{"id":301,"date":"2021-05-17T12:49:52","date_gmt":"2021-05-17T10:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkkommunalismus.wordpress.com\/?p=301"},"modified":"2021-05-17T12:49:52","modified_gmt":"2021-05-17T10:49:52","slug":"soziale-okologie-ein-okologischer-humanismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=301","title":{"rendered":"Soziale \u00d6kologie: Ein \u00f6kologischer Humanismus"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Aufbauend auf Biologie und Evolutionslehre erkl\u00e4rt Dan Chodorkoff (Mitgr\u00fcnder des Institute for Social Ecology ISE), wie Umweltzerst\u00f6rung mit Hierarchie und Herrschaft zusammenh\u00e4ngt. Indem er soziale Prinzipien wie Gegenseitigkeit, Einheit-in-der-Vielfalt und Freiheit als bereits in der Natur potenziell vorhanden sieht, gibt er Anlass zur Hoffnung, dass wir zu einer \u00f6kologischen Gesellschaft werden k\u00f6nnen und die Umweltkrise, die unsere Existenz bedroht, l\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soziale \u00d6kologie beginnt mit einer Erforschung der Vergangenheit, um ein epistemologisches Verst\u00e4ndnis zu gewinnen, wie die Menschheit die Natur definiert und somit konstituiert. Dies ist eine lebenswichtige Frage, nicht nur eine \u00dcbung in philosophischer Abstraktion. Die Weise, wie wir die Natur und den Ort der Menschheit in der Natur konzeptualisieren, ist zu einem hoch umstrittenen Thema im \u00f6kologischen Denken und in der Umweltphilosophie geworden. Die Schl\u00fcsse, die wir ziehen, beeinflussen unsere Ethik und die politischen Entscheidungen, die unsere Welt gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie k\u00f6nnen wir eine solche Epistemologie ableiten? Wir m\u00fcssen damit beginnen, dass die Natur nicht ein statisches Wesen ist, sondern evolution\u00e4r, mehr noch, dass der Prozess der biologischen Evolution die Natur <em>ausmacht<\/em>. Die evolution\u00e4re Vergangenheit, die Naturgeschichte, ist die Realit\u00e4t der Natur. Von der molekularen Stufe bis zur Biosph\u00e4re ist die Natur in einem Prozess von st\u00e4ndigem Fluss und Wandel: Geburt, Tod, Mutation, sogar Aussterben sind alles Teile eines Prozesses, der das komplexe Netz des Lebens erschafft, wovon die Menschheit ein Teil ist. Biologisch betrachtet ist die Natur sowohl Sein als auch Werden. Evolution <em>ist<\/em> Natur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erste Natur und die Menschheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wollte man die Menschheit innerhalb der evolution\u00e4ren Matrix verorten, dann m\u00fcsste man anerkennen, dass sie eine einzigartige Rolle spielt: aufgrund unserer F\u00e4higkeit, mit dem Rest der Natur sowohl auf kreative als auch auf destruktive Weise zu interagieren. Wir als Spezies haben die F\u00e4higkeit, tiefgreifend auf andere Arten, \u00d6kosysteme und die gesamte Biosph\u00e4re einzuwirken, wie das keine andere Lebensform kann. Das macht uns zu einem integralen Bestandteil der Natur \u2013 ein Produkt derselben evolution\u00e4ren Kr\u00e4fte, die alle anderen Spezies, vergangene und gegenw\u00e4rtige, auf dem Planet erschaffen hat \u2013 und gleichzeitig verschieden durch unsere F\u00e4higkeit, auf die Natur einzuwirken. Soziale \u00d6kologie anerkennt diese Tatsache und unterscheidet zwischen dem Begriff \u201cerste Natur\u201d (<em>first nature<\/em>) \u2013 die Natur, die sich gem\u00e4ss Prozessen entwickelt, die nicht durch Menschen beeinflusst sind \u2013 und \u201czweite Natur\u201d, die Natur, die durch menschliches Bewusstsein und Handeln bestimmt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der ersten Natur ist ein hautps\u00e4chlicher Modus der Evolution die nat\u00fcrliche Selektion: Arten ver\u00e4ndern sich oder mutieren \u00fcber die Zeit hinweg, um sich an die Umwelt anzupassen, was ihnen einen evolution\u00e4ren Vorteil bringt, der ihr \u00dcberleben und ihre Fortpflanzung sichert. Irgendwann taucht aus der biologischen Evolution \u2013 wobei sie sie nicht ersetzt \u2013 die kulturelle Evolution auf. Die zweite Natur l\u00e4sst sich am besten charakterisieren als das Auftauchen von Selbstbewusstsein und Kultur. Die Menschheit erschafft sich