{"id":887,"date":"2024-06-14T11:31:34","date_gmt":"2024-06-14T11:31:34","guid":{"rendered":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=887"},"modified":"2024-06-16T20:23:41","modified_gmt":"2024-06-16T20:23:41","slug":"gegen-den-faschismus-kommunalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kommunalismus.org\/?p=887","title":{"rendered":"Gegen den Faschismus: Kommunal\u200bismus!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Kommuniqu\u00e9 der Organisation \u201e<\/em><a href=\"https:\/\/offensive.eco\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u><em>L\u2019Offensive<\/em><\/u><\/a><em>\u201c vom 11. Juni 2024, \u00fcbersetzt aus dem Franz\u00f6sisischen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Macrons leichtsinnige Aufl\u00f6sung (des franz\u00f6sischen Parlaments, Anm. d. \u00dcbers.) bringt die Faschist*innen an die Schwelle zur Macht. Die antisoziale Politik der Rechten und der unaufh\u00f6rliche Verrat der \u201eRegierungslinken\u201c sind die Hauptverantwortlichen f\u00fcr diese Situation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dem Faschismus einen Riegel vorzuschieben, bedeutet vor allem, einen emanzipatorischen Horizont zu entwerfen<\/strong>, ein ehrgeiziges Gesellschaftsprojekt zu bilden, das unseren Planeten bewohnbar h\u00e4lt, Ungleichheiten beseitigt und es den Menschen erm\u00f6glicht, f\u00fcr sich selbst und durch sich selbst zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es besteht eine absolute Dringlichkeit, die Faschist*innen daran zu hindern, an die Macht zu kommen. <strong>Kein Projekt des sozialen Fortschritts kann sich entwickeln, wenn Reaktion\u00e4re, Rassist*innen, Sexist*innen, Homo- und Transphobe an der Macht sind und diejenigen zerschlagen, die sich ihnen widersetzen k\u00f6nnten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um der Linken zum Sieg zu verhelfen, bef\u00fcrworten wir daher die <strong>Schaffung einer breiten Volksfront (<\/strong><strong><em>front populaire<\/em><\/strong><strong>) aus fortschrittlichen politischen Organisationen, Vereinen und Gewerkschaften.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese \u00e4usserste Notmassnahme wird jedoch auf lange Sicht nicht ausreichen. Sie ist lediglich ein Pflaster und wird die Macht\u00fcbernahme der Faschisten bloss hinausz\u00f6gern, wenn in der Folge nicht eine grosse revolution\u00e4re Bewegung entsteht, die sich auf ein innovatives Programm st\u00fctzt und in der Lage ist, neue Hoffnung zu wecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem Grund ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir uns nach den Parlamentswahlen in allen St\u00e4dten und D\u00f6rfern organisieren, um eine breite Einheitsfront aufzubauen, die ein Programm f\u00fcr radikale Ver\u00e4nderungen teilt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Direkte Demokratie<br><\/strong>Einrichtung von Volksversammlungen (<em>Assembl\u00e9es Populaires<\/em>), die allen Einwohner*innen in jeder Gemeinde, jedem Stadtviertel, jedem Dorf und jedem Weiler offen stehen und in denen Entscheidungen ohne Delegation von Macht nach dem Prinzip \u201e1 Person = 1 Stimme\u201c getroffen werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Konf\u00f6deration<br><\/strong>Die Gemeinden koordinieren sich in einem konf\u00f6deralen System, in dem jede Ebene (lokal, regional, national, kontinental&#8230;) abw\u00e4hlbare Mandatstr\u00e4ger*innen auf die n\u00e4chsth\u00f6here Ebene entsendet, die die Stimme des Kollektivs vertreten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Soziale \u00d6kologie<br><\/strong>Da die Ressourcen des Planeten begrenzt sind, m\u00fcssen die Produktionsmittel demokratisch verwaltet werden, d. h. die Bewohner*innen entscheiden mit R\u00fccksicht auf die von den Naturgesetzen auferlegten Schranken und auf das Zusammenleben mit anderen Tieren und Pflanzen direkt dar\u00fcber, wie diese Ressourcen verteilt werden sollen, damit sie der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Zahl von Menschen zugute kommen. Dies muss mit einer Verringerung der Produktion und einer drastischen Verbesserung ihrer