Basierend auf dem Webinar vom 11.06.2020 “Kommunalismus und Soziale Ökologie” und in in Vorbereitung darauf ist folgender Grundlagentext entstanden, welcher sich anhand der kommunalistischen Theorie mit den Gemeinsamkeiten verschiedener sozialen Bewegungen auseinandersetzt und die Vision einer nachhaltigen und egalitären Gesellschaft zeichnet.
Link zum aufgenommenen Webinar

Auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Strasse und fordern ein lebenswertes und gerechtes Leben ein. Die Proteste sind vielfältig und divers. Um nur einige Beispiele zu nennen: In Amerika, ausgehend von Minneapolis, wird gegen seit Jahrhunderten andauernden strukturellen Rassismus und Polizeigewalt protestiert. In Chile wurde und wird weiterhin gegen steigende Ungleichheit, staatliche Repression und steigende Lebenskosten protestiert. In Rojava rebellierten vor allem die Kurden und bauten eine neue Gesellschaft auf. In der Schweiz gingen im Rahmen der Klima- und Frauen*streiks Hunderttausende Menschen auf die Strassen.
Doch was verbindet all diese verschiedenen Protestbewegungen und Kämpfe? Es gibt einen gemeinsamen Nenner, der sich durch all diese emanzipatorischen Bewegungen zieht. Alle diese Kämpfe sind nämlich eine Form von Widerstand gegen Hierarchien und gegen hierarchische Beziehungen zwischen Menschen, die dazu führen, dass eine Gruppe von Menschen eine andere unterdrückt und beherrscht. Die verschiedenen Beispiele zeigen klar, dass sich Hierarchie je nachdem in der erfahrenen Realität anders manifestiert. Oftmals werden auch Menschen oder Menschengruppen auf mehrere Arten und Weisen durch hierarchische Verhältnisse unterdrückt.

Die Soziale Ökologie, eine von Murray Bookchin begründete Theorie, analysiert dieses Problem und bietet eine gesamthaft kohärente Sichtweise, welche die historische Entwicklung und das Aufkommen von Hierarchien sowie dessen Einzug in immer mehr Lebensaspekte aufzeigt. Sie zeigt auch auf, wie es dazu kam, dass der Mensch begonnen hat, die Natur und die Umwelt auszubeuten. Die soziale Ökologie sagt klar, dass alle Formen von Hierarchien abgebaut werden müssen, damit eine ökologische Gesellschaft geschaffen werden kann. Dazu schlägt sie den Kommunalismus und damit verbunden den libertären Munizipalismus als Vision einer Gesellschaft vor, die diese Ideale realisiert. Aber nochmals zurück zum Anfang.
Was ist eine Hierarchie genau?
Eine Hierarchie kann definiert werden als eine institutionalisierte Form von Zwang und Gehorsam. Institutionalisiert bedeutet hier, dass gewisse Verhaltensweisen zur Norm werden und in Verhaltensmustern entweder bewusst oder unbewusst reproduziert werden. Das heisst, dass eine Person oder Gruppe aufgrund eines bestimmten Merkmals entweder strukturell benachteiligt wird oder einen strukturellen Vorteil gegenüber anderen hat. Sie ist strukturell, denn eine Unterdrückung existiert bei Hierarchien nicht bloss im Moment, sondern folgt einem gewissen Muster und zeigt sich somit immer wieder und in verschiedenen Lebensbereichen und Situationen. Nur weil eine Person eine grössere Verantwortung als eine andere Person oder aufgrund ihrer Erfahrung mehr Einfluss in einer Entscheidungsfindung hat, muss das aber nicht zwingend eine hierarchische (alsoinstitutionalisierte) Beziehung/Unterdrückung sein. Es kann aber natürlich sein, dass hierarchische Strukturen solche Unterschiede in Verantwortung, Wissen oder Erfahrung verstärken und konditionieren können.
Hierarchien sind ein abstraktes Konzept und können sich symptomatisch in verschiedensten Lebensbereichen und zwischen verschiedensten Bevölkerungsgruppen zeigen. Dies sowohl auf einer Makroebene in gesellschaftlichen Systemen und Subsystemen, aber auch auf der sogenannten Meso-Ebene in Institutionenen, z.B Schulen, Organisationen, etc. oder auf der Mikroebene von individuellem Verhalten.

