{"id":342,"date":"2021-09-09T21:26:16","date_gmt":"2021-09-09T19:26:16","guid":{"rendered":"https:\/\/netzwerkkommunalismus.wordpress.com\/?p=342"},"modified":"2021-09-09T21:26:16","modified_gmt":"2021-09-09T19:26:16","slug":"wie-die-zapatistas-gehorchend-regieren-lektionen-in-basisdemokratischer-selbstverwaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=342","title":{"rendered":"Wie die Zapatistas &#8222;gehorchend regieren&#8220;: Lektionen in basisdemokratischer Selbstverwaltung"},"content":{"rendered":"\n<p> <span lang=\"de-DE\"><i>Auf ihrer &#8222;Reise f<\/i><\/span><i>\u00fc<\/i><span lang=\"de-DE\"><i>r das Leben&#8220; hat die zapatistische Delegation &#8222;Esquadron 421&#8220; auch Basel besucht. Im Camp auf der besetzten Dreirosenanlage haben die sieben Personen ausf<\/i><\/span><i>\u00fc<\/i><span lang=\"de-DE\"><i>hrlich <\/i><\/span><i>\u00fc<\/i><span lang=\"de-DE\"><i>ber ihren Kampf, die Autonomie und Selbstverwaltung in Chiapas erz<\/i><\/span><i>\u00e4hlt.<\/i><\/p>\n\n\n\n<p id=\"a\">Haupts\u00e4chlich waren sie gekommen, um zuzuh\u00f6ren. Um zu erfahren, wie die widerst\u00e4ndigen Bewegungen Europas, &#8222;in ihren eigenen Geografien&#8220;<a href=\"#sdendnote1\"><sup>1<\/sup><\/a>, ihre K\u00e4mpfe f\u00fchren und sich organisieren. Aber in Basel \u00e4usserten sie sich erstmals auf ihrer Reise auch inhaltlich. In mehrst\u00fcndigen Referaten berichteten die sieben Personen &#8211; vier Frauen, zwei M\u00e4nner und eine nonbin\u00e4re Person &#8211; \u00fcber ihr Gesellschaftssystem im mexikanischen Chiapas.<\/p>\n\n\n\n<p>Im diesem Artikel soll ihr basisdemokratisches Modell kurz skizziert werden, denn so wie sie von uns lernen wollen, so k\u00f6nnen auch wir wertvolle Lektionen aus ihrem Besuch ziehen.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"b\">Die Zuh\u00f6renden im Basler Zapatista-Camp hatten zuerst harte Kost zu schlucken. Die \u201eCompas\u201c (Genoss*innen) schilderten in allen Details, wie die indigene Bev\u00f6lkerung Jahrhunderte lang unter den Grossgrundbesitzern litt. Auf dem Papier waren sie zwar frei, aber faktisch lebten sie als Sklav*innen. Ihre Arbeitskraft wurde auf extreme Weise ausgebeutet, mit Produktionsvorgaben, die sie gar nicht erf\u00fcllen konnten, sodass sadistische Strafen Alltag waren. Insbesondere die Frauen<a href=\"#2\"><sup>2<\/sup><\/a> waren auf extreme Weise struktureller sexueller Gewalt ausgesetzt. Aus Erz\u00e4hlungen der Urgrosseltern, Grosseltern und Eltern sind diese gr\u00e4sslichen Zeiten auch in der heutigen Generation noch in Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem emotional aufw\u00fchlenden Einstieg \u00e4nderte sich die Stimmung allm\u00e4hlich: eine hoffnungsvolle &#8211; und k\u00e4mpferische &#8211; Stimmung kam auf, als die sieben Redner*innen auf den Widerstand zu sprechen kamen. Ruhig, \u00fcberzeugend und sachlich erz\u00e4hlten sie von der klandestinen Organisierung im Dschungel von Lacandona, als sich die Befreiungsarmee EZLN (Ej\u00e9rcito Zapatista de Liberaci\u00f3n Nacional) formierte. Die langsamen Vorbereitungen und die vielen Gespr\u00e4che, um die Basis der Gesellschaft zu \u00fcberzeugen, dauerten \u00fcber ein Jahrzehnt. Am 1. Januar 1994 kam es zum zw\u00f6lft\u00e4gigen Aufstand, in dessen Folge die indigene Bev\u00f6lkerung gewisse Landwirtschaftsfl\u00e4chen vergesellschaften konnte. Es gibt sowohl (Landwirtschafts-)Kooperativen als auch private Subsitenzwirtschaft in den zapatistischen Gebieten. Verhandlungen mit dem mexikanischen Staat fanden statt, sodass in den zapatistischen Gebieten eine Autonomie entstehen konnte, die aber immer wieder durch vom Staat gef\u00f6rderte Paramilit\u00e4rs bedroht wird. Auch organisierte Kriminalit\u00e4t und Anh\u00e4nger*innen des mexikanischen Parteien-Systems (&#8222;partidistas&#8220;) sind Kr\u00e4fte, die den Selbstverwaltungsstrukturen entgegenwirken.