klassen wieder eine neue Form von Hierarchie schafft, n\u00e4mlich die Dominanz von Privateigent\u00fcmerinnen gegen\u00fcber den Arbeiter*innen. Wir sehen also, die Entstehung und Festigung verschiedener Arten von Hierarchien geht teilweise sogar Jahrtausende zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie manifestieren sich Hierarchien konkret in den aktuellen K\u00e4mpfen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele der aktuellen Protestbewegungen sind eine Form von Widerstand gegen Hierarchien. Im folgenden gehen wir oberfl\u00e4chlich auf einige Beispiele ein. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bez\u00fcglich Rassismus in den USA verlinken wir ein englisch-sprachiges Youtube-Video. Darin beschreibt Kali Akuno, einer der Mitbegr\u00fcnder von Cooperation Jackson, einem emanzipatorischen Wirtschaftsprojekt in Jackson, einer Stadt im S\u00fcden Amerikas. Er beschreibt wie er sich f\u00fchlt, wenn er auf die Ost-Seite des Flusses geht, wo haupts\u00e4chlich weisse Menschen wohnen, im Vergleich zu der West-Seite, wo haupts\u00e4chlich Schwarze Menschen wohnen. <br>Link zum <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=36UcFcxCckM\" target=\"_blank\">Video<\/a> \u200b  <br>Von uns aus dem Englischen \u00fcbersetztes Zitat aus dem Video: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201cEs gibt keine Illusionen dar\u00fcber, ob gewisse Menschen auf der anderen Seite des Flusses mich \u00fcberhaupt als Mensch betrachten, aber sie machen es meistens ziemlich klar, dass sie es nicht tun. Und falls und wenn sich die Dinge \u00e4ndern, werden sie mich wieder Baumwolle pfl\u00fccken lassen oder etwas anderes pfl\u00fccken lassen, das ist sehr klar und offensichtlich, sie verstecken es nicht, sie verbergen es nicht, sie setzen keine Maske auf, es ist sonnenklar.\u201d <\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dem Ende des klassischen Kolonialismus und der B\u00fcrgerrechtsbewegung und der damit einhergehenden Aufhebung der offensichtlichsten Formen von Rassismus und Unterdr\u00fcckung wie z.B. die Sklaverei, gibt es noch immer strukturellen Rassismus, der People of Colour und vor allem Schwarze in etlichen Lebensbereichen essentiell benachteiligt. Das aktuell sichtbarste Beispiel daf\u00fcr ist wohl die Polizei, gerade jetzt mit den Protesten in den USA aber auch auf der ganzen Welt. Es sind gr\u00f6sstenteils weisse Personen Polizist*innen. Schwarze Menschen sind dann ihrem Zwang ausgesetzt und m\u00fcssen gehorchen, wobei sie nicht wie weisse Menschen auf das Gesetz vertrauen k\u00f6nnen, sondern sie sind der Willk\u00fcr der Polizei ausgesetzt. Auch das Patriarchat ist eine Form von Hierarchie und hat eine jahrhundertealte Tradition. Das Wort \u201cPatriarchat\u201d kommt aus dem griechischen und bedeutet \u201cDominanz von V\u00e4tern\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Patriarchat ist heute ausgeweitet auf die Dominanz von m\u00e4nnlich sozialisierten Personen \u00fcber weiblich sozialisierte Personen in allen m\u00f6glichen Gesellschaftssituationen. Die Hierarchie \u00e4ussert sich dadurch, dass weiblich sozialisierte Personen Diskrimination, Ausbeutung und Zwang m\u00e4nnlich sozialisierter Personen ausgesetzt sind. Dies passiert zum Beispiel in Form von sexueller Bel\u00e4stigung in der \u00d6ffentlichkeit, im noch immer sehr existenten Lohnunterschied oder durch h\u00e4usliche Gewalt. Auch m\u00e4nnlich-sozialisierte Personen sind im Patriarchat verschiedensten Zw\u00e4ngen ausgesetzt. So funktioniert das Patriarchat durch eine bin\u00e4re Rollenverteilung, welche tief im kulturellen Verst\u00e4ndnis verankert ist und auch Nachteile einer m\u00e4nnlichen Sozialisierung zur Folge hat. So m\u00fcssen betroffene Personen gewissen \u201cm\u00e4nnlichen\u201d Standards gerecht werden oder sind nicht in der Lage ihre eigene Pers\u00f6nlich auszuleben. Das Patriarchat ist somit eine Dominierung von \u201cMann\u201d \u00fcber \u201cFrau\u201d und \u201cMann\u201d \u00fcber \u201cMann\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Proteste in Chile in den letzten Jahren richteten sich anf\u00e4nglich gegen \u00f6konomische Ungleichheit. Der Ausl\u00f6ser waren die hohen Preisen f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Verkehr und allgemein hohe Lebenskosten. Grosse Teile der Bev\u00f6lkerung sind \u00f6konomisch benachteiligt, was weitere sozio\u00f6konomische Folgen nach sich zieht. Zum Beispiel haben die Menschen