selber immer wieder neu durch Prozesse der Werkzeugherstellung (Industrie), das Aufbauen von Institutionen, Erkl\u00e4rung (Religion, Philosophie und Wissenschaft) und Kunst. Insofern die Menschheit ihr Verst\u00e4ndnis des evolution\u00e4ren Prozesses, von Physik, von Genetik und anderen Wissenschaftsgebieten vorantreibt, wird unsere Spezies, zumindest potenziell, \u201cbewusst gewordene Natur\u201d, um einen Begriff von Johann Gottlieb Fichte zu verwenden, Natur, die ihrer selbst bewusst ist und auf bewusste Weise ihre eigene Entwicklung gestaltet. In einem noch nie dagewesenen Mass, und mit einer Geschwindigkeit, die nirgendwo sonst in der Natur zu sehen ist, ver\u00e4ndert die Menschheit ihre Umwelt zur Erf\u00fcllung ihrer Bed\u00fcrfnisse: Kulturelle Evolution ist ein bemerkenswert dynamischer Prozess, der die Verh\u00e4ltnisse der Gesellschaft in weniger als einer Generation transformieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir die Realit\u00e4t einer zweiten Natur anerkennen, geschaffen durch menschliche Kreativit\u00e4t und Kunstfertigkeit, im Unterschied zur ersten Natur, dann m\u00fcssen wir auch anerkennen, dass sie direkt aus der ersten Natur, oder der biologischen Evolution, erw\u00e4chst. Demzufolge hat die erste Natur von Anbeginn die zweite Natur als Potenzial in sich enthalten. Naturgeschichte, die evolution\u00e4re Vergangenheit, muss als Prozess gelesen werden, in dem nichts Essenzielles verloren geht. Die zweite Natur enth\u00e4lt in sich immer noch die erste Natur; komplexe s\u00e4ugetierische Lebensformen beginnen als eine einzelne Zelle und organisieren sich zu komplexeren zellul\u00e4ren Formen (Organen), die in einer noch komplexeren Anordnung von Zellen organisiert sind (Organismen). Der pH-Wert der Ur-Ozeane, in denen das erste Leben entstand, findet sich wieder im Fruchtwasser, in dem sich das Leben entwickelt, im Uterus von komplexen S\u00e4ugetieren, wie beispielsweise dem Menschen. Auf gewisse Weise repliziert die Zeugung, Embyophase und Geburt einer individuellen Person grob den Prozess der biologischen Evolution. Unsere Spezies umfasst sowohl die erste Natur als auch die zweite Natur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir die evolution\u00e4re Chronik \u00fcber die ganze biologische Entwicklung hinweg betrachten, sehen wir eine Bewegung hin zu einem immer h\u00f6heren Grad an Diversit\u00e4t und Komplexit\u00e4t von Lebensformen, und die Potenzialit\u00e4t f\u00fcr Bewusstsein und Selbstbewusstsein. Das soll nicht heissen, dass es einen linearen, ungebrochenen Aufstieg zu menschlichem Bewusstsein gibt; die Evolution ist voller Fehlstarts, Bl\u00fcten und Niederg\u00e4ngen, sogar Aussterben. Aber es ist nicht zu verneinen, dass sich das Leben auf der Erde aus unbewussten, einzelligen Organismen zu biologisch komplexen Lebensformen mit der F\u00e4higkeit des abstrakten Denkens und er Vernunft entwickelt hat. Verleiht diese Tatsache der Menschheit die \u201cKrone der Sch\u00f6pfung\u201d und das Recht, den Rest der Natur zu dominieren und die erste Natur als blosse Ressource zu betrachten? Oder fordert sie von uns, uns als Teil der Natur anzusehen, mit der Kapazit\u00e4t, entweder eine destruktive oder eine kreative und erhaltende Rolle zu spielen? Bringt dieses Verst\u00e4ndnis nicht die Verantwortung mit sich, das existierende Verh\u00e4ltnis zwischen erster und zweiter Natur zu untersuchen, vor allem angesichts der Erkenntnisse der Wissenschaft und der \u00d6kologie? Und sollten wir nicht eine Ethik und Politik schaffen, die eine Re-Harmonisierung von erster und zweiter Natur garantieren kann, um die Welle der Zerst\u00f6rung zu brechen, die aus unserer gegenw\u00e4rtigen Ethik und Politik resultiert, und die die Integrit\u00e4t von erster wie auch zweiter Natur bedroht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soziale \u00d6kologie suggeriert, dass wir den Blick auf die erste Natur richten m\u00fcssen, um einen Einblick in die Prinzipien zu erlangen, die die Naturgeschichte beseelen und die Gesundheit des \u00d6kosystems sicherstellen. Eine solche Untersuchung muss das beste wissenschaftliche Verst\u00e4ndnis und die beste wissenschaftliche