{"id":274,"date":"2021-03-11T10:47:42","date_gmt":"2021-03-11T09:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkkommunalismus.wordpress.com\/?p=274"},"modified":"2021-03-11T10:47:42","modified_gmt":"2021-03-11T09:47:42","slug":"ein-nicht-ausbeuterisches-verhaltnis-zur-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=274","title":{"rendered":"Ein nicht-ausbeuterisches Verh\u00e4ltnis zur Natur"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\"><strong>Was die heutige \u00d6kologie vom franz\u00f6sischsprachigen Anarchismus um 1900 lernen kann<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-justify wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote1anc\">Rot und gr\u00fcn, Sozialismus und Umweltschutz \u2013 wie passt das zusammen? Diese Frage ist in j\u00fcngster Zeit in den Vordergrund ger\u00fcckt, seit die Klimabewegung begonnen hat, \u00d6kologie und Kapitalismuskritik miteinander zu verbinden. In diesem Zusammenhang wird auch nach historischen Vordenker*innen der so bezeichneten \u201csozialen und \u00f6kologischen Transformation\u201d gesucht. An der WEF-Gegenveranstaltung \u201cDas andere Davos\u201d im Januar 2021 hat beispielsweise der amerikanische Marxist John Bellamy Foster \u00fcber die \u00f6kologische Seite von Karl Marx referiert, die bisher zuwenig beachtet wurde. Weitere Beispiele: Rund um das Engels-Jahr 2020 wurde \u00fcber Friedrich Engels\u2019 \u201cDialektik der Natur\u201d geschrieben und das Magazin \u201cStrassen aus Zucker\u201d<sup><sup><a href=\"#sdendnote1sym\">1<\/a><\/sup><\/sup> rollte in einem Artikel das Verh\u00e4ltnis Mensch\u2013Natur historisch auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote2anc\">Der Historiker Milo Probst, Assistent an der Universit\u00e4t Basel, hat weitere Kandidat*innen ausfindig gemacht, wo man sie nicht unbedingt erwartet h\u00e4tte: in der anarchistischen Szene der Welschschweiz und in Frankreich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. In seinem Aufsatz \u201cMit Klassenk\u00e4mpfen ins Anthropoz\u00e4n. Naturverh\u00e4ltnisse im franz\u00f6sischsprachigen Anarchismus circa 1870\u20131914\u201d<sup><sup><a href=\"#sdendnote2sym\">2<\/a><\/sup><\/sup> analysiert er Artikel aus anarchistischen Zeitschriften von Autoren<sup><a href=\"#sdendnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup> wie Peter Kropotkin oder den Gebr\u00fcdern Reclus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Historische Akteur*innen ernst nehmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote4anc\">Milo Probst interessiert nicht nur das Verh\u00e4ltnis Mensch\u2013Natur an sich, sondern auch, wie sich Historiker*innen damit auseinandersetzen. Er f\u00fchlt sich der \u201crekursiven Geschichtsschreibung\u201d verpflichtet: Diese sucht nicht nur blosse \u00c4hnlichkeiten zwischen heute und fr\u00fcher, sondern fragt auch, \u201cwie sich Konzeptionen aus der Vergangenheit auf die Gegenwart anwenden lassen und zur Sch\u00e4rfung analytischer Konzepte beitragen k\u00f6nnen.\u201d<sup><a href=\"#sdendnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine Grundthese lautet, dass die Konflikte, die sich um Arbeit, Kapital und Besitz drehen, auch Konflikte um gesellschaftliche Naturverh\u00e4ltnisse sind. Innerhalb der Linken wird der Klassenkampf oft h\u00f6her bewertet als der Kampf gegen die Umweltzerst\u00f6rung. Klasse gegen Klasse gilt als Hauptwiderspruch, Mensch gegen Natur nur als ein Nebenwiderspruch. Aber nicht alle stimmen in diesen Kanon ein. Damals wie heute gab es \u201cdissonante Stimmen\u201d. Milo Probst ruft dazu auf, die historischen Akteur*innen und ihre konfliktreichen Diskussionen \u00fcber Natur ernst zu nehmen. Klassenkampf sollte nicht mehr als etwas verstanden werden, was linke Menschen davon abh\u00e4lt, \u201cihre Beziehungen zur Natur angemessen zu reflektieren\u201d.