weniger Zugang zum Gesundheitssystem oder zur Altersvorsorge. Sehr viele Lebensgrundlagen sind privatisiert, so z. B. fast die ganze Wasserversorgung. Diese Situation ist massgeblich auf die neoliberale Politik in Chile zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Verfassung ist, trotz einigen Anpassungen, immer noch diejenige aus der Zeit der Diktatur. Aus dem anfangs \u00f6konomisch motivierten Protest wurde somit auch ein politischer Protest nach mehr Demokratie und einer neuen Verfassung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rassismus, das Patriarchat sowie politische und \u00f6konomische Dominanz, wie wir sie z.B. in Chile haben, sind drei der bekannteren Formen von Hierarchie. Doch es gibt noch etliche andere Bereiche, wo sich die gleichen Strukturen zeigen und hierarchische Unterdr\u00fcckung passiert. Einige Beispiele w\u00e4ren die Diskriminierung von Queeren Menschen, die von jungen Menschen durch \u00c4ltere oder Ableismus. Am konkreten Beispiel wird auch die \u00dcberschneidung von verschiedenen Hierarchieformen verst\u00e4ndlicher. Eine Person, welche gleichzeitig dunkelh\u00e4utig und weiblich gelesen ist, erf\u00e4hrt eine verst\u00e4rkte Form von Diskriminierung. Einerseits in mehr Lebensbereichen, vor allem aber auch weil die Diskriminierung st\u00e4rker passiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Ist auch d<\/strong>i<strong>e Ausbeutung der Natur eine Form von Hierarchie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mensch und Natur werden im allgemeinen Diskurs als zwei grundverschiedene Kategorien betrachtet. Auf der einen Seite die unber\u00fchrte, wilde, manchmal gef\u00e4hrliche Natur, auf der anderen Seite der Mensch als rational denkendes, aktiv handelndes und zivilisiertes Wesen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Trennung ist der Mensch Subjekt und die Natur Objekt. Der Mensch denkt und handelt, die Natur ist passiv: Sie ist das Forschungsobjekt, sie ist das romantische Anschauungsobjekt, eine Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr unsere W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume (z. B. der Wald als Erholungsraum); und sie ist auch der Ort, wo sich die sogenannten \u201cnat\u00fcrlichen Ressourcen\u201d absch\u00f6pfen lassen. Diese Trennung des Menschen als \u00fcber der Naturimpliziert eine hierarchische Beziehung, die es auch \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht, die Natur auszubeuten. Der Mensch versucht also, eine Hierarchie \u00fcber die Natur herzustellen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch diese Vorstellung von Mensch und Natur als zwei grundverschiedene Kategorien ist nicht nur problematisch, sondern ein Kurzschluss. So ist der Mensch selber ein Teil der Natur und hat sich im Verlauf der Evolution aus ihr entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Woher kommt also diese Vorstellung, dass Mensch und Natur \u201cgetrennt\u201d sind?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Murray Bookchin, Begr\u00fcnder der sozialen \u00d6kologie, kommt zu folgendem Schluss: Erst als sich gesellschaftliche, soziale Hierarchien bildeten, wurde die Idee, dass es eine Hierarchie \u201cMensch \u00fcber Natur\u201d geben k\u00f6nnte, \u00fcberhaupt denkbar. Vorher w\u00e4re es den Menschen gar nicht in den Sinn gekommen, so etwas zu denken, weil es keinen Sinn gemacht h\u00e4tte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Schluss folgt aus einer historischen Analyse von gesellschaftlichen Entwicklungen. Hier m\u00f6chten wir nur einen kurzen Einblick geben.Wichtig sind vor allem zwei Erkenntnisse: Einerseits war die Ausbeutung der Natur erst m\u00f6glich, weil sich soziale Hierarchien in der Gesellschaft entwickelten. Andererseits ist die Ausbeutung der Natur ein Mittel, um soziale Hierarchien zu erhalten und zu festigen. Es ist n\u00f6tig, dass sich das hierarchische System selber aufrecht erh\u00e4lt. damit es fortbestehen kann. Ein Beispiel daf\u00fcr sind zum Beispiel Minenarbeiter*innen im sogenannten globalen S\u00fcden, die durch die Umweltzerst\u00f6rung noch st\u00e4rker unterdr\u00fcckt werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Klimakrise basiert auf einer Form von Ausbeutung &#8211; n\u00e4mlich die der Natur &#8211; und ist somit auf die gleiche Problemstruktur &#8211; auf Hierarchien &#8211; zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Klimabewegung ist damit auch ein Ausdruck von Widerstand gegen hierarchische Verh\u00e4ltnisse. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klimakrise kann deswegen nicht bloss durch technischen Fortschritt \u00fcberwunden werden. Die soziale \u00d6kologie kommt zum Schluss, dass eine langfristige \u00f6kologische und nachhaltige Gesellschaft nur existieren kann, wenn alle sozialen Hierarchien abgebaut werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201cWas die Menschen zu \u2018Fremden\u2019 in der Natur gemacht hat, ist ein sozialer Wandel, der viele Menschen zu \u2018Fremden\u2019 in ihrer eigenen sozialen Welt gemacht hat: Die Beherrschung (Domination) der Jungen durch die Alten, der Frauen durch die M\u00e4nner, und der M\u00e4nner durch andere M\u00e4nner. [\u2026] Bis die Gesellschaft von einer ungeteilten Menschheit zur\u00fcckerobert werden kann, die ihr kollektives Wissen, kulturelle Errungenschaften, technische Innovationen, wissenschaftliches Wissen, und angeborene Kreativit\u00e4t zugunsten von sich selbst und zugunsten der Natur benutzen wird, so lange werden alle \u00f6kologischen Probleme ihre Wurzeln in sozialen Problemen haben.\u201d (Murray Bookchin)<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6kologie, wie sie von Social Ecology her gedacht wird, m\u00f6chte diese Hierarchien \u00fcberwinden. Das Ziel ist, Menschheit und Natur re-harmonisieren, also wieder in Einklang bringen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Murray Bookchin verwendet die Begriffe \u201cfirst nature\u201d und \u201csecond nature\u201d: Der Mensch ist in der \u201cfirst nature\u201d verankert: er ist ein Naturwesen, ein biologischer Organismus, der im Laufe der Evolution aus der Natur heraus entstanden ist. Aber der Mensch hat auch eine \u201csecond nature\u201d, das ist sein ganzes kulturelles, soziales, zivilisatorisches Leben. Anders als das Gegensatzpaar Natur-Kultur bezeichnen die Begriffe \u201cfirst nature\u201d &#8211; \u201csecond nature\u201d nicht eine Trennung, sondern einen fliessenden \u00dcbergang. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Evolution funktioniert \u00fcber das Prinzip der Adaption: Die Umgebung ver\u00e4ndert sich und \u00fcber die Jahre und Generationen hat das einen Einfluss auf die Spezies, welche sich dieser Ver\u00e4nderung anpasst. Mit der Entwicklung des Menschen und second nature wird \u200b diese Funktionsweise immer weniger bedeutend. Der Mensch ist in der Lage, kreativ zu werden, sich selber und auch die Umwelt langfristig zu ver\u00e4ndern. Der Mensch ist in der Lage \u00fcber diesen Umstand nachzudenken und kann \u00fcber sich selber und die restliche Natur reflektieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Subjektivit\u00e4t hat sich im Lauf der Evolution entwickelt, bis hin zum menschlichen Bewusstsein. Social Ecology setzt nicht mehr Subjekt gegen Objekt, sondern sieht Subjektivit\u00e4t bereits in der Natur angelegt. Der Mensch ist ein Ausdruck davon, dass die Natur in ihrer Entwicklung sich selber bewusst und frei wird. Der Mensch kann also die Umgebung und Umwelt anpassen und dies auf reflektierte Weise und in Harmonie mit der Natur machen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ethisch handeln heisst aus Sicht von Social Ecology, der nat\u00fcrlichen Entwicklung zur Freiheit hin ihren Lauf zu lassen. Alles, was zu mehr Komplexit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Freiheit f\u00fchrt, ist ethisch gut. Ethisch ist zum Beispiel, nachhaltig mit der Natur umzugehen. Unethisch ist es, sie zu zerst\u00f6ren, um Profit zu machen. Monokultur ist unethisch, nicht nur weil sie den Boden kaputt macht, sondern auch, weil sie die Biodiversit\u00e4t verringert. Karbon-basierte Wirtschaft ist unethisch, weil sie eine endliche Ressource ausbeutet und immer wieder Diversit\u00e4t zerst\u00f6rt, z. B. durch \u00d6lkatastrophen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Social Ecology sagt aber nicht, dass wir in einen primitiven Zustand zur\u00fcckkehren sollen. Wir sollen nicht auf alle Technik verzichten und wieder zu H\u00f6hlenbewohner*innen werden. Im Gegenteil: Es ist unsere Aufgabe, Verantwortung f\u00fcr uns UND die Natur zu \u00fcbernehmen und sicherzustellen, dass beide in Einklang leben k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen Stadt und Land wieder ins Gleichgewicht bringen, so dass beide davon profitieren. Die \u201cunber\u00fchrte Natur\u201d gibt es heute fast nirgends mehr, sie ist ein Mythos. Menschen leben an