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie in den Referaten klar wurde, leben in Chiapas nicht nur 100% \u00fcberzeugte Zapatistas. In vielen D\u00f6rfern ist die Bev\u00f6lkerung geteilt zwischen Zapatistas und &#8222;partidistas&#8220; und in manchen Gegenden besteht die zapatistische Basis aus nur wenigen Einzelpersonen. Insgesamt ist die zapatistische Bewegung jedoch die pr\u00e4gende politische Struktur &#8211; und zwar, weil sie funktioniert und die Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung erf\u00fcllen kann. &#8222;Am Anfang haben sich die partidistas \u00fcber uns lustig gemacht, weil sie dachten, wir seien arm, k\u00f6nnten nicht mal lesen und seien nicht f\u00e4hig, unsere Angelegenheiten zu regeln&#8220;, erz\u00e4hlte eine Compa\u00f1era. Mittlerweile k\u00e4men aber selbst Nicht-Zapatistas zu ihnen, damit sie ihnen helfen, ihre Probleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das basisdemokratische Modell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den Referaten wurde deutlich, wie die Zapatistas ihre Politik &#8222;von unten&#8220; denken: &#8222;Wenn das Volk entscheidet, wie es leben will und was ge\u00e4ndert werden soll &#8211; das ist Demokratie f\u00fcr uns.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"c\">Das zapatistische Gesellschaftsmodell ist aus Versammlungen und R\u00e4ten aufgebaut. Anders als im Nationalstaatenmodell steht nicht die Regierung im Zentrum und die Bev\u00f6lkerung ist nur Befehlsempf\u00e4ngerin, sondern die Macht wird m\u00f6glichst gleichm\u00e4ssig auf alle Menschen verteilt. Das bedeutet erstens eine Dezentralisierung: Die allerwichtigste politische Einheit in den autonomen Gebieten sind die D\u00f6rfer. Auf der lokalen Ebene ist es, wo die wichtigsten Entscheidungen direktdemokratisch getroffen werden, die das Leben der Menschen vor Ort direkt betreffen<a href=\"#3\"><sup>3<\/sup><\/a>. (Die folgenden Informationen stammen zum Teil aus den Referaten, zum Teil aus den B\u00fcchern in der Literaturliste.)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"d\">Zweitens bedeutet das, dass Politiker*innen nicht elit\u00e4re, hochspezialisierte Fachpersonen sind, sondern dass alle Menschen f\u00e4hig sind, in Politik und Verwaltung t\u00e4tig zu werden. Wie die Zapatistas in Basel schilderten, ist das politische System reich stukturiert und enth\u00e4lt zahlreiche Versammlungen, R\u00e4te, Kommissionen und weitere \u00c4mter. Die Funktionen werden turnusweise besetzt und die Amtsdauer kann nicht verl\u00e4ngert werden, ebenso sind keine Doppel\u00e4mter erlaubt. Ein Zonenrat kann beispielsweise 24 Personen enthalten, die sich alle zehn Tage in Achtergruppen abwechseln &#8211; die genaue Anzahl, Art und Weise ist von Dorf zu Dorf, von Zone zu Zone unterschiedlich und pragmatisch den jeweiligen Begebenheiten vor Ort angepasst<a href=\"#4\"><sup>4<\/sup><\/a>. So wird garantiert, dass sich keine Machtkonzentration und Korruption einschleichen kann und tats\u00e4chlich ein sehr grosser Teil der Bev\u00f6lkerung involviert wird.