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Land als \u201cCommons\u201d<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch zur\u00fcck zu den Anarchisten. Anfang der 1870er-Jahre, nach der Spaltung der Internationalen Arbeiterassoziation (IAA) entwickelte sich der franz\u00f6sischsprachige Schweizer Jura zu einem Zentrum der anarchistischen Bewegung. (Am Ende des Jahrzehnts verlagerte sich diese \u201cSzene\u201d nach Frankreich.) Das Verh\u00e4ltnis Mensch\u2013Natur taucht in den damaligen anarchistischen Zeitschriften immer wieder auf. Beispielsweise in Form der nat\u00fcrlichen Ressource Boden. Milo Probst stellt fest, \u201cdass die Anarchisten eine kollektive Verwaltung des Bodens bef\u00fcrworten und so den \u2018entbetteten\u2019 Naturverh\u00e4ltnissen im Kapitalismus eine kollektive, solidarische und nachhaltige Alternative entgegenstellten, in denen die G\u00fcter der Natur gemeinschaftlich \u2013 heute w\u00fcrden wir sagen als <em>Commons<\/em> \u2013 organisiert wurde.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kapitalismus \u201centbettet\u201d also das Verh\u00e4ltnis Mensch\u2013Natur. (\u201cEntfremdet\u201d w\u00e4re heute vielleicht ein gel\u00e4ufigeres Wort.) Das impliziert, dass in einem fr\u00fcheren gesellschaftlichen Zustand diese \u201cEntbettung\u201d noch nicht vollzogen war: \u201cDas \u2018Retten\u2019 von kommunalen Gesellschaftsformen \u00fcber die kapitalistische Modernisierung hinweg wurde so zu einem erkl\u00e4rten Ziel.\u201d<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote5anc\">Die Anarchisten kritisierten instrumentelle, ausbeuterischen Verh\u00e4ltnisse zur Natur, wie sie der Kapitalismus schafft, und hielten ihnen libert\u00e4re, \u00f6kologisch nachhaltige entgegen. Peter Kropotkin klingt erstaunlich modern, wenn er \u00fcber Dezentralisierung, Gartenst\u00e4dte, neue Landwirtschaftsformen, die Emanzipation der Frauen oder die \u00dcberwindung des Stadt-Land-Gegensatzes schreibt. Milo Probst sieht ihn<sup><a href=\"#sdendnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup> als Vork\u00e4mpfer einer antikapitalistischen, basisdemokratischen und egalit\u00e4ren Umweltkritik.<sup><a href=\"#sdendnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anarchist*innen waren sich insofern einig mit Marx, dass Kapitalismus und Lohnarbeit zu einer Entfremdung der Menschen von ihren Lebensgrundlagen f\u00fchrt, insbesondere wo das \u201cEigentum an Grund und Boden\u201d im Spiel ist. Sie kritisierten also den Dualismus Natur\u2013Mensch nicht nur aus philosophischen Gr\u00fcnden, sondern weil er konkrete sozio\u00f6konomische Auswirkungen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote7anc\">Am IAA-Kongress in Basel 1869 setzte sich die Ansicht durch (gegen die Vertreter der individualistischen Str\u00f6mungen), dass der Boden und die Sch\u00e4tze der Natur der Gemeinschaft geh\u00f6ren sollten. Der Kongress forderte die Kollektivierung des Bodens: Die Beziehung zur Natur sollte eine kollektivistische sein. Natur, verstanden als Pool von nat\u00fcrlichen Ressourcen, sollte als Commons genutzt werden, von Kiesgruben bis zu Fischgr\u00fcnden. Die Einhegung der Commons (heute ein vieldiskutiertes Thema) war damals schon in den K\u00f6pfen als Problemfeld pr\u00e4sent.