Im Verlaufe der letzten 50-100 Jahren wurden Hierarchien immer weniger offen sichtbar. Sie sind aber trotzdem noch sehr präsent, vor allem in der Kultur, wie wir miteinander umgehen oder sozialisiert werden aber auch unbewusst, wie wir laufen, denken, sprechen und unsere Gefühle ausdrücken. Dies führt zu einer Verwischung oder Leugnung von Hierarchien. Es wirkt in der heutzutage nicht gut für das Image, wenn Hierarchien zu offensichtlich sind. So sind zum Beispiel Chefinnen in Konzernen viel kollegialer gegenüber den Angestellten als noch vor einem Jahrhundert; man duzt sich oder hat das Büro im gleichen Raum. Die strukturell gestützten Machtunterschiede werden dadurch nicht anerkannt. Dies obwohl natürlich noch immer der*die Chef*in das letzte Wort und am meisten Einfluss in der Entscheidung hat. Eine weitere Eigenschaft von Hierarchien, ist deren Überschneidung und “Stapelung”. Das führt zu Diskriminierungsformen, mit mehr als einer Hierarchie als Ursache. Betreffende Individuen werden dabei stärker und in mehreren Lebensbereichen marginalisiert.
Die Entwicklung von Hierarchien in unserer Gesellschaft lässt sich in der Geschichte relativ weit zurückführen. Die ersten Formen davon sind gerontokratisch – das heisst, eine Dominierung von älteren Menschen über jüngeren. Die Anthropologie zeigt auf, wie die Stammesältesten mehr Macht erhielten und später Schamanen und Priester aufkamen, die sich mit den physisch starken Kriegern verbündeten. Mit der Zeit fand eine Maskulinisierung der Kultur statt: Die Frauen* wurden in die private Sphäre verbannt, während die öffentliche, männlich dominierte Sphäre mit zunehmenden Konflikten an Wichtigkeit gewann. So entstand die Unterdrückung von Frauen* durch Männer. Bald kamen Könige und staatsähnliche Gebilde, welche existierende Formen der Dominanz professionalisierten und zu deren Aufrechterhaltung dienten. Nach Sklaverei und Feudalismus kommt das Zeitalter des Kapitalismus, welches mit Klassen wieder eine neue Form von Hierarchie schafft, nämlich die Dominanz von Privateigentümerinnen gegenüber den Arbeiter*innen. Wir sehen also, die Entstehung und Festigung verschiedener Arten von Hierarchien geht teilweise sogar Jahrtausende zurück.
Wie manifestieren sich Hierarchien konkret in den aktuellen Kämpfen?
Viele der aktuellen Protestbewegungen sind eine Form von Widerstand gegen Hierarchien. Im folgenden gehen wir oberflächlich auf einige Beispiele ein.
Bezüglich Rassismus in den USA verlinken wir ein englisch-sprachiges Youtube-Video. Darin beschreibt Kali Akuno, einer der Mitbegründer von Cooperation Jackson, einem emanzipatorischen Wirtschaftsprojekt in Jackson, einer Stadt im Süden Amerikas. Er beschreibt wie er sich fühlt, wenn er auf die Ost-Seite des Flusses geht, wo hauptsächlich weisse Menschen wohnen, im Vergleich zu der West-Seite, wo hauptsächlich Schwarze Menschen wohnen.
Link zum Video
Von uns aus dem Englischen übersetztes Zitat aus dem Video:
“Es gibt keine Illusionen darüber, ob gewisse Menschen auf der anderen Seite des Flusses mich überhaupt als Mensch betrachten, aber sie machen es meistens ziemlich klar, dass sie es nicht tun. Und falls und wenn sich die Dinge ändern, werden sie mich wieder Baumwolle pflücken lassen oder etwas anderes pflücken lassen, das ist sehr klar und offensichtlich, sie verstecken es nicht, sie verbergen es nicht, sie setzen keine Maske auf, es ist sonnenklar.”
Trotz dem Ende des klassischen Kolonialismus und der Bürgerrechtsbewegung und der damit einhergehenden Aufhebung der offensichtlichsten Formen von Rassismus und Unterdrückung wie z.B. die Sklaverei, gibt es noch immer strukturellen Rassismus, der People of Colour und vor allem Schwarze in etlichen Lebensbereichen essentiell benachteiligt. Das aktuell sichtbarste Beispiel dafür ist wohl die Polizei, gerade jetzt mit den Protesten in den USA aber auch auf der ganzen Welt. Es sind grösstenteils weisse Personen Polizist*innen. Schwarze Menschen sind dann ihrem Zwang ausgesetzt und müssen gehorchen, wobei sie nicht wie weisse Menschen auf das Gesetz vertrauen können, sondern sie sind der Willkür der Polizei ausgesetzt. Auch das Patriarchat ist eine Form von Hierarchie und hat eine jahrhundertealte Tradition. Das Wort “Patriarchat” kommt aus dem griechischen und bedeutet “Dominanz von Vätern”.