<br>Alle Menschen k\u00f6nnen sich in die R\u00e4te und Komissionen w\u00e4hlen lassen und im politischen System mitwirken. Von Zapatistas wird sogar erwartet, dass sie sich politisch engagieren. \u00c4mter werden als &#8222;cargo&#8220; bezeichnet, was auch &#8222;Last&#8220; bedeutet. Sie bringen keinerlei Privilegien mit sich und sind immer unbezahlt. Einkommensausf\u00e4lle werden kompensiert, indem politisch t\u00e4tige Personen Kost und Logie erhalten, von Gemeinschaftsarbeit in den Kooperativen befreit werden oder dass ihnen beim Bewirtschaften ihrer privaten Felder geholfen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die drei Ebenen: Dorf, Munizipalit\u00e4t, Zone<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p id=\"e\">Das zapatistische Modell gliedert sich in drei Ebenen: Dorf, Munizipalit\u00e4t (&#8222;municipio&#8220;, wird im Deutschen oft als &#8222;Landkreis&#8220; \u00fcbersetzt) und Zone. Die wichtigste Ebene ist die dezentralste: das Dorf. Mehrere D\u00f6rfer zusammen bilden eine Munizipalit\u00e4t (&#8222;MAREZ&#8220; &#8211; Municipios Aut\u00f3nomos Rebeldes Zapatistas\/Autonome rebellische zapatistische Munizipalit\u00e4ten) als zweite Ebene. Die dritte Ebene ist dann die Zone.<a href=\"#5\"><sup>5<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das grundlegende politische Instrument ist die Dorfversammlung (asamblea), an der alle Bewohner*innen teilnehmen k\u00f6nnen. F\u00fcr die Verwaltungs-\/Regierungsaufgaben (&#8222;Exekutive&#8220;) auf Dorfebene ist ein (basisdemokratisch gew\u00e4hlter) Rat zust\u00e4ndig, dessen Mitglieder &#8222;autoridades&#8220; oder zum Teil auch &#8222;agentes&#8220; oder &#8222;promotores&#8220; genannt werden. F\u00fcr Spezialbereiche gibt es zudem Kommissionen.<br>Auf der munizipalen Ebene heisst der Rat &#8222;consejo aut\u00f3nomo&#8220;. Dessen Mitglieder werden basisdemokratisch aus den D\u00f6rfern gew\u00e4hlt und k\u00f6nnen jederzeit abgesetzt werden (imperatives Mandat). Ausserdem gibt es munizipale Versammlungen (asamblea municipal), die sich aus allen Delegierten der D\u00f6rfer zusammensetzen. Auch auf der munizipalen Ebene gibt es, als Unterst\u00fcztung f\u00fcr den Rat, Kommissionen f\u00fcr die einzelnen Fachbereiche.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Eben der Zone gibt es einen Zonen-Rat und eine Zonen-Versammlung (asamblea de la zona oder asamblea maxima, die aus Delegierten der Landkreise und zum Teil auch aus der Dorfebene bestehen) sowie wiederum Kommissionen. In den Zonen befinden sich auch die ber\u00fchmten &#8222;Caracoles&#8220;: Ein &#8222;Caracol&#8220; ist ein Verwaltungszentrum, zu dem die Ratsmitglieder aus ihren zum Teil weit entfernten D\u00f6rfern anreisen und dort turnusweise ihre politische Arbeit verrichten. (&#8222;Caracol&#8220; bedeutet Schneckenhaus, in Anspielung auf das langsame, aber beharrliche Voranschreiten der zapatistischen Bewegung.)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>dritte Ebene<\/td><td>Zone (mit Caracoles als Verwaltungs-Zentren)<\/td><td>Zonenrat (junta de buen gobierno)<\/td><td>Zonen-Versammlung<\/td><\/tr><tr><td>zweite Ebene<\/td><td>Landkreis (Municipios, MAREZ)<\/td><td>munizipaler Rat (consejo aut\u00f3nomo\/municipal)<\/td><td>munizipale Versammlung<\/td><\/tr><tr><td>erste Ebene<\/td><td>Dorf (pueblos, comunidades)<\/td><td>Dorfrat (autoridades locales)<\/td><td>Dorf-Versammlung<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p id=\"f\">Jede Ebene hat quasi eine Exekutive (Rat) und eine Legislative (Versammlung) sowie fachspezifische Kommissionen als Unterst\u00fctzung. Eine separate Judikative gibt es nicht, denn Konflikte werden nicht mit einem westlichen Bestrafungssystem angegangen, sondern l\u00f6sungsorientiert im Sinn einer regenerativen Gerechtigkeit.