<sup><a href=\"#sdendnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mann\u2013Frau, Mensch\u2013Tier, Reformp\u00e4dagogik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote8anc\">Einige weitere Dimensionen des Mensch\u2013Natur-Verh\u00e4ltnisses spricht der Aufsatz ebenfalls an: etwa die Herrschaftsbeziehung des Mannes \u00fcber die Frau in der b\u00fcrgerlichen Ehe oder das Verh\u00e4ltnis Mensch\u2013Tier. Ein l\u00e4ngeres Kapitel ist der Reformp\u00e4dagogik gewidmet. Die Beziehung Mensch\u2013Natur sei in der Reformp\u00e4dagogik intensiv verhandelt worden \u2013 in der Forschung sei dieser Punkt bisher nahezu unbeachtet geblieben, merkt Probst an. Er pr\u00e4sentiert die Reformp\u00e4dagogik als Gegenst\u00fcck zur Konzeption von \u201cNatur als Ressource\u201d<sup><a href=\"#sdendnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup>: Die Kinder sollten die Natur mit den Sinnen erfahren und nicht, wie der Kapitalismus, als \u201causzubeutende Mine\u201d sehen. Bildung sollte nicht-instrumentell sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit: Argumente f\u00fcr die Klimabewegung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote9anc\">Die Ann\u00e4herung von \u201crot\u201d und \u201cgr\u00fcn\u201d ist nicht eine Erfindung der Umweltbewegung der 1970er-Jahre, sondern schon bei den Anarchist*innen<sup><a href=\"#sdendnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><a href=\"#sdendnote9sym\"><\/a><\/sup> im 19. Jahrhundert angelegt. Wenn die heutige Klimabewegung der breiteren Bev\u00f6lkerung die Zusammenh\u00e4nge von Umweltschutz und Gesellschaftsformen deutlich machen will, dann findet sie in den historischen Texten wom\u00f6glich wertvolle Argumente. Die Besch\u00e4ftigung mit Naturverh\u00e4ltnissen zu verschiedenen historischen Zeiten lohnt sich. Sie regt dazu an, sich Fragen zu stellen: Was hat sich im Denken ge\u00e4ndert, was ist gleich geblieben, was ist zeitlos, was ist den Umst\u00e4nden geschuldet (der gerade aktuellen \u201cStufe\u201d der kapitalistischen Entwicklung), und vor allem: Wie k\u00f6nnen Alternativen zu den herrschenden Narrativen gefunden werden und als \u201cdissonante Stimmen\u201d laut werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote1sym\"><a href=\"#sdendnote1anc\">1<\/a> strassenauszucker.tk\/2019\/12\/warum-wir-die-natur-nicht-retten-wollen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote2sym\"><a href=\"#sdendnote2anc\">2<\/a> Erschienen in Geschichte und Gesellschaft 46, G\u00f6ttingen, 2020, S. 606\u2013633; https:\/\/www.vr-elibrary.de\/doi\/abs\/10.13109\/gege.2020.46.4.606<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote3sym\"><a href=\"#sdendnote3anc\">3 <\/a>Milo Probst zitiert aufgrund der Quellenlage ausschliesslich m\u00e4nnliche Autoren, r\u00e4umt aber ein, dass die damalige Bewegung nat\u00fcrlich nicht nur aus M\u00e4nnern bestand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote4sym\"><a href=\"#sdendnote4anc\">4 <\/a>Der Aufsatz von Milo Probst erw\u00e4hnt, dass die Geschichtswissenschaft, wie er sie betreiben m\u00f6chte, auch Theorien aus der Anthropologie anwendet. Der Bezug zur Anthropologie ist hochaktuell, gerade in Verbindung mit Anarchismus: Der 2020 verstorbene Anthropologe David Graeber hat Anthropologie und anarchistisches Gedankengut verbunden und in die Diskussionen eingebracht. Im Herbst 2021 erscheint voraussichtlich das von ihm und David Wengrow gemeinsam geschriebene Werk <em>The Dawn of Everything: A New History of Humanity<\/em>, das die Geschichte der Ungleichheit neu untersucht. Ebenfalls 2021 soll <em>Anthropology and Dialectical Naturalism<\/em> von Brian Morris erscheinen, ebenfalls Anthropologe und dem Anarchismus nahestehend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Erw\u00e4hnt sei an dieser Stelle, dass Anthropologie auch schon fr\u00fcher im Umfeld von Anarchismus und \u00d6kologie auftauchte. Murray Bookchin hat in <em>The Ecology of Freedom<\/em> (1982) anthropologische Konzepte verwendet und Anthropolog*innen zitiert. Mit einem anthropologisch gest\u00fctzen Narrativ erkl\u00e4rt er die Entstehung von Hierarchien und Ungleichheit und verkn\u00fcpft dies mit dem Verh\u00e4ltnis von Mensch und