Das Patriarchat ist heute ausgeweitet auf die Dominanz von männlich sozialisierten Personen über weiblich sozialisierte Personen in allen möglichen Gesellschaftssituationen. Die Hierarchie äussert sich dadurch, dass weiblich sozialisierte Personen Diskrimination, Ausbeutung und Zwang männlich sozialisierter Personen ausgesetzt sind. Dies passiert zum Beispiel in Form von sexueller Belästigung in der Öffentlichkeit, im noch immer sehr existenten Lohnunterschied oder durch häusliche Gewalt. Auch männlich-sozialisierte Personen sind im Patriarchat verschiedensten Zwängen ausgesetzt. So funktioniert das Patriarchat durch eine binäre Rollenverteilung, welche tief im kulturellen Verständnis verankert ist und auch Nachteile einer männlichen Sozialisierung zur Folge hat. So müssen betroffene Personen gewissen “männlichen” Standards gerecht werden oder sind nicht in der Lage ihre eigene Persönlich auszuleben. Das Patriarchat ist somit eine Dominierung von “Mann” über “Frau” und “Mann” über “Mann”.
Die Proteste in Chile in den letzten Jahren richteten sich anfänglich gegen ökonomische Ungleichheit. Der Auslöser waren die hohen Preisen für den öffentlichen Verkehr und allgemein hohe Lebenskosten. Grosse Teile der Bevölkerung sind ökonomisch benachteiligt, was weitere sozioökonomische Folgen nach sich zieht. Zum Beispiel haben die Menschen weniger Zugang zum Gesundheitssystem oder zur Altersvorsorge. Sehr viele Lebensgrundlagen sind privatisiert, so z. B. fast die ganze Wasserversorgung. Diese Situation ist massgeblich auf die neoliberale Politik in Chile zurückzuführen. Die Verfassung ist, trotz einigen Anpassungen, immer noch diejenige aus der Zeit der Diktatur. Aus dem anfangs ökonomisch motivierten Protest wurde somit auch ein politischer Protest nach mehr Demokratie und einer neuen Verfassung.
Rassismus, das Patriarchat sowie politische und ökonomische Dominanz, wie wir sie z.B. in Chile haben, sind drei der bekannteren Formen von Hierarchie. Doch es gibt noch etliche andere Bereiche, wo sich die gleichen Strukturen zeigen und hierarchische Unterdrückung passiert. Einige Beispiele wären die Diskriminierung von Queeren Menschen, die von jungen Menschen durch Ältere oder Ableismus. Am konkreten Beispiel wird auch die Überschneidung von verschiedenen Hierarchieformen verständlicher. Eine Person, welche gleichzeitig dunkelhäutig und weiblich gelesen ist, erfährt eine verstärkte Form von Diskriminierung. Einerseits in mehr Lebensbereichen, vor allem aber auch weil die Diskriminierung stärker passiert.
Ist auch die Ausbeutung der Natur eine Form von Hierarchie?
Mensch und Natur werden im allgemeinen Diskurs als zwei grundverschiedene Kategorien betrachtet. Auf der einen Seite die unberührte, wilde, manchmal gefährliche Natur, auf der anderen Seite der Mensch als rational denkendes, aktiv handelndes und zivilisiertes Wesen.
In dieser Trennung ist der Mensch Subjekt und die Natur Objekt. Der Mensch denkt und handelt, die Natur ist passiv: Sie ist das Forschungsobjekt, sie ist das romantische Anschauungsobjekt, eine Projektionsfläche für unsere Wünsche und Träume (z. B. der Wald als Erholungsraum); und sie ist auch der Ort, wo sich die sogenannten “natürlichen Ressourcen” abschöpfen lassen. Diese Trennung des Menschen als über der Naturimpliziert eine hierarchische Beziehung, die es auch überhaupt erst ermöglicht, die Natur auszubeuten. Der Mensch versucht also, eine Hierarchie über die Natur herzustellen.
Doch diese Vorstellung von Mensch und Natur als zwei grundverschiedene Kategorien ist nicht nur problematisch, sondern ein Kurzschluss. So ist der Mensch selber ein Teil der Natur und hat sich im Verlauf der Evolution aus ihr entwickelt.
Woher kommt also diese Vorstellung, dass Mensch und Natur “getrennt” sind?
Murray Bookchin, Begründer der sozialen Ökologie, kommt zu folgendem Schluss: Erst als sich gesellschaftliche, soziale Hierarchien bildeten, wurde die Idee, dass es eine Hierarchie “Mensch über Natur” geben könnte, überhaupt denkbar. Vorher wäre es den Menschen gar nicht in den Sinn gekommen, so etwas zu denken, weil es keinen Sinn gemacht hätte.
Dieser Schluss folgt aus einer historischen Analyse von gesellschaftlichen Entwicklungen. Hier möchten wir nur einen kurzen Einblick geben.Wichtig sind vor allem zwei Erkenntnisse: Einerseits war die Ausbeutung der Natur erst möglich, weil sich soziale Hierarchien in der Gesellschaft entwickelten. Andererseits ist die Ausbeutung der Natur ein Mittel, um soziale Hierarchien zu erhalten und zu festigen. Es ist nötig, dass sich das hierarchische System selber aufrecht erhält. damit es fortbestehen kann. Ein Beispiel dafür sind zum Beispiel Minenarbeiter*innen im sogenannten globalen Süden, die durch die Umweltzerstörung noch stärker unterdrückt werden.