<a href=\"#6\">6<\/a><\/p>\n\n\n\n<p id=\"g\">Zus\u00e4tzliche gibt es eine un\u00fcbersichtliche F\u00fclle an zus\u00e4tzlichen Instrumenten, die einen regen Austausch zwischen allen Ebenen und eine grosse demokratische Kontrolle erm\u00f6glichen, beispielsweise aus der Basis gew\u00e4hlte Kontroll-Kommissionen (comisiones de vigilancia). Der Austausch findet horiziontal und vertikal statt, beispielsweise in zus\u00e4tzlichen Versammlungen, die &#8222;reuniones&#8220; und &#8222;consultas&#8220; genannt werden.<a href=\"#7\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gehorchendes Regieren &#8211; mandar obedeciendo<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein zapatistischer Grundsatz ist das &#8222;mandar obedeciendo&#8220;, das gehorchende Regieren. Begriffe wie &#8222;Autorit\u00e4ten&#8220; (so werden die Dorfr\u00e4te genannt) oder &#8222;Regierung&#8220; sind in unserem westlichen Kontext oft negativ besetzt. Die Zapatistas benutzen sie aber neutral und betonen ganz stark, dass Regieren nicht Befehlen sein soll. Im Gegenteil: Die basisdemokratisch gew\u00e4hlte Autorit\u00e4ten haben keinerlei (Entscheidungs-)Macht, sondern setzen nur um, was ihnen die Basis auftr\u00e4gt. Die Macht ist somit in der lokalen Basis verankert und fliesst von unten nach oben. &#8222;Die Autorit\u00e4ten m\u00fcssen dem Volk Rechenschaft geben und transparent informieren&#8220;, erkl\u00e4rten die Zapatistas im Camp in Basel. &#8222;Wenn etwas schief l\u00e4uft, m\u00fcssen sie es erkl\u00e4ren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"h\">Ihre Regierung nennen die Zapatistas die &#8222;buen gobierno&#8220;, die gute Regierung. Damit meinen sie eine Selbstverwaltung, die das Gute f\u00fcr die ganze Bev\u00f6lkerung will, im Gegensatz zum &#8222;mal gobierno&#8220; (schlechte Regierung) des Staates und der traditionellen Parteien, das auf Machtgewinn und Herrschaft ausgerichtet ist.<a href=\"#8\"><sup>8<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In der Praxis heisst das, dass die R\u00e4te Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Initiativen ausarbeiten und diese den unteren Ebenen unterbreiten &#8211; die Entscheide werden aber dann dezentral in den einzelnen D\u00f6rfern getroffen. Oft gibt es ein l\u00e4ngeres Hin und Her zwischen den Ebenen: Das Feedback aus den D\u00f6rfern kommt wieder in die h\u00f6here Ebene, ein neuer Vorschlag wird ausgearbeitet und wieder in die D\u00f6rfer geschickt. Dieses Hin und Her ist auch ein Teil von dem, was die Zapatistas als &#8222;pregundanto caminamos&#8220; bezeichnen (&#8222;Fragend schreiten wir voran.&#8220;).<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Referentin im Camp in Basel gab praktische Beispiele f\u00fcr solche Vorschl\u00e4ge (&#8222;propuestos&#8220;): etwa den Aufbau von neuen Kooperativen (&#8222;trabajos colectivos&#8220;) oder wenn \u00c4nderungen im Bildungsbereich oder im Gesundheitswesen n\u00f6tig sind. (Die Bereiche kollektive Landwirtschaft, autonome Bildung &#8211; im Gegensatz zur qualitativ schlechten staatlichen Bildung &#8211; und kommunale Gesundheitsversorgung scheinen wichtige Alltagsthemen zu sein und wurden von den Referent*innen mehrmals erw\u00e4hnt.) Wie die Compa\u00f1era meinte: &#8222;Diese propuestos werden in die D\u00f6rfer gebracht, es gibt eine Abstimmung, dann gibt es Gegenvorschl\u00e4ge und dann wieder eine Versammlung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zapatistische Prinzipien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich wurde aus den Referaten auch, dass es nicht &#8222;das&#8220; zapatistische Modell gibt, das nach einem fixen Bauplan in allen Zonen umgesetzt