Interpretation zur Hand nehmen, die uns zur Verf\u00fcgung stehen, aber wir m\u00fcssen auch erkennen, dass ein solches Projekt nicht rein empirisch ist. Die Geschichte der Interpretation der \u201cGesetze der Natur\u201d ist mit hoch subjektiven, politisch geladenen Momenten belastet. Im 19. Jahrhundert haben Sozialdarwinisten wie Herbert Spencer Darwins Ideen verdreht, um eine Begr\u00fcndung f\u00fcr den britischen Kolonialismus und Imperialismus zu liefern. In j\u00fcngerer Zeit hat Hitler seine Ansichten gerechtfertigt, indem er die \u201cunver\u00e4nderlichen Gesetze der Natur\u201d beigezogen hat. Angesichts dieser Geschichte versucht Soziale \u00d6kologie, anstatt Unver\u00e4nderbarkeit oder absolute Autorit\u00e4t zu beanspruchen, die beste existierende Wissenschaft zu nutzen, um Tendenzen oder Prinzipien zu identifizieren, die in evolution\u00e4ren Prozessen und in der Dynamik von \u00d6kosystemen am Werk sind, und sie anerkennt, dass diese Tendenzen ver\u00e4nderbar sein k\u00f6nnen und nicht die ganze Breite von Prozessen ersch\u00f6pfen, die in der ersten Natur am Werk sind. Diese Tendenzen scheinen jedoch etwas Wichtiges zu sein, das einen direkten Bezug zum Projekt der Re-Harmonisierung von erster und zweiter Natur hat, ein Projekt, das eine gewisse Dringlichkeit besitzt angesichts der gegenw\u00e4rtigen Bedrohung unseres Planeten. Wir m\u00fcssen auch anerkennen, wie bei jeder Theorie, die auf Wissenschaftlichkeit beruht, dass auch Soziale \u00d6kologie einer Modifikation bedarf, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse auftreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00d6kologische Ethik und Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Ethik, die als Ziel hat, die erste und zweite Natur zu re-harmonisieren, muss sich darauf hin orientieren, immer gr\u00f6ssere Komplexit\u00e4t, Diversit\u00e4t und h\u00f6here Grade von Bewusstsein zu f\u00f6rdern. Diese Orientierung muss ihr Verh\u00e4ltnis sowohl zur ersten als auch zur zweiten Natur inspirieren, im Bestreben, \u00d6kosysteme zu sch\u00fctzen und zu schaffen, die eine Vielzahl von Nischen bieten, welche von biologisch diversifizierten, komplex interagierenden Arten gef\u00fcllt werden. Und dies muss sie in einer hochgradig selbstbewussten Weise tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieselben Prinzipien m\u00fcssen im Reich der zweiten Natur angewendet werden. Wenn unser Ziel eine \u00f6kologische Gesellschaft ist, dann muss unsere Ethik komplexe, diversifizierte Gesellschaften und Kulturen erm\u00f6glichen, die immer h\u00f6here Grade von menschlichem Selbstbewusstsein f\u00f6rdern, charakterisiert durch Respekt, Partizipation, Gleichheit und ein wissenschaftliches Verst\u00e4ndnis. Das Streben nach immer h\u00f6heren Graden von Komplexit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Freiheit (in Form von Bewusstsein und Wahlfreiheit) ist eine notwendige Bedingung f\u00fcr gesunde \u00d6kosysteme und gesunde Gesellschaften, und eine Vorbedingung f\u00fcr die Re-Harmonisierung von erster und zweiter Natur.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein verwandtes, in der ersten Natur vorhandenes Prinzip, das notwendigerweise auch auf menschliche Gesellschaften angewendet werden muss, um eine gesunde Beziehung zwischen beiden zu erreichen, ist das Prinzip der Einheit in der Vielfalt (<em>unity in diversity<\/em>). Die Gesundheit, Kraft und Stabilit\u00e4t eines \u00d6kosystems stehen in direkter Beziehung zur Diversit\u00e4t der Arten, die innerhalb des Systems interagieren. \u00d6kosysteme mit dem h\u00f6chsten Grad an Biodiversit\u00e4t, wie Regenw\u00e4lder oder Flussm\u00fcndungen, k\u00f6nnen sich f\u00fcr Tausende von Jahren halten. Grosse Zahlen von Arten f\u00fcllen jede Nische und geben dem System als Ganzes die F\u00e4higkeit, sogar weitreichende Fluktuationen in der Population einer bestimmten Art zu kompensieren, und erm\u00f6glichen ihm, seine gesamthafte Stabilit\u00e4t und Integrit\u00e4t zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Anwendung dieses Prinzips ist ein ethischer Imperativ in der zweiten Natur, wo ein Fehlen von Einheit und Intoleranz gegen\u00fcber