Auch die Klimakrise basiert auf einer Form von Ausbeutung – nämlich die der Natur – und ist somit auf die gleiche Problemstruktur – auf Hierarchien – zurückzuführen. Die Klimabewegung ist damit auch ein Ausdruck von Widerstand gegen hierarchische Verhältnisse.
Die Klimakrise kann deswegen nicht bloss durch technischen Fortschritt überwunden werden. Die soziale Ökologie kommt zum Schluss, dass eine langfristige ökologische und nachhaltige Gesellschaft nur existieren kann, wenn alle sozialen Hierarchien abgebaut werden.
“Was die Menschen zu ‘Fremden’ in der Natur gemacht hat, ist ein sozialer Wandel, der viele Menschen zu ‘Fremden’ in ihrer eigenen sozialen Welt gemacht hat: Die Beherrschung (Domination) der Jungen durch die Alten, der Frauen durch die Männer, und der Männer durch andere Männer. […] Bis die Gesellschaft von einer ungeteilten Menschheit zurückerobert werden kann, die ihr kollektives Wissen, kulturelle Errungenschaften, technische Innovationen, wissenschaftliches Wissen, und angeborene Kreativität zugunsten von sich selbst und zugunsten der Natur benutzen wird, so lange werden alle ökologischen Probleme ihre Wurzeln in sozialen Problemen haben.” (Murray Bookchin)
Ökologie, wie sie von Social Ecology her gedacht wird, möchte diese Hierarchien überwinden. Das Ziel ist, Menschheit und Natur re-harmonisieren, also wieder in Einklang bringen.
Murray Bookchin verwendet die Begriffe “first nature” und “second nature”: Der Mensch ist in der “first nature” verankert: er ist ein Naturwesen, ein biologischer Organismus, der im Laufe der Evolution aus der Natur heraus entstanden ist. Aber der Mensch hat auch eine “second nature”, das ist sein ganzes kulturelles, soziales, zivilisatorisches Leben. Anders als das Gegensatzpaar Natur-Kultur bezeichnen die Begriffe “first nature” – “second nature” nicht eine Trennung, sondern einen fliessenden Übergang.
Die Evolution funktioniert über das Prinzip der Adaption: Die Umgebung verändert sich und über die Jahre und Generationen hat das einen Einfluss auf die Spezies, welche sich dieser Veränderung anpasst. Mit der Entwicklung des Menschen und second nature wird diese Funktionsweise immer weniger bedeutend. Der Mensch ist in der Lage, kreativ zu werden, sich selber und auch die Umwelt langfristig zu verändern. Der Mensch ist in der Lage über diesen Umstand nachzudenken und kann über sich selber und die restliche Natur reflektieren.
Diese Subjektivität hat sich im Lauf der Evolution entwickelt, bis hin zum menschlichen Bewusstsein. Social Ecology setzt nicht mehr Subjekt gegen Objekt, sondern sieht Subjektivität bereits in der Natur angelegt. Der Mensch ist ein Ausdruck davon, dass die Natur in ihrer Entwicklung sich selber bewusst und frei wird. Der Mensch kann also die Umgebung und Umwelt anpassen und dies auf reflektierte Weise und in Harmonie mit der Natur machen.
Ethisch handeln heisst aus Sicht von Social Ecology, der natürlichen Entwicklung zur Freiheit hin ihren Lauf zu lassen. Alles, was zu mehr Komplexität, Diversität und Freiheit führt, ist ethisch gut. Ethisch ist zum Beispiel, nachhaltig mit der Natur umzugehen. Unethisch ist es, sie zu zerstören, um Profit zu machen. Monokultur ist unethisch, nicht nur weil sie den Boden kaputt macht, sondern auch, weil sie die Biodiversität verringert. Karbon-basierte Wirtschaft ist unethisch, weil sie eine endliche Ressource ausbeutet und immer wieder Diversität zerstört, z. B. durch Ölkatastrophen.
Social Ecology sagt aber nicht, dass wir in einen primitiven Zustand zurückkehren sollen. Wir sollen nicht auf alle Technik verzichten und wieder zu Höhlenbewohner*innen werden. Im Gegenteil: Es ist unsere Aufgabe, Verantwortung für uns UND die Natur zu übernehmen und sicherzustellen, dass beide in Einklang leben können. Wir können Stadt und Land wieder ins Gleichgewicht bringen, so dass beide davon profitieren. Die “unberührte Natur” gibt es heute fast nirgends mehr, sie ist ein Mythos. Menschen leben an fast allen Orten der Erde, sogar auf vor wenigen Hundert Jahren noch unbewohnten Inseln. Zu fordern, die Menschen müssen von dort verschwinden, wäre deplatziert. Ob es ein ökologischer Gewinn wäre, sei dahingestellt, aber es wäre sicher nicht menschenfreundlich.