Natur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote5sym\"><a href=\"#sdendnote5anc\">5 <\/a>In einer Fussnote erw\u00e4hnt Probst, dass Murray Bookchin massgeblich von Kropotkin inspiriert war. Es ist zwar das einzige Mal, dass in dem Aufsatz der Name Bookchin auftaucht, aber thematische Gemeinsamkeiten lassen sich auf den rund 30 Seiten laufend finden. Als Begr\u00fcnder der Sozialen \u00d6kologie (social ecology) war Murray Bookchin in der Umweltbewegung des 20. Jahrhunderts einer der Ersten, der \u201crot\u201d und \u201cgr\u00fcn\u201d, sozial und \u00f6kologisch zusammendachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote6sym\"><a href=\"#sdendnote6anc\">6 <\/a>A propos Vork\u00e4mpfer: Die Anarchist*innen waren nat\u00fcrlich Kinder ihrer Zeit und als solche auch der damaligen Ideologie des Positivismus verhaftet. Sie vertraten somit auch Positionen, die heute teilweise als \u00fcberholt gelten. Es w\u00e4re daher verfehlt, bei Kropotkin und seinen Zeitgenoss*innen nur das Moderne sehen zu wollen. Milo Probst betont aber, das die Anarchist*innen innerhalb dieses (naturalistischen, positivistischen) Diskurses eine \u201cdissonante Stimme\u201d darstellten. \u2013 Um eine solche \u201cdissonante\u201d Sichtweise zu er\u00f6rtern, zieht Milo Probst den Anthropologen Philippe Descola und dessen Buch <em>Jenseits von Natur und Kultur <\/em>(2013) bei: Die Alternative zur strikten positivistischen Trennung von Mensch und Natur sei ein \u201cKontinuum\u201d von Natur und Kultur. Das erinnert wiederum startk an Murray Bookchins Formulierungen. Bookchins dialektischer Naturalismus geht von einem fliessenden \u00dcbergang von erster Natur zu zweiter Natur (menschliche Kultur) und schliesslich freier Natur (harmonisches, fruchtbares Verh\u00e4ltnis) aus. Ber\u00fchmt ist Bookchin auch f\u00fcr seinen Ansatz, dass die Herrschaft von Menschen \u00fcber andere Menschen \u00fcberhaupt erst zu dem Gedanken gef\u00fchrt hat, dass Menschen die Natur beherrschen k\u00f6nnten und nicht etwa umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote7sym\"><a href=\"#sdendnote7anc\">7 <\/a>Interessant ist auch, dass am Basler Kongress als Gegenbeispiel zur privatisierten Ausbeutung des Bodens indigene St\u00e4mme in Wisconsin genannt wurden, die Feldarbeit kollektiv verrichteten. Schon damals gab es also \u201canthropologische\u201d Argumente.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote8sym\"><a href=\"#sdendnote8anc\">8 <\/a>Auch Murray Bookchin kritisiert das Wort \u201cRessource\u201d im Sprachgebrauch. \u00d6kologie heisst f\u00fcr ihn nicht nur, sparsam mit Ressourcen umzugehen, sondern von Grund auf ein harmonisches, dialektisches Verh\u00e4ltnis als Ausgangspunkt zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Im Kapitel \u00fcber Reformp\u00e4dagogik deutet sich an, dass der damalige anarchistische Diskurs durchaus differenziert und vielschichtig war. Insofern Anarchist*innen die Natur als kollektiv zu nutzende \u201cRessource\u201d ansahen, verblieben in einer instrumentellen, materialistischen, positivistischen Haltung. Demgegen\u00fcber ist die Reformp\u00e4dagogik Audruck einer divergenten Str\u00f6mung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"sdendnote9sym\"><a href=\"#sdendnote9anc\">9 <\/a>Und nat\u00fcrlich auch bei Engels und Marx, aber das ist nicht Thema in dem besprochenen Aufsatz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was die heutige \u00d6kologie vom franz\u00f6sischsprachigen Anarchismus um 1900 lernen kann Rot und gr\u00fcn, Sozialismus und Umweltschutz \u2013 wie passt das zusammen? Diese Frage ist in j\u00fcngster Zeit in den Vordergrund ger\u00fcckt, seit die Klimabewegung begonnen hat, \u00d6kologie und Kapitalismuskritik miteinander zu verbinden. 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