Diversit\u00e4t eine Bedrohung darstellen, nicht nur f\u00fcr individuelle Kulturen und Gesellschaften, sondern f\u00fcr die Biosph\u00e4re als Ganzes. Die Widerwilligkeit der zweiten Natur, dieses Prinzip anzunehmen, hat zu sozialen wie \u00f6kologischen Katastrophen gef\u00fchrt; Krieg, Genozid und Rassismus in der zweiten Natur, und eine be\u00e4ngstigende Dezimierung der Biodiversit\u00e4t, eine massive Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen und globaler Klimawandel in der ersten Natur. Die zwei sind untrennbar verbunden, und die Soziale \u00d6kologie fordert, dass das Prinzip der Einheit in der Vielfalt als Korrektiv zur bereits angerichteten Zerst\u00f6rung anerkannt und implementiert wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hierarchie und Evolution<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als die Wissenschaft der \u00d6kologie mit der Unstersuchung von \u00d6kosystemen begann, hatte sie die Tendenz, systemische Beziehungen in hierarchischen Begriffen zu sehen; ein zentrales Konzept im Verst\u00e4ndnis von \u00d6kosystem-Dynamiken war dasjenige der Nahrungskette, eine starre Hierarchie von Abh\u00e4ngigkeiten, in denen die gr\u00f6ssten Karnivoren an die Spitze gestellt wurden. Als unser wissenschaftliches Verst\u00e4ndnis wuchs, ist dieses grobe Modell durch differenziertere Beschreibungen ersetzt worden, die komplexe Beziehungen definieren, die in einem \u00d6kosystem als Nahrungs-Netz am Werk sind. Das Nahrungs-Netz beschreibt ein essenziell nicht-hierarchisches Netzwerk von Beziehungen, die auf Interdependenzen beruhen und die alle Arten in ein sich gegenseitig unterst\u00fctzendes Ganzes verbinden. Das hat dazu gef\u00fchrt, dass die erste Natur als nicht-hierarchisch organisiert anerkannt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Hierarchien, die wir zwischen Arten in der ersten Natur aufstellen \u2013 der L\u00f6we als \u201cK\u00f6nig der Tiere\u201d oder die \u201cbescheidene Ameise\u201d \u2013 sind in Wirklichkeit eine Projektion von menschlichen Hierarchien. Im technischen Sinn ist Hierarchie definiert als ein institutionalisiertes System von Befehl und Kontrolle, das letzlich auf physischen Zwang zur\u00fcckgreift, um Gehorsam einzufordern. Kein solches System existiert in der ersten Natur. Der L\u00f6we befiehlt niemandem und kontrolliert keine andere Art, und L\u00f6wen institutionalisieren auch nicht ihre Beziehungen. Sogar die sichtlich dominante Rolle, die eine individuelle L\u00f6win in ihrem Rudel spielen mag, ist eher als eine Form von situationsbedingter Domination zu verstehen, denn als institutionalisierte Hierarchie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierarchie beeintr\u00e4chtigt das gegenseitige Netz von Beziehungen, das entscheidend f\u00fcr die Stabilit\u00e4t von \u00d6kosystemen und sogar f\u00fcrs \u00dcberleben ist. Die wiederkehrenden Zyklen von Geburt, Tod und Vergehen verbinden die Gesamtheit von erster Natur und zweiter Natur. Trotz der unbestreitbaren Rolle, die der Wettbewerb um den evolution\u00e4ren Vorteil innerhalb und zwischen den Arten spielt, kann die Dynamik von \u00d6kosystemen am besten charakterisiert werden als im Prinzip der Gegenseitigkeit (<em>mutualism<\/em>) verankert; jede Spezies spielt eine kritische Rolle im Bezug auf die Gesundheit und Entwicklung der anderen. Das ist sogar wahr in J\u00e4ger-Beute-Beziehungen, in denen mehrere Arten gegenseitig abh\u00e4ngig sind: vereinfacht ausgedr\u00fcckt, sind J\u00e4ger-Arten von der Beute abh\u00e4ngig um zu \u00fcberleben, und die Beute ist abh\u00e4ngig vom J\u00e4ger, weil er eine gesunde Population erh\u00e4lt. Die gegenseitigen Beziehungen, die in einem \u00d6kosystem wirken, werden komplexer in direktem Verh\u00e4ltnis zur Biodiversit\u00e4t des Systems.