Die Soziale Ökologie macht auf die vielfältigen und komplexen Beziehungen in der Natur und innerhalb von Ökosystemen aufmerksam. Gegenseitige Beziehungen wie Symbiose oder Komplementarität: Spezies können nebeneinander leben und einander sogar gegenseitig helfen. Bei niedrigen Organismen ist das reine Adaption, aber bei Lebewesen mit höherer Intelligenz kommt immer mehr Kreativität ins Spiel.

Social Ecology sagt, wenn das alles schon in der Natur angelegt ist, dann ist es möglicherweise ein Potenzial, das sich auch in der menschlichen Gesellschaft realisieren könnte. Weil ja die second nature aus der first nature folgt. Möglicherweise können die Menschen ihr Zusammenleben nicht nach der Logik von Egoismus und Markt organisieren, sondern im Sinn von Symbiose, Kooperation und gegenseitiger Hilfe.
Auf diesem Fundament begründet Social Ecology also, dass die Gesellschaft eine freie Gesellschaft sein soll. Social Ecology ist gegen jede Form von Unterdrückung und Hierarchie. Und nur eine freie Gesellschaft kann auch eine ökologische Gesellschaft sein. Eine hierarchische Gesellschaft muss ihre sozialen Gegensätze aufrecht erhalten, wie auch der Kapitalismus das ständige Wachstum aufrechterhalten muss. Erst wenn eine Gesellschaft diese sozialen Zwänge nicht mehr hat, ist sie auch nicht mehr dazu getrieben, die Natur auszubeuten.
Die grundsätzliche Problemstruktur ist also klar: Soziale Hierarchien sind tief in unserer Gesellschaft verankert und äussern sich symptomatisch in verschiedensten Formen und Ausmassen. Etliche – wenn nicht sogar alle – prominenten Konflikte und Ungerechtigkeiten sind ein Ausdruck dieser Problemstruktur. Diese Analyse entspricht auch dem Verständnis des sozialen Anarchismus.
Was ist die Alternative? Wie funktioniert eine Gesellschaft, die den Anspruch hat, keine hierarchische Strukturen zu haben?
Um eine Veränderung zu bewirken und dieses System zu Wandeln, ist es notwendig eine real-mögliche Alternative zu entwerfen, die eine Richtung weisen kann. Wir sind also mit der Herausforderung konfrontiert, eine Vision der neuen, egalitären und ökologischen Welt zu schaffen.
Bookchin, der Begründer der sozialen Ökologie, bezeichnete sich früher einmal als Anarchist. Speziell an der sozialen Ökologie im Vergleich zum Anarchismus ist vor allem die Erweiterung mit der ökologischen Thematik und das damit verbundene Menschenbild und die Philosophie. Die soziale Ökologie geht aber noch in anderen Bereichen weiter als viele Stränge des Anarchismus und ergänzt diese. Der Anarchismus ist oftmals eine Anti-Haltung, zeichnet sich also vor allem durch eine Ablehnung des Status Quo und der existierenden Strukturen aus. In der Anarchistischen Praxis existiert oftmals – wenn auch nicht immer- eine gewisse Ablehnung von Organisation, in der Angst, dass diese einschränkend wirken und zu Hierarchien führen. Diese Vorstellung kommt vor allem aus dem individualistischen Anarchismus, der die Freiheit des Individuums an erste Stelle setzt. Ohne Strukturen oder klare Organisationsform werden jedoch reale Unterschiede zwischen Individuen verschleiert, statt diese zu anerkennen und dagegen vorzugehen. Somit wird riskiert, dass in der Gesellschaft existierende Hierarchien reproduziert werden. Eine solche Ablehnung von Strukturen macht es schwierig, eine gesamtgesellschaftliche Vision zu entwickeln, die eine reale Alternative zum existierenden System bietet. Viele Grundgedanken und Ansätze aus dem Anarchismus bieten aber ein gutes Fundament für weiterführende Überlegungen.
Murray Bookchin kam aus dem sozialen Anarchismus. Bookchin betonte die Gemeinschaft, nicht den Individualismus. Das bedingt einen anderen Freiheitsbegriff.
Auf der Suche nach Alternativen, bieten die bereits angesprochenen sozialen Bewegungen einen vielversprechenden Anhaltspunkt. Heutzutage zeichnen sich soziale Bewegungen durch die Anstrebung von non-hierarchische Strukturen, durch dezentrale sowie basisdemokratische Funktionsweisen oder neue Prozesse zur Entscheidungsfindung aus. Viele experimentieren mit verschiedenen Formen der Organisation und versuchen so, in der eigenen Struktur nicht die hierarchischen Muster der Gesellschaft zu reproduzieren. Occupy Wall Street hat das Konzept der Vollversammlung populär gemacht und die feministische Bewegung in der Schweiz hat es geschafft, trotz hoher Dezentralität und Anonymität eine geeinte Schlagkraft zu entwickeln. Durch die Corona-Krise wurden die Nachbarschaft und kommunale Umgebung viel wichtiger und zeigten den Wert von solidarischen und lokalen Strukturen auf. Nicht nur heute, sondern auch in der Vergangenheit finden wir verschiedenste Beispiele für kommunale Strukturen, welche sich meistens an Städten orientierten und probierten in basisdemokratischen Versammlungen Entscheidungen zu treffen. Ein Beispiel ist die Kommune in Paris nach der französischen Revolution. Diese Versuche und Ansätze können eine Inspiration dafür sein, wie sich diese Ansprüche auf die gesamte Gesellschaft übertragen lassen könnten.