Qualit\u00e4t einhergehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gerechte Verteilung des Wohlstands und der Arbeitszeit<\/strong><br>Dass wir immer mehr arbeiten, um mehr zu produzieren, und dadurch die Umwelt noch mehr verschmutzen, ist inakzeptabel und f\u00fchrt uns direkt in die Katastrophe. Die Arbeitszeit muss reduziert und der Wohlstand gerecht verteilt werden. Die krankhafte kapitalistische Anh\u00e4ufung muss gestoppt werden, und das Einkommen derjenigen, die die h\u00e4rtesten oder n\u00fctzlichsten Arbeiten verrichten, darf nicht mehr als das Zehnfache des Einkommens der anderen Einwohner*innen betragen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Feminismus, Antirassismus und Dekolonisierung<\/strong><br>Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts, der Herkunft oder der Religion sollen abgeschafft werden. Um dies zu erreichen, sollen alle Mandate mit mindestens 50% Frauen besetzt werden und die Vielfalt der vertretenen Bev\u00f6lkerung ber\u00fccksichtigt werden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dieses Gesellschaftsmodell (das von dem Philosophen Murray Bookchin theoretisiert wurde) mag utopisch erscheinen. Dennoch funktioniert es bereits seit \u00fcber 10 Jahren in <strong>Rojava<\/strong> (Nordsyrien), seit dessen Befreiung von Daesh durch kurdische Kr\u00e4fte und ihre progressiven Verb\u00fcndeten; und seit 1994 in etwas anderer Form in <strong>Chiapas<\/strong> in Mexiko. Etwas l\u00e4nger her, funktionierte es auch schon in Frankreich w\u00e4hrend der <strong>Pariser Kommune<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich wird es nicht leicht sein, ein solches Projekt umzusetzen, Faschist*innen und Kapitalist*innen werden sich ihm so sehr widersetzen, wie sie nur k\u00f6nnen. Dennoch ist der <strong>sofortige Aufbau eines neuen Ideals, das der politischen, sozialen und \u00f6kologischen Krise, die uns mit voller Wucht trifft, gewachsen ist, von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, um das Schlimmste zu verhindern.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig vom Ergebnis der Parlamentswahlen rufen wir alle, die <strong>von Lippenbekenntnissen wegkommen und konkret gegen den Faschismus k\u00e4mpfen<\/strong> wollen, dazu auf, sich massiv den Organisationen der sozialen Bewegung anzuschlie\u00dfen, mit allen notwendigen Mitteln gegen den Faschismus und den Kapitalismus zu k\u00e4mpfen und libert\u00e4re munizipalistische Listen f\u00fcr die <strong>Kommunalwahlen 2026<\/strong> vorzubereiten. Wenn sie gew\u00e4hlt werden, werden diese Listen diese <strong>Volksversammlungen<\/strong> (<em>Assembl\u00e9es Populaires<\/em>) einrichten, die dieses Programm unverz\u00fcglich umsetzen werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es gibt keine Alternative, gehen wir in die Offensive!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>L\u2019Offensive<\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>Originaltext: <a href=\"https:\/\/offensive.eco\/contre-le-fascisme-communalisme\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/offensive.eco\/contre-le-fascisme-communalisme\/<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Zur Theorie des libert\u00e4ren Munizipalismus (an Kommunalwahlen teilnehmen, um im Fall eines Wahlsiegs Volksversammlungen einzuf\u00fchren):<\/em> <em>Janet Biehl: The Politics of Social Ecology. Libertarian Municipalism. <a href=\"https:\/\/theanarchistlibrary.org\/library\/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/theanarchistlibrary.org\/library\/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><em>N\u00e4chstes Online-Treffen des Netzwerks f\u00fcr Kommunalismus: <a href=\"https:\/\/kommunalismus.org\/?page_id=879\" data-type=\"page\" data-id=\"879\">Kalender<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommuniqu\u00e9 der Organisation \u201eL\u2019Offensive\u201c vom 11. Juni 2024, \u00fcbersetzt aus dem Franz\u00f6sisischen. Macrons leichtsinnige Aufl\u00f6sung (des franz\u00f6sischen Parlaments, Anm. d. \u00dcbers.) bringt die Faschist*innen an die Schwelle zur Macht. 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