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Evolution ist vor allem das Reich der Potenzialit\u00e4t. Jede Lebensform enth\u00e4lt in sich eine Menge von M\u00f6glichkeiten, biologische wie verhaltensm\u00e4ssige. Diese Potenzialit\u00e4ten und das Streben, sie zu verwirklichen, ist was das Leben vorw\u00e4rts treibt. Der Grad, in welchem dieser Prozess ein bewusster ist, ist einer der wichtigsten Faktoren in der Naturgeschichte und eine Weise, in der wir die zweite Natur von der ersten Natur zu differenzieren beginnen k\u00f6nnen. Das soll keinen radikalen Bruch zwischen erster und zweiter Natur suggerieren: Obwohl die erste Natur in der zweiten immer pr\u00e4sent ist, k\u00f6nnen wir ein graduelles Auftauchen von Bewusstsein und Selbstbewusstsein sehen sowie die menschlichen Anstrengungen, angeborene Potenzialit\u00e4ten zu verwirklichen, die das Auftauchen von Kultur charakterisieren. Wenn Gegenseitigkeit als nat\u00fcrliche Tendenz dienen soll, um menschliche Ethik zu inspirieren, dann muss sie in diesem Verst\u00e4ndnis von Potenzialit\u00e4t verwurzelt sein; sie muss Teil sein des Kontinuums von Verhaltenseigenschaften, die uns menschlich machen. Diese Potenzialit\u00e4t hat einen breit gef\u00e4cherten Ausdruck gefunden durch die ganze menschliche Geschichte hindurch, was in sich selbst ein \u00fcberzeugender Beweis ist, dass wir dieses Prinzip in ein ethisches Grundger\u00fcst integrieren m\u00fcssen, das uns erlauben wird, erste und zweite Natur voll zu re-harmonisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die landl\u00e4ufige Vorstellung von einer unver\u00e4nderbaren menschlichen Natur, die auf Gier, Konkurrenz, Krieg und Herrschaft fusst, wird durch anthropologische Erkenntnisse infrage gestellt. In der Tat zwingt uns die Anthropologie, eine solche enge Sichtweise der \u201cmenschlichen Natur\u201d zur\u00fcckzuweisen und zu ersetzen durch ein viel breiteres Konzept eines Kontinuums von potenziellen menschlichen Verhaltungsweisen. Dieses Konzept, das zweifellos das Potenzial f\u00fcr Gier, Konkurrenz, Krieg und Herrschaft enth\u00e4lt, umfasst auch das Potenzial f\u00fcr Sorge, Teilen, Gegenseitigkeit und nicht-hierarchische Beziehungen. Dieses Grundger\u00fcst bietet eine reale Grundlage f\u00fcr den Glauben, dass unsere Spezies, die Menschheit, das Potenzial besitzt, eine \u00f6kologische Gesellschaft zu erschaffen. Anthropolog*innen haben diese \u00f6kologischen Verhaltensweisen als zentral in vielen Formen von menschlicher Gesellschaft identifiziert, vorwiegend in denjenigen, die in pr\u00e4kapitalistischen Produktionssystemen verwurzelt sind. Diese Z\u00fcge repr\u00e4sentieren ein Potenzial f\u00fcr die Zukunft. Ich will nicht andeuten, dass unsere Spezies zum Jagen und Sammeln zur\u00fcckkehren k\u00f6nnte oder wollte: Es kann kein Zur\u00fcck geben. Ich w\u00fcrde eher sagen, dass diese Verhaltensweisen Prinzipien repr\u00e4sentieren. Mit menschlicher Kreativit\u00e4t und Erfindungsgeist k\u00f6nnen wir diese Prinzipien auf eine Weise anwenden, die dem modernen Leben gerecht wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kulturen und Gesellschaften haben immer gewisse Verhaltensweisen gest\u00e4rkt und belohnt und andere abgewertet. Durch die Prozesse der Sozialisation und Schulbildung hat sich unsere Gesellschaft entschieden, \u00f6kologisch destruktive Beziehungen und Verhaltensmuster zu st\u00e4rken und zu belohnen, und dar\u00fcber hinaus, diese als \u201cmenschliche Natur\u201d zu verdinglichen. Ein Bewusstsein von anderen Potenzialit\u00e4ten, die in unserem Mensch-Sein verborgen sind, gibt Hoffnung, dass eine Transformation dieser Muster erfolgen k\u00f6nnte. Obwohl eine solche Transformation keineswegs garantiert oder vorbestimmt ist, argumentiert die Soziale \u00d6kologie, dass sie stattfinden muss, wenn wir unser wahres Potenzial erreichen wollen, zur \u201csich selbst bewusst gewordenen Natur\u201d zu werden und so die erste und zweite Natur zu re-harmonisieren und die \u00f6kologische Krise, die unsere Existenz bedroht, zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Von der \u00d6kologie zur Politik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Transformation dieser Gr\u00f6ssenordnung setzt eine radikal neue Vision und ein radikal neues Programm voraus: eine neue \u00f6kologische Epistemologie, eine Ethik, die auf Prinzipien basiert, die von der ersten Natur abgeleitet sind, und eine mutige gesellschaftlich-politische Praxis. Wir m\u00fcssen willens sein, eine suchende Auseinandersetzung mit den Wurzeln der \u00f6kologischen Krise