Hier kommt der Kommunalismus ins Spiel. Das Wort “Kommunalismus” ist ein Überbegriff und zeichnet das Bild einer rationalen, basisdemokratischen und ökologischen Gesellschaft, die soziale Hierarchien abbaut und das Ziel einer freien Gemeinschaft verfolgt. Der Kommunalismus integriert einerseits verschiedene Teile aus dem Anarchismus und dem Marxismus – wie zum Beispiel die Ablehnung des Nationalstaats des Anarchismus oder die Opposition zu Privateigentum der Produktionsbedingungen des Marxismus – und umfasst eine ganze Philosophie und Analyse – nämlich die sozialen Ökologie – sowie eine Theorie und Strategie zum Wandel, auf die wir später noch eingehen werden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der libertäre Munizipalismus. Dieser beschreibt konkrete politische Projekte und die Struktur einer basisdemokratischen Gesellschaft, in der Prozesse möglichst darauf ausgerichtet sind, Hierarchien abzubauen.
Um den libertären Munizipalismus zu verstehen, ist es wichtig, den Unterschied zwischen Staat und Politik anzubringen. Im heutigen Verständnis sind diese beiden Konzepte zusammengewachsen und nur schwer voneinander zu trennen. Beziehungsweise entspricht unser Verständnis von Politik eigentlich dem Verständnis von Staat. Der Staat ist ein Apparatus, bestehend aus verschiedensten Institutionen wie zum Beispiel der Polizei, dem Militär oder dem Parlament, aber auch aus weiteren bürokratischen und administrativen Strukturen. Historisch gesehen – in der Entwicklung von Politik und Staat – war diese Fusion aber nicht immer so. Erst im Verlaufe der Zeit wurde die Politik langsam vom Staat absorbiert. Diese zwei Konzepte erneut voneinander gelöst werden um eine rationale und vor allem ökologische Gesellschaft zu erschaffen. Die Grundlage des libertären Munizipalismus liegt dementsprechend eine neue Interpretation und Definition davon, was Politik wirklich ist. Diese basiert auf dem Politikverständnis des antiken Griechenland, in welchem die öffentliche Sphäre zentral war. Janet Biehl, Autorin, Aktivistin und langjährige Partnerin von Murray Bookchin, sagt dazu folgendes (übersetzt aus dem Englischen):
“ Das Ziel des libertären Munizipalismus ist die Wiederbelebung der öffentlichen Sphäre, die immer stärker verloren geht, und dessen Verwandlung in eine politische Sphäre zu erreichen. Das Ziel ist es, aus passiven Wählern aktive “Bürger” hervorbringen und sie mit einem politischen Kontext ausstatten, in dem sie wahrhaft bedeutungsvolle Auswahlmöglichkeiten haben.”
Mit dem Begriff “Bürger” ist hier nicht das exkludierende Konzept der Staatsapparate gemeint, sondern eine Bürger*in als Teil einer Gemeinschaft. Menschen, die nur ein paar Mal im Jahr wählen können – falls überhaupt – sollen Teil des politischen Verständnisses werden (übersetzt aus dem Englischen):
“ Der libertäre Munizipalismus zielt darauf ab, diesen Kontext zu schaffen, indem die Macht der Menschen in Nachbarschaftsversammlungen und Stadtversammlungen institutionalisiert wird. In einem sehr radikalen Sinne geht der libertäre Kommunalismus zurück zu den eigentlichen Wurzeln der Politik, um die direkte Demokratie wiederzubeleben und auszuweiten, zusammen mit den rationalen und ethischen Tugenden und Praktiken, die sie unterstützen“. (Die Politik der sozialen Ökologie, Janet Biehl)
Konkret ist der Grundpfeiler des libertären Munizipalismus ist die Stadt oder Gemeinde als wichtigste Ebene der Politik. In basisdemokratischen Treffen wird die Stadt gemeinsam von den Anwohnerinnen verwaltet. Das wird ergänzt durch kleinere Versammlungen in allen Nachbarschaften, welche die Angelegenheiten auf dieser lokalen Ebene handhaben können und gleichzeitig ein Gefäss sind um Diskussionen zu führen und Wissen auszutauschen. Hier wird das Prinzip der Subsidiarität konsequent umgesetzt. Alle Angelegenheiten sollten auf der Ebene diskutiert und entschieden werden, wo sie Auswirkungen haben. Dieverschiedenen Gemeinden, aber auch lokalen Versammlungen sind in einer Konföderation organisiert. Das heisst, es werden Mandatsträgerinnen demokratisch bestimmt, welche die Versammlung bei Angelegenheiten eines grösseren geographischen Einflussgebiet vertreten. Ein gelebtes Beispiel dafür ist der demokratische Konföderalismus, welcher aktuell in Nordsyrien in Rojava getestet wird. Dieser enthält auch spezifische Strukturen, mit denen soziale Hierarchien bekämpft und abgebaut werden. So gibt es zum Beispiel auf jeder Ebene Versammlungen, an der nur weiblich sozialisierte Menschen teilnehmen können und welche ein Veto-Recht besitzt, oder spezifische Bildungsprogramme. Auch die Mandatsträger*innen müssen gezwungenermassen divers sein. Jetzt existierende Institutionen wie z.B. die Polizei werden in ihrer jetzigen Form abgeschafft, auf der kommunalen Ebene demokratisiert und von der Gemeinschaft ausgeführt und kontrolliert.