fast allen Orten der Erde, sogar auf vor wenigen Hundert Jahren noch unbewohnten Inseln. Zu fordern, die Menschen m\u00fcssen von dort verschwinden, w\u00e4re deplatziert. Ob es ein \u00f6kologischer Gewinn w\u00e4re, sei dahingestellt, aber es w\u00e4re sicher nicht menschenfreundlich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Soziale \u00d6kologie macht auf die vielf\u00e4ltigen und komplexen Beziehungen in der Natur und innerhalb von \u00d6kosystemen aufmerksam. Gegenseitige Beziehungen wie Symbiose oder Komplementarit\u00e4t: Spezies k\u00f6nnen nebeneinander leben und einander sogar gegenseitig helfen. Bei niedrigen Organismen ist das reine Adaption, aber bei Lebewesen mit h\u00f6herer Intelligenz kommt immer mehr Kreativit\u00e4t ins Spiel.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw8.png?w=695\" alt=\"\" class=\"wp-image-131\" width=\"406\" height=\"294\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw8.png 695w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw8-300x218.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 406px) 100vw, 406px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Social Ecology sagt, wenn das alles schon in der Natur angelegt ist, dann ist es m\u00f6glicherweise ein Potenzial, das sich auch in der menschlichen Gesellschaft realisieren k\u00f6nnte. Weil ja die second nature aus der first nature folgt. M\u00f6glicherweise k\u00f6nnen die Menschen ihr Zusammenleben nicht nach der Logik von Egoismus und Markt organisieren, sondern im Sinn von Symbiose, Kooperation und gegenseitiger Hilfe. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf diesem Fundament begr\u00fcndet Social Ecology also, dass die Gesellschaft eine freie Gesellschaft sein soll. Social Ecology ist gegen jede Form von Unterdr\u00fcckung und Hierarchie. Und nur eine freie Gesellschaft kann auch eine \u00f6kologische Gesellschaft sein. Eine hierarchische Gesellschaft muss ihre sozialen Gegens\u00e4tze aufrecht erhalten, wie auch der Kapitalismus das st\u00e4ndige Wachstum aufrechterhalten muss. Erst wenn eine Gesellschaft diese sozialen Zw\u00e4nge nicht mehr hat, ist sie auch nicht mehr dazu getrieben, die Natur auszubeuten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die grunds\u00e4tzliche Problemstruktur ist also klar: Soziale Hierarchien sind tief in unserer Gesellschaft verankert und \u00e4ussern sich symptomatisch in verschiedensten Formen und Ausmassen. Etliche &#8211; wenn nicht sogar alle &#8211; prominenten Konflikte und Ungerechtigkeiten sind ein Ausdruck dieser Problemstruktur. Diese Analyse entspricht auch dem Verst\u00e4ndnis des sozialen Anarchismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Was ist die Alternative? Wie funktioniert eine Gesellschaft, die den Anspruch hat, keine hierarchische Strukturen zu haben?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um eine Ver\u00e4nderung zu bewirken und dieses System zu Wandeln, ist es notwendig eine real-m\u00f6gliche Alternative zu entwerfen, die eine Richtung weisen kann. Wir sind also mit der Herausforderung konfrontiert, eine Vision der neuen, egalit\u00e4ren und \u00f6kologischen Welt zu schaffen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bookchin, der Begr\u00fcnder der sozialen \u00d6kologie, bezeichnete sich fr\u00fcher einmal als Anarchist. Speziell an der sozialen \u00d6kologie im Vergleich zum Anarchismus ist vor allem die Erweiterung mit der \u00f6kologischen Thematik und das damit verbundene Menschenbild und die Philosophie. Die soziale \u00d6kologie geht aber noch in anderen Bereichen weiter als viele Str\u00e4nge des Anarchismus und erg\u00e4nzt diese. Der Anarchismus ist oftmals eine Anti-Haltung, zeichnet sich also vor allem durch eine Ablehnung des Status Quo und der existierenden Strukturen aus. In der Anarchistischen Praxis existiert oftmals &#8211; wenn auch nicht immer- eine gewisse Ablehnung von Organisation, in der Angst, dass diese einschr\u00e4nkend wirken und zu Hierarchien f\u00fchren. Diese Vorstellung kommt vor allem aus dem individualistischen Anarchismus, der die Freiheit des Individuums an erste Stelle setzt. Ohne Strukturen oder klare Organisationsform werden jedoch reale Unterschiede zwischen Individuen verschleiert, statt diese zu anerkennen und dagegen vorzugehen. Somit wird riskiert, dass in der Gesellschaft existierende Hierarchien reproduziert werden. Eine solche Ablehnung von Strukturen macht es schwierig, eine gesamtgesellschaftliche Vision zu entwickeln, die eine reale Alternative zum existierenden System bietet. Viele Grundgedanken und Ans\u00e4tze aus dem Anarchismus bieten aber ein gutes Fundament f\u00fcr weiterf\u00fchrende \u00dcberlegungen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Murray Bookchin kam aus dem sozialen Anarchismus. Bookchin betonte die Gemeinschaft, nicht den Individualismus. Das bedingt einen anderen Freiheitsbegriff. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Suche nach Alternativen, bieten die bereits angesprochenen sozialen Bewegungen einen vielversprechenden Anhaltspunkt. Heutzutage zeichnen sich soziale Bewegungen durch die Anstrebung von non-hierarchische Strukturen, durch dezentrale sowie basisdemokratische Funktionsweisen oder neue Prozesse zur Entscheidungsfindung aus. Viele experimentieren mit verschiedenen Formen der Organisation und versuchen so, in der eigenen Struktur nicht die hierarchischen Muster der Gesellschaft zu reproduzieren. Occupy Wall Street hat das Konzept der Vollversammlung popul\u00e4r gemacht und die feministische Bewegung in der Schweiz hat es geschafft, trotz hoher Dezentralit\u00e4t und Anonymit\u00e4t eine geeinte Schlagkraft zu entwickeln. Durch die Corona-Krise wurden die Nachbarschaft und kommunale Umgebung viel wichtiger und zeigten den Wert von solidarischen und lokalen Strukturen auf. Nicht nur heute, sondern auch in der Vergangenheit finden wir verschiedenste Beispiele f\u00fcr kommunale Strukturen, welche sich meistens an St\u00e4dten orientierten und probierten in basisdemokratischen Versammlungen Entscheidungen zu treffen. Ein Beispiel ist die Kommune in Paris nach der franz\u00f6sischen Revolution. Diese Versuche und Ans\u00e4tze k\u00f6nnen eine Inspiration daf\u00fcr sein, wie sich diese Anspr\u00fcche auf die gesamte Gesellschaft \u00fcbertragen lassen k\u00f6nnten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier kommt der Kommunalismus ins Spiel. Das Wort \u201cKommunalismus\u201d ist ein \u00dcberbegriff und zeichnet das Bild einer rationalen, basisdemokratischen und \u00f6kologischen Gesellschaft, die soziale Hierarchien abbaut und das Ziel einer freien Gemeinschaft verfolgt. Der Kommunalismus integriert einerseits verschiedene Teile aus dem Anarchismus und dem Marxismus &#8211; wie zum Beispiel die Ablehnung des Nationalstaats des Anarchismus oder die Opposition zu Privateigentum der Produktionsbedingungen des Marxismus &#8211; und umfasst eine ganze Philosophie und Analyse &#8211; n\u00e4mlich die sozialen \u00d6kologie &#8211; sowie eine Theorie und Strategie zum Wandel, auf die wir sp\u00e4ter noch eingehen werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der libert\u00e4re Munizipalismus. Dieser beschreibt konkrete politische Projekte und die Struktur einer basisdemokratischen Gesellschaft, in der Prozesse m\u00f6glichst darauf ausgerichtet sind, Hierarchien abzubauen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um den libert\u00e4ren Munizipalismus zu verstehen, ist es wichtig, den Unterschied zwischen Staat und Politik anzubringen. Im heutigen Verst\u00e4ndnis sind diese beiden Konzepte zusammengewachsen und nur schwer voneinander zu trennen. Beziehungsweise entspricht unser Verst\u00e4ndnis von Politik eigentlich dem Verst\u00e4ndnis von Staat. Der Staat ist ein Apparatus, bestehend aus verschiedensten Institutionen wie zum Beispiel der Polizei, dem Milit\u00e4r oder dem Parlament, aber auch aus weiteren b\u00fcrokratischen und administrativen Strukturen. Historisch gesehen &#8211; in der Entwicklung von Politik und Staat &#8211; war diese Fusion aber nicht immer so. Erst im Verlaufe der Zeit wurde die Politik langsam vom Staat absorbiert. Diese zwei Konzepte erneut voneinander gel\u00f6st werden um eine rationale und vor allem \u00f6kologische Gesellschaft zu erschaffen. Die Grundlage des libert\u00e4ren Munizipalismus liegt dementsprechend eine neue Interpretation und Definition davon, was Politik wirklich ist. Diese basiert auf dem Politikverst\u00e4ndnis des antiken Griechenland, in welchem die \u00f6ffentliche Sph\u00e4re zentral war. Janet Biehl, Autorin, Aktivistin und langj\u00e4hrige Partnerin von Murray Bookchin, sagt dazu folgendes (\u00fcbersetzt aus dem Englischen):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201c\u200b Das Ziel des libert\u00e4ren Munizipalismus ist die Wiederbelebung der \u00f6ffentlichen Sph\u00e4re, die immer st\u00e4rker verloren geht, und dessen Verwandlung in eine politische Sph\u00e4re zu erreichen. Das Ziel ist es, aus passiven W\u00e4hlern aktive \u201cB\u00fcrger\u201d hervorbringen und sie mit einem politischen Kontext ausstatten, in dem sie wahrhaft bedeutungsvolle Auswahlm\u00f6glichkeiten haben.