zu initiieren und dabei die ethischen Prinzipien zu benutzen, die wir aus unserem Verst\u00e4ndnis der Natur ableiten. Eine solche Auseinandersetzung f\u00fchrt uns vom Reich des traditionellen Umweltschutzes, der immer noch in einer dualistischen Epistemologie verankert ist, welche die \u201cNatur\u201d als eine Ansammlung von nat\u00fcrlichen Ressourcen betrachtet, zu einer Sozialen \u00d6kologie, die eine fundamentale Re-Harmonisierung von erster und zweiter Natur verspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tat, diese Erkenntnis ruft nach politischen L\u00f6sungen, die weit \u00fcber den \u201cPflaster\u201d-Ansatz hinaus geht, den die meisten Umweltsch\u00fctzer*innen vertreten. Sie fordert, dass wir die sozialen Krisen l\u00f6sen, die die zugrundeliegen Ursachen f\u00fcr unsere verschiedenen \u00f6kologischen Krisen sind. Sie legt nahe, dass gesunde \u00d6kosysteme und ein gesundes Verh\u00e4ltnis zwischen erster und zweiter Natur nur aus einer \u00f6kologischen Gesellschaft resultieren k\u00f6nnen, die in den ethischen Prinzipien verankert ist, die wir aus unserem Verst\u00e4ndnis der ersten Natur selbst ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6kologische Krise verlangt mehr als einen Bewusstseinswandel. Obwohl ein solcher Wandel notwendig ist, gen\u00fcgt er allein nicht. Wir m\u00fcssen in einem Bewusstsein, das in einer Sozialen \u00d6kologie verankert ist, zu handeln beginnen. Es ist klar, dass der Prozess einer \u00f6kologischen Rekonstruktion kein einfacher sein wird: Er wird gr\u00f6ssere Verschiebungen im Denken und in der gesellschaftlichen Organisation erfordern, wie auch die Verwendung von neuen, \u00f6kologisch soliden Technologien und Techniken. Wir m\u00fcssen den Prozess der \u00f6kologischen Rekonstruktion beginnen, indem wir existierende \u00d6kosysteme sch\u00fctzen, um ihre Unversehrtheit sicherzustellen und um von diesen Reservoiren der Biodiversit\u00e4t weiterhin profitieren zu k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen die gegenw\u00e4rtige Welle des Aussterbens stoppen. Ebenso entscheidend ist, dass wir so gut wie m\u00f6glich die \u00f6kologische Regeneration f\u00f6rdern und besch\u00e4digte \u00d6kosysteme wieder in ihren fr\u00fcheren Zustand zur\u00fcckf\u00fchren. Dies wiederum deutet an, dass wir neue, \u00f6kologische Modelle der Entwicklung erforschen und implementieren m\u00fcssen, ein gemeinschaftsbasierter Prozess, der sowohl menschliche Bed\u00fcrfnisse erf\u00fcllt, als auch \u00d6kosysteme respektiert und wiederherstellt. Diese kritische rekonstruktive Dimension muss vollst\u00e4ndig innerhalb des ethischen Grundger\u00fcsts, das uns die Evolution anbietet, artikuliert und angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses rekonstruktive Projekt ist ein wesentliches Element in der Entwicklung einer Sozialen \u00d6kologie: Es reicht nicht zu philosophieren, wir m\u00fcssen handeln. Unsere Taten jedoch m\u00fcssen durch Ethik und ein wissenschaftliches Verst\u00e4ndnis geleitet sein. Kopfloses oder ungen\u00fcgend durchdachtes Handeln kann unsere Situation sogar noch verschlimmern anstatt sie zu verbessern. Die Ziele, denen wir entgegenstreben \u2013 Gesellschaften, die sich in Richtung von immer gr\u00f6sserer Komplexit\u00e4t, Diversit\u00e4t und Freiheit bewegen, die Einheit-in-der-Vielheit und eine mutualistische Organisation schaffen, und die in hohem Grad selbstbewusst bez\u00fcglich ihres Verh\u00e4ltnisses zur ersten Natur sind \u2013 k\u00f6nnen nur durch soziale Bewegungen erreicht werden, die ebendiese Prinzipien reflektieren und verk\u00f6rpern. Zweck und Mittel m\u00fcssen deckungsgleich sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Handeln, das auf Sozialer \u00d6kologie basiert, verlangt eine breite Partizipation und Demokratie. \u00dcberall auf der Welt fordern lokale Gesellschaften bereits die irrationale Kultur der Zerst\u00f6rung heraus. Die K\u00e4mpfe indigener B\u00e4uer*innen in Mexiko, die ihre Regenw\u00e4lder retten wollen, die Landbev\u00f6lkerung in Nepal, die Staud\u00e4mme bek\u00e4mpft, und arme Schwarze Communities in Louisiana, die daf\u00fcr k\u00e4mpfen, giftige Chemiefabriken