Das mag auf den ersten Blick so tönen, als sollen einfach mehr Sachen dezentral auf Gemeindeebene gemacht werden, doch das stimmt so nicht. Im Kern des libertären Munizipalismus geht es vor allem um Macht und die Frage nach deren Verteilung:
“ […] Es ist eine reich artikulierte Vision einer dezentralisierten, auf Versammlungen basierenden Demokratie, in der die Menschen gemeinsam handeln, um eine rationale Zukunft zu entwerfen. … Der Munizipalismus verlangt, dass wir den einfachen Bürgern die Macht zurückgeben, dass wir neu erfinden, was es bedeutet, Politik zu machen und was es bedeutet, ein Bürger zu sein. Wahre Politik ist das Gegenteil von parlamentarischer Politik. Sie beginnt an der Basis, in den lokalen Versammlungen. Sie ist transparent, mit Kandidaten, die gegenüber ihren Nachbarschaftsorganisationen zu 100 Prozent rechenschaftspflichtig sind […].” (Debbie Bookchin)
Wie kommen wir zu dieser neuen Gesellschaft?
Der Kommunalismus bzw. Soziale Ökologie befürwortet die gleichen praktischen, taktischen und strategischen Ansätze wie andere libertäre Sozialisten. Dabei gilt es besonders den Ansatz von “dual Power” hervorzuheben.
Den Begriff Dual Power benutzte zum ersten Mal Lenin im Jahre 1917, als er die Situation im damaligen Russland bezeichnete, als faktisch zwei parallele Regierungen existierten. Einerseits die Übergangsregierung in Moskau und der von Arbeiter*innen geleitete Petrograder Soviet. In dieser einmaligen Situation konkurrierten die beiden Regierungen um die Position der legitimen nationalen Regierung; schlussendlich wurde erstere durch die Sovietregierung gestürzt, aus der später die Sovietunion entstand. Die Hegemonie der vorher existierende Institutionen – die Übergangsregierung war ein Überbleibsel des Zarenrussland – wurde zerschlagen und in einer Revolution durch neue Institutionen ersetzt.
Der von Bookchin und libertären Sozialisten vorgeschlagene Dual Power Ansatz verfolgt nicht unbedingt die gleiche Strategie, ist jedoch davon inspiriert. Dual Power, beschreibt die Strategie einer Kommunalistischen Bewegung. Dabei werden grob zwei Ansätze verfolgt: einerseits werden neue alternative Strukturen aufgebaut, welche später oder irgendwann die bestehenden ersetzen können. Diese alternative Institutionen existieren in offenem Widerspruch, Spannung und in Konkurrenz zu den vorherrschenden Institutionen. In Jackson in Amerika zum Beispiel gibt es “Freedom Farm”, eine Genossenschaft in kollektivem und demokratischen Besitz, welche Lebensmittel anpflanzen und dann verteilen und verkaufen. Diese Genossenschaft ist nicht alleinstehend und profit-orientiert, sondern Teil eines grösseren Projektes der sogenannten “Cooperation Jackson”.