werden k\u00f6nnte. Es entwickelt sich \u00fcber die Zeit hinweg weiter und ist den jeweiligen geografischen Unterschieden angepasst. Die Zapatistas betonten auch, dass sie uns nicht ihr Modell als L\u00f6sung aufdr\u00e4ngen wollen: Alle m\u00fcssen &#8222;entsprechend ihren Geografien und Temporalit\u00e4ten&#8220; ihren Weg finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was aber &#8211; neben der formellen R\u00e4testruktur &#8211; grundlegend ist, ist ein inhaltlicher Grundkonsens. Dieser \u00e4ussert sich in einigen Prinzipien:<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 <strong>mandar obedeciendo<\/strong> (gehorchendes Regieren, siehe oben)<br>\u2022 <strong>preguntando caminamos<\/strong> (Fragend schreiten wir voran; wir kennen nicht schon die perfekte, fixe L\u00f6sung, sondern wir entwickeln uns)<br>\u2022 <strong>un mundo donde quepan muchos mundos<\/strong> (Eine Welt, in der viele Welten Platz haben; gr\u00f6sstm\u00f6gliche Autonomie in der jeweiligen &#8222;Geografie und Temporalit\u00e4t&#8220;; eine offene, tolerante Gesellschaft im Gegensatz zur Totalit\u00e4t des nationalstaatlichen und kapitalistischen Systems; viele Arten des Kampfes und Widerstands)<\/p>\n\n\n\n<p>Ausserdem haben die Zapatistas sieben Prinizipen des gehorchenden Regierens aufgestellt, die sehr viel \u00fcber ihre politische Sichtweise preisgeben:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Dienen und sich nicht bedienen. (Servir y no servirse)<\/li><li>Repr\u00e4sentieren und nicht ersetzen. (Representar y no suplantar)<\/li><li>Aufbauen und nicht zerst\u00f6ren. (Construir y no destruir)<\/li><li>Gehorchen und nicht befehlen. (Obedecer y no mandar)<\/li><li>Vorschlagen und nicht aufzwingen. (Proponer y no imponer)<\/li><li>\u00dcberzeugen und nicht besiegen. (Convencer y no vencer)<\/li><li>Nach unten gehen und nicht nach oben. (Bajar y no subir)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Bei diesen sieben Prinzipien wird jeweils die Praxis der guten Regierung der Praxis der nationalstaatlichen Regierung entgegengestellt. Zapatistische Ratsmitglieder sollen nicht die politische Karriereleiter erklimmen und Gelder einstecken, sondern zum Volk hinabsteigen und ihm dienen. Die oberen Ebenen zwingen den D\u00f6rfern nichts auf, wie im Staat, wo die Macht von oben nach unten fliesst. Das liesse sich auch gar nicht durchsetzen, weil es kein zentrales Gewaltmonopol gibt &#8211; das zapatistische System baut auf Freiwilligkeit auf, deshalb auch die Betonung auf dem \u00dcberzeugen. Es gibt keine amtlichen Dekrete, die von den D\u00f6rfern umgesetzt werden m\u00fcssen, sondern Vorschl\u00e4ge (propuestos), die den D\u00f6rfern zur Diskussion unterbreitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben diesen Prinzipien gibt es einige &#8222;Gesetze&#8220; (&#8222;leyes&#8220;), die aber nur Grundwerte umfassen, die von allen Zapatistas geteilt werden, wie die Frauengesetze oder das Alkoholverbot (Alkohol war\/ist in Chiapas f\u00fcr viele Missst\u00e4nde verantwortlich, unter anderem auch Ausl\u00f6ser f\u00fcr patriarchale Gewalt). In den Zonen und municipios gibt es zudem noch weitere Reglemente.