zu schliessen, sind alle Teil derselben globalen Bewegung. Dazu z\u00e4hlen auch Hausbesetzer*innen im heruntergekommenen Detroit, die sich verlassene Geb\u00e4ude aneignen, und Jugendgruppen, die Biogem\u00fcse auf leerstehenden Parzellen in New York anbauen. Sie stehen zusammen mit den Millionen rund um die Welt, die gegen eine r\u00e4uberische, von riesigen Konzernen dominierte Weltwirtschaft protestieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Kombinationen von Protest und rekonstruktivem Handeln sind erst die Kinderschritte von etwas, das zu einer gr\u00f6sseren und breiteren Bewegung werden muss, aber sie sind trotzdem vielversprechend. Sie zeigen den Weg zu neuen organisatorischen Modellen, die die \u00f6kologische Ethik verk\u00f6rpern, die n\u00f6tig ist, um eine Re-Harmonisierung von erster und zweiter Natur zu erlangen. Sie sind diversifiziert, dezentral, nicht-hierarchisch und partizipativ, und sie repr\u00e4sentieren ein neues Modell des gesellschaftlichen Handelns, das dem destruktiven Pfad der vorherrschenden Kultur beginnt entgegenzuwirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Einer Neuen Aufkl\u00e4rung entgegen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Perspektive, die von Sozialer \u00d6kologie geleitet ist, muss auch die Zukunft ansprechen, und sie muss dies auf eine Weise tun, die sich auf ethische Prinzipien abgeleitet aus der ersten Natur beruft. Es ist unzureichend, die Gegenwart in die Zukunft zu extrapolieren, wie es die Futurist*innen und Systemtheoretiker*innen tun. Jede Diskussion der Zukunft, wenn sie \u00f6kologisch sein soll, muss auf dem Konzept der Potezialit\u00e4t basieren, einem Verst\u00e4ndnis dessen, was sein k\u00f6nnte. Die Evolution selbst ist ein Prozess der sich ent-wickelnden Potenzialit\u00e4t auf einer biologischen Ebene: Organismen, die entweder ihr Potenzial f\u00fcr Wachstum, Entwicklung und Reproduktion erf\u00fcllen oder dabei scheitern. Potenzialit\u00e4t sollte nicht mit Unausweichlichkeit gleichgesetzt werden; viele Faktoren beeinflussen, ob sie verwirklicht wird oder nicht. Soziale \u00d6kologie untersucht die Zukunft, indem sie versucht, Potenzialit\u00e4ten \u201cherauszukitzeln\u201d f\u00fcr eine \u00f6kologische Wiederherstellung und eine Re-Harmonisierung von erster und zweiter Natur, w\u00e4hrend sie gleichzeitig daran arbeitet, diese Potenzialit\u00e4ten zu verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" id=\"re1\">Indem sie dies tut, bezieht sich Soziale \u00d6kologie auf eine der grossen Traditionen der Menschheit, das utopische Denken, das auf einem Verst\u00e4ndnis der Potenziale beruht, die der Gegenwart innewohnen, obschon sie unrealisiert sind. W\u00e4hrend der Renaissance und der Aufkl\u00e4rung trat utopisches Denken als eine der wichtigsten Formen sowohl der Gesellschaftskritik, als auch der Spekulation \u00fcber m\u00f6gliche neue Formen der sozialen Organisation hervor. Es wurde angewendet, um die entfernstesten Ufer der menschlichen M\u00f6glichkeiten zu erkunden; um Menschen zu inspirieren, die Grenzen ihrer engstirnigen Gesellschaften zu \u00fcberschreiten. Aber utopisches Denken bietet mehr als Inspiration: Es bietet auch eine Richtung, an der wir uns orientieren k\u00f6nnen. Ohne eine Vision der Art von Gesellschaft, die wir uns w\u00fcnschen, wird es unm\u00f6glich sein, sie je zu erreichen. In einem modernen \u00f6kologischen Kontext finden die Details dieser utopischen Prinzipien, basierend auf einem wissenschaftlichen Verst\u00e4ndnis von \u00d6kosystemen, ihre Anwendung in einer demokratisch erarbeiteten Planung auf lokaler Ebene.