Malet, Morris und Bookchin

Maurice Schuhmann bietet im ersten Halbjahr 2026 eine Reihe anarchistischer und ökologischer Veranstaltungen an der VHS Pankow an.

5. März, 19 Uhr: Léo Malet. Ein Autor zwischen Sozialkritik, Surrealismus
und Sittengemälden (Online), VHS Pankow

https://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/Instructors/InstructorCourseDetail.aspx?id=777966
Lange bevor Kriminalromane mit Lokalkolorit in Mode kamen, verfasste der französische Autor Léo Malet bereits Paris Krimis rund um seinen Privatschnüffler Nestor Burma, eine deutlich-überzeichnete Figur des
klassischen Detektivs amerikanischer Machart. In diesen Krimis zeichnet
er, ganz im Sinne seiner Inspirationsquelle, dem Roman Die Geheimnisse
von Paris von Eugène Sue, ein Sittengemälde der Stadt und porträtierte
unterschiedliche Bevölkerungsgruppen in der Stadt. Dabei hatten es ihm
stets die Underdogs angetan, denen er wie z.B. der berühmt-berüchtigten
Bonnot-Bande auch ein literarisches Denkmal setzte. Mehrfach wurde er
für seine Krimis mit renommierten Preisen ausgezeichnet, seine Romane
wurden vom Kino, Fernsehen und Hörfunk adaptiert und auch in das Metier
des Comics übertragen. Anlässlich seines 30. Todestages gilt es sich an
das umfangreiche Werk zu erinnern und ihn auch als einen Chronisten der
französischen Verhältnisse wieder zu entdecken.

14. Mai, 19 Uhr: William Morris und der Beginn der ökologischen Utopien
(Online), VHS Pankow

https://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/Instructors/InstructorCourseDetail.aspx?id=777972
1890 erschien in einer britischen Zeitung als Fortsetzungsroman „News
from Nowhere“ des Sozialisten und Kunsttheoretikers William Morris.
Wenige Jahre später übersetzte der deutsche Sozialdemokrat William
Liebknecht diese Utopie ins Deutsche. Der Roman gilt als ein Meilenstein
und als Ausgangspunkt des utopischen Diskurses in der Ökologie, der
heute vor allem mit Science Fiction-Romanen wie z.B. Planet der
Habenichtse von Ursula K. LeGuin assoziiert ist.
Ausgehend von Morris, der und dessen Werk eingangs vorgestellt und
gewürdigt wird, soll die Bedeutung und die Entwicklung dieses Genres
beleuchtet werden – bis hin zu den meist dystopischen
Climate-Fiction-Romanen.

9. Juli, 19 Uhr: Murray Bookchin – Ein Pionier der modernen
Ökologiebewegung (Online), VHS Pankow

https://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/Instructors/InstructorCourseDetail.aspx?id=777976
Vor zwanzig Jahren verstarb Murray Bookchin, einer der Vordenker der
modernen Ökologiebewegung sowie ein Wegbereiter der sozialen Ökologie.
Frühzeitig – in den 1950er Jahren – thematisierte er die Schädlichkeit
von Zusatzstoffen in Lebensmitteln, reflektierte über das Potential von
Technik zur Lösung ökologischer Herausforderungen und entwarf eine
offene Utopie einer sozialökologischen Gesellschaft, wobei er sich auch
ethnologischer, religiöser, philosophischer und politischer Zugängen zur
Thematik bediente. Zuwider war ihm dabei die Dogmatik. Er verstand sein
Werk vielmehr als Denkanstoss für Gefährt*innen, die anknüpfend an seine
Überlegungen weiterdenken oder revidieren würden. Im Rahmen des
Vortrages soll das ökologische Denken und seine Bedeutung für heutige
Bewegung gewürdigt werden. Der Referent hat selber einen Teil von
Bookchins Hauptwerk – Die Ökologie der Freiheit – ins Deutsche
übertragen.


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