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Frauen\/FLINTA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Referent*innen betonten, dass sie grossen Wert auf das Thema Frauen legen. &#8222;Der Schmerz und die Wut der Grossm\u00fctter&#8220; seien heute noch lebendig. Leider sei im zapatistischen Modell noch keine 100-prozentige Beteiligung der Frauen erreicht. Manche haben Angst vor den Aufgaben oder h\u00f6ren fr\u00fcher auf, manchmal verbieten ihnen ihre Ehem\u00e4nner, dass sie sich politisch bet\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine separate Frauen-Organisation in diesem Sinn gibt es zwar nicht, aber es gibt einzelne Frauenr\u00e4te (asambleas de mujeres). Diese w\u00e4hlen z. B. eine neue Frau als Nachr\u00fcckende in ein Amt, wenn eine Amtstr\u00e4gerin aufh\u00f6rt. Diese Frauenr\u00e4te haben sich laut den Referent*innen auch \u00fcber die Zonen hinweg organisiert. Ausserdem gibt es spezielle Frauenkollektiven, die Frauen wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Manchmal fehlt es an Selbstreflexion&#8220;, sagten die Referent*innen zum Thema Frauenf\u00f6rderung. Wenn eine Frau in der Selbstverwaltung scheitere, dann wirke es manchmal demotivierend auf die anderen. Aber es sei halt ein Lernprozess.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Widerstand in der Praxis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schluss der \u00fcber zwei Tage verteilten Referate betonten die Compas, dass ihre Bewegung eine aufst\u00e4ndische Bewegung sei, die Widerstand praktiziere. Die staatliche Regierung habe anf\u00e4nglich ihre B\u00fcros zerst\u00f6rt, aber davon h\u00e4tten sie sich nicht kleinkriegen lassen: &#8222;Die Autonomie ist nicht in einem Haus, sondern in unseren Herzen.&#8220; Dann habe die Regierung Paramilit\u00e4rs geschaffen und es so aussehen<br>lassen, dass der zapatistische Kampf lediglich ein &#8222;Konflikt&#8220; zwischen Indigenen w\u00e4re. &#8222;Aber wir haben es in der \u00d6ffentlichkeit denunziert.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p id=\"i\">Ihre &#8222;Reise f\u00fcr das Leben&#8220; (gira por la vida) und &#8222;Invasion&#8220; von Europa<a href=\"#9\"><sup>9<\/sup><\/a> ist ebenfalls in diesem Kontext des praktizierten Widerstandes zu verstehen. 500 Jahre nach der &#8222;Eroberung&#8220; von Mexiko &#8211; was besser gesagt 500 Jahre Widerstand heissen m\u00fcsste &#8211; kommen die Zapatistas f\u00fcr eine &#8222;Invasion&#8220; nach Europa.<br>Es handelt aber nicht um eine autorit\u00e4re, kolonialisierende Invasion. Sie wollen uns nicht ihre Weltsicht aufdr\u00e4ngen: &#8222;Wir sagen nicht, dass ihr dasselbe machen sollt wie wir.&#8220; Wir alle h\u00e4tten verschiedene Formen des Widerstandes. Wichtig sei, zu k\u00e4mpfen und sich zu organisieren. Egal ob Mann\/Frau\/nichtbin\u00e4r, egal welche Nationalit\u00e4t, wir h\u00e4tten alle denselben Feind: das kapitalistische System, das ja auch nicht zwischen uns unterscheide.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Compas schlossen mit einem sch\u00f6nen Bild: &#8222;Wir bringen euch Samen und wir tragen Samen von euch zur\u00fcck in unsere D\u00f6rfer.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Anmerkungen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p id=\"sdendnote1\"><a href=\"#a\">1<\/a> In Texten von Zapatistas &#8211; ob geschrieben oder gesprochen &#8211; f\u00e4llt auf, dass sie patriarchale, rassistische und nationalstaatliche Konzepte infrage stellen und nach einer neuen, angemesseneren Sprache suchen. So reden sie nicht von Staaten und Grenzen, sondern von &#8222;Geografien&#8220;. Den Kontinenten, der als &#8222;Europa&#8220; bezeichnet wird, haben sie umgetauft in &#8222;Slumil K&#8217;ajxemk&#8217;op&#8220; (&#8222;widerst\u00e4ndiges Land&#8220;), und das sogenannte &#8222;Amerika&#8220; nennen sie, wie es in vielen soziale Bewegungen mittlerweile \u00fcblich ist, &#8222;Abya Yala&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"2\"><a href=\"#b\">2<\/a> In zapatistischen Kontexten wird zwar oft eine nonbin\u00e4re Sprache angestrebt, was sich beispielsweise in Ausdr\u00fccke wie FLINTA zeigt, aber manchmal wird einfach von Frauen, M\u00e4nnern und Anderen (&#8222;otroas&#8220;) gesprochen. &#8222;Wir lernen noch&#8220; heisst es in einem zapatistischen Kommuniqu\u00e9.