Andererseits, zusätzlich zum Aufbau von alternativen Strukturen, wird gleichzeitig in und mit bestehenden Institutionen und Prozessen organisiert, gehandelt, Widerstand geleistet und Forderungen oder Ideen an diese gebracht. So könnten zum Beispiel Lösungen für lokale politische Probleme an Veranstaltungen oder den politischen institutionellen Prozessen dafür aufgezeigt oder Forderungen an die jetzigen Institutionen gestellt werden. Ansonsten befürwortet der Kommunalismus oder Soziale Ökologie andere Taktiken und strategische Ansätze, wie zum Beispiel direkte Aktion, Beteiligung an Streiks und Arbeiterkampf, Teilnahme an Massenmobilisationen und Protesten und sozialen Bewegungen sowie die Teilnahme an Widerstandsaktionen und Ähnliches. Die soziale Ökologie befürwortet auch die Teilnahme an lokalen Wahlen, also auf Gemeinde- oder Nachbarschaftsebene. Der Wahlkampf kann einerseits als Plattform benutzt werden, andererseits kann später, falls Menschen aus der Organisation gewählt werden, für konkrete politische Entscheidungen gearbeitet werden, die die Macht und Einfluss der kollektiven und alternativen Institutionen stärken können. Idealerweise bilden sich mit der Zeit verschiedene lokale Projekte, welche die Idee des Kommunalismus bzw. Der sozialen Ökologie in der Gesellschaft etablieren und die bereits konkret aufzeigen, wie das Leben konkret anders organisiert sein könnte.
Die wichtigste Institution ist dabei die oben erwähnte “popular assembly”, also eine Vollversammlung aller Menschen, die in der jeweiligen Nachbarschaft oder Gemeinde leben. Dort wird die direkte Demokratie praktiziert und Entscheidungen getroffen. Wie genau Entscheidungen getroffen werden, ist offen; der Kommunalismus hat keine dogmatische Position darüber. Menschen können für gewisse Positionen mit Mandat gewählt werden, sie sind widerrufbar und es gibt Transparenz über ihr Verhalten. Die Versammlung wird zum Souverän, ist die Institution der Macht der Menschen und sollte mittel- oder langfristig die legislativen und exekutiven Institutionen der Gemeinde ersetzen (z.B. die Gemeindeparlamente und Gemeinderäte) oder sie übernehmen und transformieren. Mit der Zeit werden dies dann immer mehr Gemeinden und Nachbarschaften machen, die sich untereinander wieder in Konföderationen zusammenschliessen. Früher oder später kann diese Konföderation dann die jetzt existierenden Staatsapparate ersetzen. Die grundsätzliche Stossrichtung im libertären Munizipalismus ist, die Menschen zu ermächtigen, Entscheidungen über ihr Zusammenleben selber zu fällen. Libertärer Munizipalismus will die Politik nicht einer professionalisierten Politikerinnen-Klasse delegieren, sondern geht davon aus, dass alle Menschen fähig sind, Politik zu betreiben. Die Menschen sollen sich nicht “vertreten” lassen. Sie sollen zu “Bürgerinnen” (“citizens”) im wahrsten Sinne werden. Nicht Staatsbürgerinnen als reine Verwaltungsobjekte, Wählerschaft und Konsumentinnen, sondern selbstbestimmte Mitglieder der Gesellschaft. Wichtig sind aber nicht nur direktdemokratische Strukturen, sondern auch, dass eine politische Kultur geschaffen und gefördert wird. Durch die aktive politische Praxis und durch Bildung wachsen die Menschen zu verantwortungsvollen und freien politischen Subjekten heran – zu Bürgerinnen.
Zusammenfassung
Die soziale Ökologie behauptet, dass alle ökologischen Probleme, die heute zunehmen und sichtbarer werden, lassen sich auf soziale Probleme zurückführen, nämlich Hierarchien und Herrschaft in verschiedenen Formen. Eine Gesellschaft kann also nur ökologisch sein, wenn sie auch frei von Hierarchien ist.
Der Mensch ist klar Teil der Natur und sollte seine Ethik davon inspirieren lassen und dementsprechend nach Komplexität, Diversität und Freiheit streben. Der Begriff “Kommunalismus” bezeichnet das in der Geschichte immer wieder vorkommende Streben nach Freiheit in Form von direkter Demokratie sowie das Projekt des libertären Munizipalismus, in dem diese Freiheit in Versammlungen auf kommunaler Ebene und in Konföderationen auf regionaler Ebene erreicht wird.
Zum Schluss ein Zitat von Autorin und Aktivistin Eleanor Finley:
„Communalism is not a hard and rigid ideology, but rather a coherent, unfolding body of ideas built upon a core set of principles and institutions. [… C]ommunalism’s historical precedents in tribal democracy and town/village assemblies can be found in nearly every corner of the earth. The era of professional-driven, state “politics” has come to an end. Only grassroots democracy at a global scale can successfully oppose the dystopian future ahead.”
Deutsch: “Kommunalismus ist nicht eine harte und rigide Ideologie, sondern eher eine kohärente, sich entfaltende Sammlung von Ideen, die auf einer Reihe von grundsätzlichen Prinzipien und Institutionen aufbaut. Die historischen Vorgänger von Kommunalismus in Stammesdemokratie und Dorfversammlungen können in fast jeder Ecke der Erde gefunden werden. Die Ära von professionell betriebener Staats-”Politik” ist an ihrem Ende angelangt. Nur Graswurzel-Demokratie in einem globalen Ausmass kann sich erfolgreich der kommenden dystopischen Zukunft entgegenstellen.”
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