\u201d<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Begriff \u201cB\u00fcrger\u201d ist hier nicht das exkludierende Konzept der Staatsapparate gemeint, sondern eine B\u00fcrger*in als Teil einer Gemeinschaft. Menschen, die nur ein paar Mal im Jahr w\u00e4hlen k\u00f6nnen &#8211; falls \u00fcberhaupt &#8211; sollen Teil des politischen Verst\u00e4ndnisses werden (\u00fcbersetzt aus dem Englischen):<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201c\u200b Der libert\u00e4re Munizipalismus zielt darauf ab, diesen Kontext zu schaffen, indem die Macht der Menschen in Nachbarschaftsversammlungen und Stadtversammlungen institutionalisiert wird. In einem sehr radikalen Sinne geht der libert\u00e4re Kommunalismus zur\u00fcck zu den eigentlichen Wurzeln der Politik, um die direkte Demokratie wiederzubeleben und auszuweiten, zusammen mit den rationalen und ethischen Tugenden und Praktiken, die sie unterst\u00fctzen&#8220;. (Die Politik der sozialen \u00d6kologie, Janet Biehl)<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konkret ist der Grundpfeiler des libert\u00e4ren Munizipalismus ist die Stadt oder Gemeinde als wichtigste Ebene der Politik. In basisdemokratischen Treffen wird die Stadt gemeinsam von den Anwohnerinnen verwaltet. Das wird erg\u00e4nzt durch kleinere Versammlungen in allen Nachbarschaften, welche die Angelegenheiten auf dieser lokalen Ebene handhaben k\u00f6nnen und gleichzeitig ein Gef\u00e4ss sind um Diskussionen zu f\u00fchren und Wissen auszutauschen. Hier wird das Prinzip der Subsidiarit\u00e4t konsequent umgesetzt. Alle Angelegenheiten sollten auf der Ebene diskutiert und entschieden werden, wo sie Auswirkungen haben. Dieverschiedenen Gemeinden, aber auch lokalen Versammlungen sind in einer Konf\u00f6deration organisiert. Das heisst, es werden Mandatstr\u00e4gerinnen demokratisch bestimmt, welche die Versammlung bei Angelegenheiten eines gr\u00f6sseren geographischen Einflussgebiet vertreten. Ein gelebtes Beispiel daf\u00fcr ist der demokratische Konf\u00f6deralismus, welcher aktuell in Nordsyrien in Rojava getestet wird. Dieser enth\u00e4lt auch spezifische Strukturen, mit denen soziale Hierarchien bek\u00e4mpft und abgebaut werden. So gibt es zum Beispiel auf jeder Ebene Versammlungen, an der nur weiblich sozialisierte Menschen teilnehmen k\u00f6nnen und welche ein Veto-Recht besitzt, oder spezifische Bildungsprogramme. Auch die Mandatstr\u00e4ger*innen m\u00fcssen gezwungenermassen divers sein. Jetzt existierende Institutionen wie z.B. die Polizei werden in ihrer jetzigen Form abgeschafft, auf der kommunalen Ebene demokratisiert und von der Gemeinschaft ausgef\u00fchrt und kontrolliert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1169\" height=\"826\" src=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw9.png?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-133\" srcset=\"https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw9.png 1169w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw9-300x212.png 300w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw9-1024x724.png 1024w, https:\/\/kommunalismus.org\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/pw9-768x543.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1169px) 100vw, 1169px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das mag auf den ersten Blick so t\u00f6nen, als sollen einfach mehr Sachen dezentral auf Gemeindeebene gemacht werden, doch das stimmt so nicht. Im Kern des libert\u00e4ren Munizipalismus geht es vor allem um Macht und die Frage nach deren Verteilung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201c\u200b [\u2026] Es ist eine reich artikulierte Vision einer dezentralisierten, auf Versammlungen basierenden Demokratie, in der die Menschen gemeinsam handeln, um eine rationale Zukunft zu entwerfen. \u2026 Der Munizipalismus verlangt, dass wir den einfachen B\u00fcrgern die Macht zur\u00fcckgeben, dass wir neu erfinden, was es bedeutet, Politik zu machen und was es bedeutet, ein B\u00fcrger zu sein. Wahre Politik ist das Gegenteil von parlamentarischer Politik. Sie beginnt an der Basis, in den lokalen Versammlungen. Sie ist transparent, mit Kandidaten, die gegen\u00fcber ihren Nachbarschaftsorganisationen zu 100 Prozent rechenschaftspflichtig sind [\u2026].