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"3\"><a href=\"#c\">3<\/a> Subsidiarit\u00e4tsprinzip: Alle Entscheidungen sollen m\u00f6glichst lokal getroffen werden. Geografisch weiter gefasste K\u00f6rperschaften sollen nur Probleme l\u00f6sen, die ein einzelnes Dorf allein nicht l\u00f6sen kann, z. B. weil mehrere D\u00f6rfer betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"4\"><a href=\"#d\">4<\/a> F\u00fcr genauere Infos zum Aufbau der R\u00e4te siehe Literaturliste.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"5\"><a href=\"#e\">5<\/a> Dieses konf\u00f6deralistische Modell &#8222;Dorf &#8211; Munizipalit\u00e4t &#8211; Zone&#8220; ist quasi nach oben offen, d. h. es k\u00f6nnen theoretisch immer weitere geografische Kreise gezogen werden: Es gibt z. B. Treffen von mehreren Zonen, das w\u00e4re dann die vierte Ebene. Auch in anderen Bundesstaaten von Mexiko gibt es Autonomiebewegungen, die zum Teil von Chiapas inspiriert sind; theoretisch k\u00f6nnte dies als f\u00fcnfte Ebene bezeichnet werden. Denkbar w\u00e4re sogar eine Erweiterung bis zur globalen Ebene, also eine &#8222;zapatistische Internationale&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"6\"><a href=\"#f\">6<\/a> Die Zapatistas nennen ihr Gerechtigkeitssystem &#8222;la otra justicia&#8220;, &#8222;die andere Gerechtigkeit&#8220;, eine nicht-k\u00e4ufliche Justiz im Gegensatz zur korrupten Staatsjustiz. Die &#8222;partidistas&#8220; h\u00e4tten zuerst dar\u00fcber gelacht, jetzt k\u00e4men sie zu den Zapatistas, damit diese ihre Probleme regeln, war in Basel zu h\u00f6ren. Sanktionen best\u00fcnden meistens aus Gemeinschaftsarbeit. (Gef\u00e4ngnis nur bei Mord.)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"7\"><a href=\"#g\">7<\/a> Insgesamt ist das zapatistische R\u00e4tesystem ein direktdemokratisches System, das aber auch repr\u00e4sentative Elemente enth\u00e4lt (siehe Literaturliste, Schuster). Initiativen gehen oft von der Zone oder Munizipalit\u00e4t aus, werden aber auf lokaler Ebene entschieden. Es gibt auch Ausnahmen: Die Versammlungen munizipaler Ebene und in der Zone haben zum Teil von den D\u00f6rfern die Befugnis, einzelne Entscheidungen selber zu treffen, wenn die Basis bereits Grundsatzentscheide zum betreffenden Thema getroffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p id=\"8\"><a href=\"#h\">8<\/a> Aufgaben der junta de buen gobierno: Die Zapatistas gaben in Basel einige Beispiele, womit sich die Zonenr\u00e4te (juntas de buen gobierno) inhaltlich befassen. Ein wichtiger Teil ist die Kontrolle: dass in den zapatistischen Gebieten gem\u00e4ss den Prinzipien gearbeitet wird, Controlling der Gemeindegelder, Umweltschutz, z. B. Abkehr von Pestiziden, Kampf gegen Schlepperbanden und Marihuana-Anbau, Einhaltung der zapatistischen Gesetze, \u00dcberwachung, dass die Arbeitsbereiche aktiv bleiben, z. B. dass regelm\u00e4ssig Kurse durchgef\u00fchrt werden. Andere Themen sind z. B.: Kunst und Kultur, neue Projekte, wie kann eine Schulerweiterung finanziert werden, welche Bed\u00fcrfnisse gibt es im Gesundheitsbereich.