<sub><sup><a href=\"#fn1\">1<\/a><\/sup><\/sub><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soziale \u00d6kologie untersucht die Zukunft aus dieser Perspektive und erkennt das reelle, existierende Potenzial f\u00fcr eine \u00f6kologische Gesellschaft. Wenn wir moderne wissenschaftliche Erkenntnisse und Techniken beiziehen, haben wir das Potenzial, die \u00f6kologischen Probleme der Welt zu l\u00f6sen; wir k\u00f6nnen emissionsfreie, erneuerbare Energiequellen schaffen und nutzen; wir k\u00f6nnen den Prozess des globalen Klimawandels umkehren; wir k\u00f6nnen die Umweltverschmutzung beenden und Giftm\u00fcll-Ablagerungen sanieren; und wir k\u00f6nnen eine gesunde Ern\u00e4hrung f\u00fcr die Weltbev\u00f6lkerung zur Verf\u00fcgung stellen. Heute schon ist all dies m\u00f6glich mit existierenden Technologien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum ersten Mal in der Geschichte des Planets haben wir nun die M\u00f6glichkeit, Knappheit zu eliminieren. Unsere Geselllschaft besitzt die Technologie und die Wissenschaft, die n\u00f6tig sind, um alle Bed\u00fcrfnisse der Menschheit nach Nahrung, Wohnung und Energie zu stillen. Was uns fehlt, ist eine gesellschaftliche Vision und der politische Wille, dies zu tun. Hierarchische Konzentrationen von Reichtum und Macht haben zu einem katastrophalen weltweiten Ungleichgewicht in der Verteilung von Ressourcen gef\u00fchrt. Die Schere zwischen Reich und Arm ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter aufgegangen. So wie die Aufkl\u00e4rung zu einer Restrukturierung der Gesellschaft f\u00fchrte, welche die Grundfeste der alten sozialen Ordnung ersch\u00fctterte, so muss eine neue Aufkl\u00e4rung basierend auf Sozialer \u00d6kologie nach demselben zielen. Ich bin mir der Beschr\u00e4nktheit und der vielen problematischen Aspekte der historischen Aufkl\u00e4rung schmerzlich bewusst und ich will nicht nahelegen, dass wir sie inhaltlich wiederholen, aber dass sie einen Prozess darstellt, von dem wir lernen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Projekt der Aufkl\u00e4rung begann mit einem B\u00fcndel von Ideen, die eine radikale Kritik offerierten an dem, was ist, und mit einer dar\u00fcber hinausgehenden Vision dessen, was sein k\u00f6nnte und was sein sollte, verankert in einem neuen ethischen Grundger\u00fcst. Wir brauchen heute dringend einen \u00e4hnlichen Prozess, wenn das Potenzial f\u00fcr eine \u00f6kologische Gesellschaft jemals realisiert werden soll. Dies nicht zu tun, hiesse unsere Menschlichkeit aufzugeben und uns kopf\u00fcber in eine \u00c4ra von noch nie dagewesener \u00f6kologischer Verw\u00fcstung zu st\u00fcrzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dan Chodorkoff<\/em>, <em><a href=\"http:\/\/social-ecology.org\">social-ecology<\/a><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/social-ecology.org\" target=\"_blank\">.<\/a><a href=\"http:\/\/social-ecology.org\">org<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">\u00dcbersetzung aus dem Englischen: Netzwerk f\u00fcr Kommunalismus, 2021.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Originaltext: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/libcom.org\/library\/social-ecology-ecological-humanism\" target=\"_blank\">libcom.org\/library\/social-ecology-ecological-humanism<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\" id=\"fn1\"><sup><a href=\"#re1\">1<\/a><\/sup> Anm. d. \u00dcbers.: Ein Beispiel f\u00fcr eine wissenschaftsbasierte \u00f6kologische Planung, die auf lokaler Ebene demokratisch umgesetzt werden kann, ist der Climate Action Plan (CAP) des Klimastreiks Schweiz: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/climatestrike.ch\/de\/crisis#solutions\" target=\"_blank\">https:\/\/climatestrike.ch\/de\/crisis#solutions<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufbauend auf Biologie und Evolutionslehre erkl\u00e4rt Dan Chodorkoff (Mitgr\u00fcnder des Institute for Social Ecology ISE), wie Umweltzerst\u00f6rung mit Hierarchie und Herrschaft zusammenh\u00e4ngt. Indem er soziale Prinzipien wie Gegenseitigkeit, Einheit-in-der-Vielfalt und Freiheit als bereits in der Natur potenziell vorhanden sieht, gibt er Anlass zur Hoffnung, dass wir zu einer \u00f6kologischen Gesellschaft werden k\u00f6nnen und die Umweltkrise, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[114,115,64,252],"class_list":["post-301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized","tag-ethik","tag-evolution","tag-oekologie","tag-soziale-oekologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=301"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/301\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kommunalismus.org\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}