\u201d (Debbie Bookchin)<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Wie kommen wir zu dieser neuen Gesellschaft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kommunalismus bzw. Soziale \u00d6kologie bef\u00fcrwortet die gleichen praktischen, taktischen und strategischen Ans\u00e4tze wie andere libert\u00e4re Sozialisten. Dabei gilt es besonders den Ansatz von \u201cdual Power\u201d hervorzuheben. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den Begriff Dual Power benutzte zum ersten Mal Lenin im Jahre 1917, als er die Situation im damaligen Russland bezeichnete, als faktisch zwei parallele Regierungen existierten. Einerseits die \u00dcbergangsregierung in Moskau und der von Arbeiter*innen geleitete Petrograder Soviet. In dieser einmaligen Situation konkurrierten die beiden Regierungen um die Position der legitimen nationalen Regierung; schlussendlich wurde erstere durch die Sovietregierung gest\u00fcrzt, aus der sp\u00e4ter die Sovietunion entstand. Die Hegemonie der vorher existierende Institutionen &#8211; die \u00dcbergangsregierung war ein \u00dcberbleibsel des Zarenrussland &#8211; wurde zerschlagen und in einer Revolution durch neue Institutionen ersetzt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der von Bookchin und libert\u00e4ren Sozialisten vorgeschlagene Dual Power Ansatz verfolgt nicht unbedingt die gleiche Strategie, ist jedoch davon inspiriert. Dual Power, beschreibt die Strategie einer Kommunalistischen Bewegung. Dabei werden grob zwei Ans\u00e4tze verfolgt: einerseits werden neue alternative Strukturen aufgebaut, welche sp\u00e4ter oder irgendwann die bestehenden ersetzen k\u00f6nnen. Diese alternative Institutionen existieren in offenem Widerspruch, Spannung und in Konkurrenz zu den vorherrschenden Institutionen. In Jackson in Amerika zum Beispiel gibt es \u201cFreedom Farm\u201d, eine Genossenschaft in kollektivem und demokratischen Besitz, welche Lebensmittel anpflanzen und dann verteilen und verkaufen. Diese Genossenschaft ist nicht alleinstehend und profit-orientiert, sondern Teil eines gr\u00f6sseren Projektes der sogenannten \u201cCooperation Jackson\u201d. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits, zus\u00e4tzlich zum Aufbau von alternativen Strukturen, wird gleichzeitig in und mit bestehenden Institutionen und Prozessen organisiert, gehandelt, Widerstand geleistet und Forderungen oder Ideen an diese gebracht. So k\u00f6nnten zum Beispiel L\u00f6sungen f\u00fcr lokale politische Probleme an Veranstaltungen oder den politischen institutionellen Prozessen daf\u00fcr aufgezeigt oder Forderungen an die jetzigen Institutionen gestellt werden. Ansonsten bef\u00fcrwortet der Kommunalismus oder Soziale \u00d6kologie andere Taktiken und strategische Ans\u00e4tze, wie zum Beispiel direkte Aktion, Beteiligung an Streiks und Arbeiterkampf, Teilnahme an Massenmobilisationen und Protesten und sozialen Bewegungen sowie die Teilnahme an Widerstandsaktionen und \u00c4hnliches. Die soziale \u00d6kologie bef\u00fcrwortet auch die Teilnahme an lokalen Wahlen, also auf Gemeinde- oder Nachbarschaftsebene. Der Wahlkampf kann einerseits als Plattform benutzt werden, andererseits kann sp\u00e4ter, falls Menschen aus der Organisation gew\u00e4hlt werden, f\u00fcr konkrete politische Entscheidungen gearbeitet werden, die die Macht und Einfluss der kollektiven und alternativen Institutionen st\u00e4rken k\u00f6nnen. Idealerweise bilden sich mit der Zeit verschiedene lokale Projekte, welche die Idee des Kommunalismus bzw. Der sozialen \u00d6kologie in der Gesellschaft etablieren und die bereits konkret aufzeigen, wie das Leben konkret anders organisiert sein k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigste Institution ist dabei die oben erw\u00e4hnte \u201cpopular assembly\u201d, also eine Vollversammlung aller Menschen, die in der jeweiligen Nachbarschaft oder Gemeinde leben. Dort wird die direkte Demokratie praktiziert und Entscheidungen getroffen. Wie genau Entscheidungen getroffen werden, ist offen; der Kommunalismus hat keine dogmatische Position dar\u00fcber. Menschen k\u00f6nnen f\u00fcr gewisse Positionen mit Mandat gew\u00e4hlt werden, sie sind widerrufbar und es gibt Transparenz \u00fcber ihr Verhalten. Die Versammlung wird zum Souver\u00e4n, ist die Institution der Macht der Menschen und sollte mittel- oder langfristig die legislativen und exekutiven Institutionen der Gemeinde ersetzen (z.B. die Gemeindeparlamente und Gemeinder\u00e4te) oder sie \u00fcbernehmen und transformieren. Mit der Zeit werden dies dann immer mehr Gemeinden und Nachbarschaften machen, die sich untereinander wieder in Konf\u00f6derationen zusammenschliessen. Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kann diese Konf\u00f6deration dann die jetzt existierenden Staatsapparate ersetzen. Die grunds\u00e4tzliche Stossrichtung im libert\u00e4ren Munizipalismus ist, die Menschen zu erm\u00e4chtigen, Entscheidungen \u00fcber ihr Zusammenleben selber zu f\u00e4llen. Libert\u00e4rer Munizipalismus will die Politik nicht einer professionalisierten Politikerinnen-Klasse delegieren, sondern geht davon aus, dass alle Menschen f\u00e4hig sind, Politik zu betreiben. Die Menschen sollen sich nicht \u201cvertreten\u201d lassen. Sie sollen zu \u201cB\u00fcrgerinnen\u201d (\u201ccitizens\u201d) im wahrsten Sinne werden. Nicht Staatsb\u00fcrgerinnen als reine Verwaltungsobjekte, W\u00e4hlerschaft und Konsumentinnen, sondern selbstbestimmte Mitglieder der Gesellschaft. Wichtig sind aber nicht nur direktdemokratische Strukturen, sondern auch, dass eine politische Kultur geschaffen und gef\u00f6rdert wird. Durch die aktive politische Praxis und durch Bildung wachsen die Menschen zu verantwortungsvollen und freien politischen Subjekten heran &#8211; zu B\u00fcrgerinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die soziale \u00d6kologie behauptet, dass alle \u00f6kologischen Probleme, die heute zunehmen und sichtbarer werden, lassen sich auf soziale Probleme zur\u00fcckf\u00fchren, n\u00e4mlich Hierarchien und Herrschaft in verschiedenen Formen. Eine Gesellschaft kann also nur \u00f6kologisch sein, wenn sie auch frei von Hierarchien ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch ist klar Teil der Natur und sollte seine Ethik davon inspirieren lassen und dementsprechend nach Komplexit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Freiheit streben. Der Begriff \u201cKommunalismus\u201d bezeichnet das in der Geschichte immer wieder vorkommende Streben nach Freiheit in Form von direkter Demokratie sowie das Projekt des libert\u00e4ren Munizipalismus, in dem diese Freiheit in Versammlungen auf kommunaler Ebene und in Konf\u00f6derationen auf regionaler Ebene erreicht wird. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Schluss ein Zitat von Autorin und Aktivistin Eleanor Finley: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>&#8222;Communalism is not a hard and rigid ideology, but rather a coherent, unfolding body of ideas built upon a core set of principles and institutions. [\u2026 C]ommunalism\u2019s historical precedents in tribal democracy and town\/village assemblies can be found in nearly every corner of the earth. The era of professional-driven, state \u201cpolitics\u201d has come to an end. Only grassroots democracy at a global scale can successfully oppose the dystopian future ahead.\u201d <\/p><p><em>Deutsch: \u201cKommunalismus ist nicht eine harte und rigide Ideologie, sondern eher eine koh\u00e4rente, sich entfaltende Sammlung von Ideen, die auf einer Reihe von grunds\u00e4tzlichen Prinzipien und Institutionen aufbaut. Die historischen Vorg\u00e4nger von Kommunalismus in Stammesdemokratie und Dorfversammlungen k\u00f6nnen in fast jeder Ecke der Erde gefunden werden. Die \u00c4ra von professionell betriebener Staats-\u201dPolitik\u201d ist an ihrem Ende angelangt. Nur Graswurzel-Demokratie in einem globalen Ausmass kann sich erfolgreich der kommenden dystopischen Zukunft entgegenstellen.\u201d<\/em><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Basierend auf dem Webinar vom 11.06.2020 \u201cKommunalismus und Soziale \u00d6kologie\u201d und in in Vorbereitung darauf ist folgender Grundlagentext entstanden, welcher sich anhand der kommunalistischen Theorie mit den Gemeinsamkeiten verschiedener sozialen Bewegungen auseinandersetzt und die Vision einer nachhaltigen und egalit\u00e4ren Gesellschaft zeichnet.Link zum aufgenommenen Webinar Auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Strasse und fordern [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-120","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=120"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/120\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=120"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=120"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=120"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}