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Aufgaben der junta sind: daf\u00fcr sorgen, dass die Prinzipien, Gesetze und Reglemente eingehalten werden, Projekte f\u00f6rdern, kollektive Entscheidungen umsetzen, das Volk von Ideen, die f\u00fcr alle gut sind, \u00fcberzeugen, mit Personen des Staates kommunizieren und ihrer Sichtweise unsere Art des Lebens entgegenstellen, schlechte Autorit\u00e4ten in den D\u00f6rfern ansprechen und sanktionieren, die Teilhabe der Frauen auf allen drei Ebenen f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgabe des Volkes ist es hingegen, Autorit\u00e4ten abzuschaffen, die ihre Aufgaben nicht erf\u00fcllen. (Imperatives Mandat)<\/p>\n\n\n\n<p id=\"9\"><a href=\"#i\">9<\/a> Bei der Landung in Vigo (Galizien) sprach ein*e Compa der Delegation: \u201eIm Namen der Frauen, der Kinder, der M\u00e4nner, der \u00c4ltesten und nat\u00fcrlich der anderen Zapatisten erkl\u00e4re ich, dass der Name dieses Landes, das seine Eingeborenen heute \u201aEuropa\u2018 nennen, von nun an SLUMIL K&#8217;AJXEMK&#8217;OP hei\u00dfen wird, was soviel bedeutet wie \u201aUngehorsames Land\u2018 oder \u201aLand, das nicht aufgibt\u2018. Und so wird sie bei Einheimischen und Ausl\u00e4ndern gleichermassen bekannt sein, solange es hier jemanden gibt, der nicht aufgibt, der sich nicht verkauft und der nicht nachgibt.&#8220; https:\/\/www.somoselmedio.com\/2021\/04\/17\/escuadron-421-la-delegacion-maritima-zapatista\/<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Literatur<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"http:\/\/enlacezapatista.ezln.org.mx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">enlacezapatista.ezln.org.mx<\/a> (Kommuniqu\u00e9s und wichtige Texte der Zapatistas, i<\/em>n der Regel l\u00e4sst sich die deutsche \u00dcbersetzung anklicken)<\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.ya-basta-netz.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.ya-basta-netz.org<\/a> (Zapatisische Reise \/ Deutschland)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"http:\/\/chiapas.ch (Schweiz)\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">chiapas.ch<\/a> (Schweiz)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.unrast-verlag.de\/ebooks\/demokratie-des-gehorchenden-regierens-582-detail\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Simon Schuster: Demokratie des gehorchenden Regierens<\/a>, Unrast Verlag 2018 (eine Dissertation; das zapatistische Modell durch eine sehr akademische, politikwissenschaftliche Brille gesehen)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.pmpress.org\/index.php?l=product_detail&amp;p=974\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dylan Eldredge Fitzwater: Autonomy Is in Our Hearts: Zapatista Autonomous Government through the Lens of the Tsotsil Language<\/a>, PM Press 2019 (zapatistische Grundprinzipien erkl\u00e4rt anhand von Konzepten der indigenen Gesellschaft wie &#8222;gemeinsames Herz&#8220;, &#8222;Gemeinschaftsarbeit &#8211; Lohnarbeit&#8220; usw.)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><a href=\"http:\/\/ausm.community\/escuelita\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ausm.community\/escuelita<\/a> (Lehrb\u00fccher, die von den Zapatistas in ihrer &#8222;Escuelita&#8220; eingesetzt werden, viele Praxisbeispiele, v. a. in Autonomous Government I<\/em> und II)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf ihrer &#8222;Reise f\u00fcr das Leben&#8220; hat die zapatistische Delegation &#8222;Esquadron 421&#8220; auch Basel besucht. Im Camp auf der besetzten Dreirosenanlage haben die sieben Personen ausf\u00fchrlich \u00fcber ihren Kampf, die Autonomie und Selbstverwaltung in Chiapas erz\u00e4hlt. Haupts\u00e4chlich waren sie gekommen, um zuzuh\u00f6ren. 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